Deutschland steht im Finale der U19-EM

Von am 8. Juni 2011 – 21.57 Uhr 15 Kommentare

Zum ersten Mal seit 2007 hat die deutsche U19-Nationalelf das Finale der Europameisterschaft erreicht. In Imola kam das Team von Trainerin Maren Meinert zu einem verdienten Erfolg gegen die Schweiz, dank einer Vielzahl von Chancen und klarer Überlegenheit.

Beim 3:1 (1:1)-Sieg brachte Ramona Petzelberger die DFB-Elf in Führung (21.), Cora Canetta gelang der überraschende Ausgleich (38.). Eunice Beckmann gelang die neuerliche Führung (54.), Lena Lotzen sorgte in der Schlussphase für die Entscheidung (84.).

Petzelberger trifft
Bereits in der Anfangsphase erspielte sich das deutsche Team gute Chancen, doch erst rutschte Beckmann beim Schuss im Strafraum das Standbein weg (14.), ein weiterer Versuch aus aussichtsreicher Position geriet zu zentral (18.). Effektiver war Petzelberger, die mit einem platzierten Flachschuss aus 14 Metern nach Vorarbeit von Beckmann für die Führung sorgte. Die DFB-Elf schien das Spiel in der Folge im Griff zu haben, doch wie aus dem Nichts fiel der Ausgleich: Cora Canetta tankte sich kraftvoll bis zum Strafraum durch und verwertete sehenswert aus 17 Metern zum glücklichen Ausgleich.

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Finale mit der U19: Trainerin Maren Meinert (li.) und Assistentin Bettina Wiegmann © Nora Kruse, ff-archiv.de

Ausgleich aus dem Nichts
Doch kurz nach dem Seitenwechsel ging Deutschland wieder in Führung: Bei einem Freistoß von Petzelberger schlief die Schweizer Abwehr, Beckmann spritzte in die Hereingabe und drückte den Ball ins Netz.

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Mangelnde Chancenverwertung
Danach versäumte es das deutsche Team frühzeitig für die Entscheidung zu sorgen, erneut Beckmann nach tollem Schuss von Petzelberger (59.) und die Bad Neuenahrerin selbst nach Flanke von Anja Hegenauer (77.) vergaben beste Chancen.

Mustergültiger Konter
Das hätte sich fast gerächt, denn erst hämmerte Lia Wälti einen Freistoß an die Latte (80.) dann hatte die eingewechselte Gwendoline Fai eine weitere gute Chance (83.). Doch bei einem perfekt vorgetragenen Konter über Carolin Simon und Ivana Rudelic sorgte Lotzen für die Entscheidung (84.).

Wiedersehen mit Norwegen
Am Samstag trifft das Team nun im Finale (ab 20.30 Uhr live auf Eurosport 2) in einer Neuauflage des ersten Gruppenspiels auf Norwegen, das sich im zweiten Halbfinale mit 3:2 (1:1) gegen Gastgeber Italien durchsetzte. Die zweimalige norwegische Führung durch Melissa Bjånesoy (12.) und Ada Hegerberg (48.) glich Italien durch Elisa Lecce (22.) und Katia Coppola (49.) aus, doch die eingewechselte Caroline Hansen sorgte in Bellaria für die Entscheidung (65.).

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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

15 Kommentare »

  • Toni sagt:

    Glückwunsch an die deutschen Damen, tolle Leistung! Daumen drücken am Samstag !!!

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  • laasee sagt:

    Thumbs up for Saturday.

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Gratulation zum Finaleinzug – ja, aber gleich von einer tollen Leistung schreiben – nein (und die Damen waren´s auch nicht)! Aber vermutlich hast Du das Spiel gar nicht gesehen, ich aber schon, und das war absolut nichts für schwache Nerven und Herzen.
    Also gilt es abzuwarten, ob die kühlen Norwegerinnen sich für die zuvor erlittene Gruppenspiel-Niederlage eventuell revanchieren können.
    Verkehrt wäre es keinesfalls, wenn es den dt. Mädels gelänge, mehr Ruhe und Zielstrebigkeit ins Spiel zu bringen und sich das (Fussball-)Leben selbst etwas weniger schwer machen!

