DFB-Elf zu stark für Italien

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Die deutsche Frauenfußball-Nationalelf hat ihr zweites von vier Testspielen vor der Frauen-WM im eigenen Land gegen Italien dank einer deutlichen Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit klar gewonnen. Gleich vier Einwechselspielerinnen belebten das deutsche Spiel sichtlich.

In Osnabrück gelang dem Team von Bundestrainerin Silvia Neid vor 12 080 Zuschauern nach Anlaufschwierigkeiten ein 5:0 (1:0)-Erfolg. Ein Eigentor der Italienerin Roberta D’Adda (32.) sowie Treffer von Alexandra Popp (46., 77.), Kim Kulig (63.) und Célia Okoyino da Mbabi (69.) machten den in der Höhe überraschenden Sieg perfekt.

Highlights Deutschland – Italien anschauen

Zu Beginn ohne Bajramaj
Bundestrainerin Silvia Neid nahm in der Anfangsformation gegenüber dem 2:0-Sieg gegen Nordkorea zwei Veränderungen vor: Für die verletzte Verena Faißt spielte Babett Peter auf ihrer angestammten Position als linke Außenverteidigerin, die nach ihrem Muskelfaserriss wiedergenesene Inka Grings stürmte anstellte von Alexandra Popp. Neid verzichtete zunächst auf Fatmire Bajramaj.

Nicht einmal zwei Minuten waren gespielt, da hatte Kim Kulig nach Freistoß von Melanie Behringer die erste Chance des Spiels, doch Italiens Torhüterin Anna Maria Picarelli hielt den Schuss der Mittelfeldspielerin sicher (2.).

Zäher Auftakt
Doch so viel versprechend die Partie begann, so ernüchternd ging es zunächst weiter, denn gegen die kompakten und zweikampfstarken Italienerinnen wollte der DFB-Elf nicht viel gelingen. Ganz im Gegenteil hatten die Italienerinnen die erste hochkarätige Chance des Spiels, doch nach Vorarbeit von Melania Gabbiadini und schöner Ablage von Elisa Camporese scheiterte Patrizia Panico aus 16 Metern an Nadine Angerer, die im Nachfassen hielt (12.).

Prinz trifft Pfosten
Eine abgerutschte Flanke von Simone Laudehr war eines der wenigen deutschen Highlights in der Anfangsviertelstunde. Doch die DFB-Elf biss sich nach und nach in die Partie, Birgit Prinz vergab aus 20 Metern nur knapp (18.). Wenige Minuten später hatte sie Pech, als sie mit einem Aufsetzer nur den Pfosten traf, Inka Grings vergab den Nachschuss (24.).

Führung durch Eigentor
Kim Kulig leitete dann aber die deutsche Führung ein: Ihren Pass nahm Kerstin Garefrekes auf, die in die Mitte auf Grings legte, deren Schuss Picarelli zwar klären konnte, doch der Ball prallte von Roberta D’Adda unglücklich ins eigene Netz zum inzwischen verdienten 1:0 (32.).

Melanie Behringer in einem der zahlreichen Zweikämpfe in Halbzeit eins © Nora Kruse, ff-archiv.de

Pech für Grings
Von Italien war in der Offensive nur wenig zu sehen, ein Drehschuss von Marta Carissimi war eine der wenigen guten Aktionen des Teams von Trainer Pietro Ghedin (44.). Fast wäre die DFB-Elf mit einer Zwei-Tore-Führung in die Pause gegangen, doch Grings traf aus elf Metern nur die Latte – wieder hatten Kulig und Garefrekes die Vorarbeit geleistet (45.).

Einwechselspielerinnen drehen auf
Mit vier frischen Kräften (Lena Goeßling für Saskia Bartusiak, Bajramaj für Behringer, Célia Okoyino da Mbabi für Prinz und Popp für Grings) ging es in die zweite Halbzeit, und es dauerte nur 40 Sekunden, ehe die Torschützenkönigin der U20-WM des Vorjahres jubeln durfte: Nach einer Hereingabe vom rechten Flügel ihrer Duisburger Teamkollegin Simone Laudehr, schoss sie den Ball mit ihrem ersten Ballkontakt ins Netz (46.).

DFB-Elf überrollt Italienerinnen
Es war der Startschuss für ein wahres Offensivfeuerwerk, das die deutsche Mannschaft in der zweiten Halbzeit abbrannte. Nun agierte die DFB-Elf wesentlich druckvoller als in den ersten 45 Minuten, Okoyino da Mbabi hob einen Schuss von der Strafraumgrenze zunächst noch knapp über das Tor (56.). Doch die Dominanz gegen nun überforderte Italienerinnen wurde in weitere Tore umgemünzt.

