Chronik 2007 — 2019 8451 Beiträge 513 Transfers145 Vereine 540 Profile
WomenSoccer

2011

DFB-Elf zu stark für Italien

Die deutsche Frauenfußball-Nationalelf hat ihr zweites von vier Testspielen vor der Frauen-WM im eigenen Land gegen Italien dank einer deutlichen Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit klar gewonnen. Gleich vier Einwechselspielerinnen belebten das deutsche Spiel sichtlich.

In Osnabrück gelang dem Team von Bundestrainerin Silvia Neid vor 12 080 Zuschauern nach Anlaufschwierigkeiten ein 5:0 (1:0)-Erfolg. Ein Eigentor der Italienerin Roberta D’Adda (32.) sowie Treffer von Alexandra Popp (46., 77.), Kim Kulig (63.) und Célia Okoyino da Mbabi (69.) machten den in der Höhe überraschenden Sieg perfekt.

Highlights Deutschland – Italien anschauen

Zu Beginn ohne Bajramaj Bundestrainerin Silvia Neid nahm in der Anfangsformation gegenüber dem 2:0-Sieg gegen Nordkorea zwei Veränderungen vor: Für die verletzte Verena Faißt spielte Babett Peter auf ihrer angestammten Position als linke Außenverteidigerin, die nach ihrem Muskelfaserriss wiedergenesene Inka Grings stürmte anstellte von Alexandra Popp. Neid verzichtete zunächst auf Fatmire Bajramaj.

Nicht einmal zwei Minuten waren gespielt, da hatte Kim Kulig nach Freistoß von Melanie Behringer die erste Chance des Spiels, doch Italiens Torhüterin Anna Maria Picarelli hielt den Schuss der Mittelfeldspielerin sicher (2.).

Zäher Auftakt Doch so viel versprechend die Partie begann, so ernüchternd ging es zunächst weiter, denn gegen die kompakten und zweikampfstarken Italienerinnen wollte der DFB-Elf nicht viel gelingen. Ganz im Gegenteil hatten die Italienerinnen die erste hochkarätige Chance des Spiels, doch nach Vorarbeit von Melania Gabbiadini und schöner Ablage von Elisa Camporese scheiterte Patrizia Panico aus 16 Metern an Nadine Angerer, die im Nachfassen hielt (12.).

Prinz trifft Pfosten Eine abgerutschte Flanke von Simone Laudehr war eines der wenigen deutschen Highlights in der Anfangsviertelstunde. Doch die DFB-Elf biss sich nach und nach in die Partie, Birgit Prinz vergab aus 20 Metern nur knapp (18.). Wenige Minuten später hatte sie Pech, als sie mit einem Aufsetzer nur den Pfosten traf, Inka Grings vergab den Nachschuss (24.).

Führung durch Eigentor Kim Kulig leitete dann aber die deutsche Führung ein: Ihren Pass nahm Kerstin Garefrekes auf, die in die Mitte auf Grings legte, deren Schuss Picarelli zwar klären konnte, doch der Ball prallte von Roberta D’Adda unglücklich ins eigene Netz zum inzwischen verdienten 1:0 (32.).

Pech für Grings Von Italien war in der Offensive nur wenig zu sehen, ein Drehschuss von Marta Carissimi war eine der wenigen guten Aktionen des Teams von Trainer Pietro Ghedin (44.). Fast wäre die DFB-Elf mit einer Zwei-Tore-Führung in die Pause gegangen, doch Grings traf aus elf Metern nur die Latte – wieder hatten Kulig und Garefrekes die Vorarbeit geleistet (45.).

Einwechselspielerinnen drehen auf Mit vier frischen Kräften (Lena Goeßling für Saskia Bartusiak, Bajramaj für Behringer, Célia Okoyino da Mbabi für Prinz und Popp für Grings) ging es in die zweite Halbzeit, und es dauerte nur 40 Sekunden, ehe die Torschützenkönigin der U20-WM des Vorjahres jubeln durfte: Nach einer Hereingabe vom rechten Flügel ihrer Duisburger Teamkollegin Simone Laudehr, schoss sie den Ball mit ihrem ersten Ballkontakt ins Netz (46.).

DFB-Elf überrollt Italienerinnen Es war der Startschuss für ein wahres Offensivfeuerwerk, das die deutsche Mannschaft in der zweiten Halbzeit abbrannte. Nun agierte die DFB-Elf wesentlich druckvoller als in den ersten 45 Minuten, Okoyino da Mbabi hob einen Schuss von der Strafraumgrenze zunächst noch knapp über das Tor (56.). Doch die Dominanz gegen nun überforderte Italienerinnen wurde in weitere Tore umgemünzt.

Schöne Tore Kulig krönte mit kraftvollem Einsatz ihre starke Leistung nach Doppelpass mit Popp zum 3:0 (63.). Okoyino da Mbabi trug sich wie schon gegen Nordkorea in die Torschützenliste ein, als sie einen Konter mustergültig abschloss (69.). Und es war erneut Popp, die mit einer tollen Direktabnahme den fünften deutschen Treffer erzielte (77.).

Rekordsieg eingestellt Auch in der Schlussphase ließ die DFB-Elf nicht nach, Martina Müllers Schuss klärte Picarelli per Fuß (78.). Und die Wolfsburgerin hätte fast das halbe Dutzend voll gemacht, scheiterte aber knapp (84.), so dass es beim 5:0-Erfolg blieb, womit im 26. Spiel gegen Italien der bisher höchste Sieg egalisiert wurde. 2006 hatte die DFB-Elf in Krefeld die Italienerinnen ebenfalls mit 5:0 bezwungen.

Deutschland – Italien 5:0 (1:0)

Deutschland: Angerer, Bresonik, Bartusiak (46. Goeßling), Krahn, Peter, Laudehr, Kulig (67. Hingst), Garefrekes (67. Müller), Prinz (46. Okoyino da Mbabi), Behringer (46. Bajramaj) Grings (46. Popp)

Italien: Picarelli, D’Adda, Tona, Neboli, Gama (72. Guagni), Carissimi, Gabbiadini, Tuttino, Domenichetti, Camporese (59. Pini/85. Parisi), Panico (63. Sabatino)

Tore: 1:0 D’Adda (32. Eigentor), 2:0 Popp (46.), 3:0 Kulig (62.), 4:0 Okoyino da Mbabi (69.), 5:0 Popp (77.)

Gelbe Karten: Gama, Tuttino