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  • emmi sagt:

    Vielleicht meinte Toni mit „tolle Leistung“ auch einfach, dass es eine tolle Leistung war das Finale zu erreichen. Und nicht, dass die Leistung im Halbfinale toll war 😉

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  • paule sagt:

    Mehr Ruhe und Präzession im Mittelfeld, Regelkunde über Abseits (teilweise aber auch bedingt duch viel zu späte Abspiele) und natürlich bessere Chancenverwertung, dann kann nichts schiefgehen im Endspiel.

    Hoffnung für die Zukunft, aber leider zu spät für die WM, macht die Abwehr. Die spielen alle einen deutlich besseren Ball als Annike und co. Das wirkte trotz des Gegentores sehr abgeklärt und souverän. Unruhe entstand nur durch die leichtfertigen Ballverluste im Mittelfeld.

    Glückwunsch an das ganze Team und viel Erfolg am Samstag!!!

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  • Lusankya sagt:

    Um nochmal Deutschlands Abschlussschwäche zu verdeutlichen ein paar Zahlen:

    Deutschland 1:1 Wales
    12:2 Torschüsse
    Deutschland 2:0 Türkei
    20:0 Torschüsse
    Deutschland 3:0 Island
    20:0 Torschüsse
    Deutschland 3:1 Norwegen
    13:4 Torschüsse
    Deutschland 1:0 Spanien
    12:2 Torschüsse
    Deutschland 2:1 Niederlande
    30:9 Torschüsse (Dreißig!)
    Deutschland 3:1 Schweiz
    17:5 Torschüsse

    Da sieht man, dass man nur gegen Norwegen die Chancen ganz ordentlich genutzt hat, sonst war das immer eher bescheiden.
    Die Mädchen sollten diese Statistik lieber nicht sehen. 😉
    Ich hoffe im Finale spielt man weiterhin so gut, kreiert weiterhin so viele Chancen und macht die dann einfach mal rein.

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  • Paul sagt:

    Glückwunsch Mädels. 2007 —-da war doch was erst
    U19 Europameister ( mit Schmidt in der Abwehr)
    und dann Weltmeister in China.

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Man(n), hier hebt aber einer gewaltig ab! 😉
    Euphorie sollte zukünftig in kleineren Verpackungen ausgegeben werden, das hier sieht ja nach ganzer Wagenladung aus. 😀

    Mal im Ernst, was willst Du denn dann schreiben, wenn a.) das Finale gewonnen wird bzw. b.) Norwegen gewinnen sollte?
    Noch sind wir ja schliesslich nicht durch, oder?

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  • Toni sagt:

    @ SF
    Ich habe das Spiel gesehen, kann Dir und Paule aber auch zustimmen….

    @emmi
    genau, dass wollte ich eigentlich damit sagen -tolle Leistung, das Finale erreicht zu haben!

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  • Sven sagt:

    Diese Torschussstatistik hat nicht sehr viel mit der Realität zu tun. Besonders wenn man noch die ‚attempts off target‘ einbezieht (wie hier geschehen). Von den verbleibenden 11 Schüssen aufs Tor im Spiel gegen die Schweiz waren einige Pässe zur Schweizer Torhüterin von der Strafraumgrenze und ‚minderwertige‘ Chancen, ein paar Schüsse hat die Torhüterin einfach sehr gut gehalten. Daraus haben die Mädels 3 Tore geschossen. Von daher würde ich sagen, die Chancenverwertung ist okay, eher müssten sie mehr hochwertige Chancen herausspielen.

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  • Lusankya sagt:

    Sven, die Chancen waren sehr gut und auch zahlreich vorhanden. Bei „attempts off target“ ist zum Beispiel Beckmanns Chance aus 2m Entfernung vorm leeren Tor drin. Nur weil ein Schuss am Tor vorbeiging, muss noch lange die Chance nicht schlecht gewesen sein.