Kim Kulig (li.) und Alexandra Popp
Kim Kulig (li.) und Alexandra Popp waren zwei der stärksten im Spiel gegen Italien © Nora Kruse / ff-archiv.de

Schöne Tore
Kulig krönte mit kraftvollem Einsatz ihre starke Leistung nach Doppelpass mit Popp zum 3:0 (63.). Okoyino da Mbabi trug sich wie schon gegen Nordkorea in die Torschützenliste ein, als sie einen Konter mustergültig abschloss (69.). Und es war erneut Popp, die mit einer tollen Direktabnahme den fünften deutschen Treffer erzielte (77.).

Rekordsieg eingestellt
Auch in der Schlussphase ließ die DFB-Elf nicht nach, Martina Müllers Schuss klärte Picarelli per Fuß (78.). Und die Wolfsburgerin hätte fast das halbe Dutzend voll gemacht, scheiterte aber knapp (84.), so dass es beim 5:0-Erfolg blieb, womit im 26. Spiel gegen Italien der bisher höchste Sieg egalisiert wurde. 2006 hatte die DFB-Elf in Krefeld die Italienerinnen ebenfalls mit 5:0 bezwungen.

Deutschland – Italien 5:0 (1:0)

Deutschland: Angerer, Bresonik, Bartusiak (46. Goeßling), Krahn, Peter, Laudehr, Kulig (67. Hingst), Garefrekes (67. Müller), Prinz (46. Okoyino da Mbabi), Behringer (46. Bajramaj) Grings (46. Popp)

Italien: Picarelli, D’Adda, Tona, Neboli, Gama (72. Guagni), Carissimi, Gabbiadini, Tuttino, Domenichetti, Camporese (59. Pini/85. Parisi), Panico (63. Sabatino)

Tore: 1:0 D’Adda (32. Eigentor), 2:0 Popp (46.), 3:0 Kulig (62.), 4:0 Okoyino da Mbabi (69.), 5:0 Popp (77.)

Gelbe Karten: Gama, Tuttino

Schiedsrichterin: Alexandra Ihringova (England)

Zuschauer: 12 080

Letzte Aktualisierung am 13.11.2019 / * = Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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Ralf
Ralf

Grazie! 🙂

NCB
NCB

Ein ganz klares Plus für Popp, Celia, Bajramaj und Kulig. Haben sehr gut aufgedreht und Italien den Zahn gezogen. Minus dagegen für Krahn (einfach nicht mehr die Alte), Grings (zu torungefährlich), Garefrekes und Behringer…

Ralf
Ralf

@NCB

Kennst Du den Nachnamen von Celia immer noch nicht?

waiiy
waiiy

46. Minute:

– Auswechslung: Erfahrung
– Einwechslung: Schnelligkeit u. Siegeswille 🙂

Oder: Woran erkennt man eine richtig gute deutsche Nationalspielerin? Sie trägt eine zweistellige Rückennummer (Ausnahme: Babett Peter). 😉

waiiy

Michele
Michele

@NCB
Lira hat ja wie eine Rakete gespielt. Das war natürlich ein großes Plus.

NCB
NCB

Lira hat auch den Spielfluss belebt. Besser als Behringer auf alle Fälle, bis auf zwei Flanken kam von der nix.

fribu
fribu

@NCB

Könnte es sein, daß Sie nicht bemerkt haben, daß die italienische Mannschaft der 2. Halbzeit nur noch ein Schatten der Mannschaft aus der 1. Halbzeit war?
In der 1. Halbzeit hätten Popp, Celia, Lira & Kulig wahrscheinlich auch kein Tor hinbekommen.
Insofern waren ALLE Spielerinnen super, mit Abstrichen Krahn & Behringer (da haben sie recht).

Michele
Michele

@NCB
Bei Celia, Poppi und Kulig, gebe ich dir Recht. Aber welches Spiel hast du heute von Lira gesehen? Das selbe wie ich? Ich habe eine schwache Lira beobachtet. Dieses ganze Bajramaj Gequatsche verunsichert sie sehr.

Aligator
Aligator

Nach diesem Spiel spricht einiges für eine Startformation mit Laudehr, Kulig auf der 6, Popp und Celia offensiv sowie Goeßling hinten. Letztere hat mehr Ruhe und eine bessere Spieleröffnung als die Innenverteidigerpaarung in der ersten Hälfte. Gut gefallen haben mir beide Außenverteidiger, besonders in der zweiten Halbzeit.

Marcel
Marcel

@fribu

Alles schön und gut aber wer den Unterschied vor allem im Tempo und der Spielübersicht nicht gesehen hat muss wohln anderes Spiel gesehen haben.

Für mich gehört Popp als gesetzt wenn die Bundestrainerin immer noch nicht ins grübeln kommt… tja dann weiss ich auch nicht.

NCB
NCB

@fribu: Könnte es auch sein, dass die deutsche Mannschaft der 1. Halbzeit nur ein Schatten der deutschen Mannschaft der 2. Halbzeit war? Popp hat nur 60 Sekunden nach dem Anpfiff das 2:0 geschossen, da war das noch überhaupt nicht abzusehen. @Michele: Was erwartest du von Bajramaj? Muss sie jedes Spiel die Beste sein? Sie hatte nicht die riesigen Torchancen, sie wurde aber auch nicht wirklich ins Spiel einbezogen. Das was sie gemacht hat, hat sie wie gewohnt sehr gut gemacht, sie hatte keine Torchancen, ja, aber sie hat auch keine vergeben. Sie hat ein sehr gutes Spiel auf ihrer Seite… Weiterlesen »

Ralf
Ralf

@NCB

Forza, … was für ein Geschwafel!

fribu
fribu

@NCB: Die deutsche Mannschaft hat aus meiner subjektiven Sicht trotz der Wechsel 90 Minuten bruchlos gut gespielt. Und das 2:0 war gerade der Auslöser für den italienischen Einbruch in der 2.Halbzeit.
Wir werden da aber nicht zu einer gemeinsamen Ansicht finden, es ist eine Systemfrage: Erfahrung oder Jugend? Ich bevorzuge ersteres. Denn vor 80.000 Leuten ins Turnier starten ist was anderes als ein Sommerspiel in Klein-Osna.

Paul
Paul

Heute hat die Mischung in der Startelf gefehlt.
Vielleicht erkennen wir sie im dritten Spiel.
Notizen sind ja gemacht wurden.
Wenn Qualtität mit etwas Erfahrung gemischt wird– dann haben wir eine ganz starke erste Elf ——– bin ich mir sicher:)

NCB
NCB

Genau Paul (der Krake), das sehe ich auch so. Hättest du das mal vor dem Spiel schon gesagt, dann wären wir heute mit mehr Elan in das Spiel gestartet. Es fehlte vor allem die Spritzigkeit über außen, da sehe ich Celia und Bajramaj als Jugend vorne, während Grings und Prinz vorne für Unruhe sorgen. Auf der Doppel-6 wäre ich dann allerdings für mehr Erfahrung, Kulig musste mir heute zuviel nach hinten arbeiten in der 1. Halbzeit, weil Laudehr zu oft auf die Flügel gegangen ist. Da wäre mir eine Hingst als Defensivabsicherung lieber, gerade wenn man heute Kuligs Offensivstärken gesehen… Weiterlesen »

Ralf
Ralf

@NCB

Beratungsresistent? 🙂

Schenschtschina Futbolista
Schenschtschina Futbolista

Lira zeigt schon seit einigen Spielen nix Gescheites mehr, wirkt irgendwie überspielt, und wenn sie´s erzwingen will, geht´s erst recht daneben!

In meiner Erinnerung ist da eigentlich nur das Auswärtsspiel in Bad Neuenahr hängengeblieben, wo sie trotz heftigst bandagiertem Oberschenkel 4 Tore erzielte…

Paul
Paul

Ich habe gerade in der Statistik Euro 2009 (Endspiel)nachgeschaut.
Die selbe Aufstellung hatten wir heute.
Wo bleitbt das Testen um die Startelf für die WM 2011 zu finden
(die richtige Mischung mit neuen Talente bzw. gereiften Talenten)
fehlt da der Mut?

waiiy
waiiy

Ich habe Lira auch nicht so stark gesehen. Aber das lag meines Erachtens ganz stark daran, dass Babett in der 2. Halbzeit richtig Betrieb gemacht hat auf der linken Seite. Da haben die Beiden gut harmoniert und Lira nicht allein so gestrahlt, als wenn Babett defensiv geblieben wäre. Ansonsten bin ich auch fest der Meinung, dass die Formation der 2. Hälfte die Italienerinnen auch in der 1. Hälfte auseinander genommen hätte. Sie haben das Spiel halt nicht verwaltet, sondern waren torhungrig. Und wer behauptet, dass Alex Popp keine Stürmerin ist und keine Durschlagskraft hat, der hat wohl heute etwas anderes… Weiterlesen »

Pele
Pele

@Markus
Gib’s zu, es nervt Dich genauso!