    Zusätzlich sieht man an den Torschüssen (egal, ob aufs Tor oder vorbei) immer sehr gut welches Team im allgemeinen das offensivere war und den Ton angegeben hat. Deutschland hat das Spiel kontrolliert und nach vorne gespielt.
    Die Gegner haben hinten den berüchtigten Schweizer Riegel aufgezogen und zwischendurch ein paar lange Bälle auf die einzige Spitze gedroschen.

    Norwegen hat so eine Spielweise bestimmt nicht nötig, aber auch dort kann man den Statistiken und dem Spielbericht entnehmen, dass Deutschland im ersten Gruppenspiel die überlegene Mannschaft war.

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  • Sven sagt:

    Dass die Richtung des finalen Torschusses nichts über die Qualität der Chance aussagt, will ich mal nicht bestreiten, und dass man tendenziell die Spielanteile daran ablesen kann, auch nicht. Trotzdem fand ich das Spiel der deutschen Mannschaft teilweise zu unorganisiert und ideenlos. Das Spiel hat mich an das gegen Nordkorea letztes Jahr bei der U17-WM erinnert. Da stand es am Ende nach Schüssen 16 zu 5 für Deutschland.

    Im anderen Halbfinale hatten im übrigen kurz vor Schluss beide Teams 5+3 Schüsse, zehn Minuten später war das Spiel aus und es stand 8+4 zu 5+3 für Italien.

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  • Lusankya sagt:

    Diese Statistik ist ebenfalls nicht ungewöhnlich. Italien – Norwegen war wohl auf Augenhöhe (oder Fußhöhe, so Fehlerdurchsetzt wie es anscheinend war). Norwegen hat sich nach der 3. Führung zurückgezogen, um das Ergebnis über die Zeit zu retten. Klar, dass da Italien noch einiges an Torschüssen kriegt. Im „Minute By Minute“ Report sieht man, dass Italien die meisten Torschüsse nach dem 2:3 hatte.

    Zum „ideenlosen“ und „unorganisierten“ Spiel der Deutschen: Ideenlos vermutlich nur, wenn man hochkarätige Chancen im Minutentakt erwartet.
    Die Schweiz mag jetzt nicht der beste Gegner sein, aber defensiv recht stabil. Ich denke die Anzahl der guten Chancen war hoch genug. Die Erwartungshaltung an die deutschen Mädchen sollte nicht derart hoch sein, dass man erwartet, dass sie ihren Halbfinalgegner bei einer EM wie San Marino in der Qualifikationsrunde vorführen.

    Das Spiel der Deutschen war auch sehr organisiert. Natürlich gibts da auch immer wieder Ausreißer, wenn z.B Lotzen den Ball viel zu lange hält. Aber der allgemeine Plan war zu erkennen und von einem U-19 Team sehr gut umgesetzt. Ein 4-2-3-1 mit mitspielender Stürmerin wie es auch die Männer spielen. Rolser ist ja leider verletzt weswegen am Anfang Maier auf ihrer Position gespielt hat und Wensing auf die Außen gerückt ist. Es gab frühes Pressing und nach dem Ballgewinn wurde entweder sehr schnell wieder angegriffen oder über die IV der Spielaufbau neu organisiert.

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  • Eurycantha sagt:

    @Lusankya

    Vielen Dank fuer die Statistiken! Leider habe ich meine „verloren“ durch ein Defekt in meinem Computer.

    Meistens fuege ich selber noch hinzu:

    Torfrau Rettungen
    Blokkierte Baelle (koennen auch Chancen gewesen sein)
    Abseits (zu frueh gestartet?/zu spaet gegeben?/beide?)

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  • sitac sagt:

    Gratulation zum 8:1 gegen Norwegen. Fabulous performance sagte der Kommentator auf fromsportCOM.com .
    Speziell der Aspekt Ballannahme und Weiterverarbeitung war heute bei der U19 mMn deutlich besser, als ich es zuletzt bei den Großen beobachten konnte – auch und gerade unbedrängt.

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