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2011

Turbine will das Craven Cottage rocken

Heute Abend steigt in London das Champions-League-Finale zwischen dem 1. FFC Turbine Potsdam und Olympique Lyonnais (ab 21.00 Uhr in ZDF und Eurosport). Turbine-Trainer Bernd Schröder lobt den Gegner, hat aber zwei Vorteile für sein Team ausgemacht.

Am Vorabend der Neuauflage des Vorjahresfinales verlieh die Abendsonne dem altehrwürdigen Stadion Craven Cottage eine ganz besondere Atmosphäre, von der direkt am Stadion vorbeifließenden Themse wehte eine leichte Brise herüber. „So ein Stadion haben wir nicht in Deutschland. Schon beim Betreten spürt man diese Tradition, wer das im Fernsehen sieht, das ist der Hammer“, so Turbine-Kapitänin Jennifer Zietz voller Ehrfurcht .

Zietz: “Sind gut drauf” Nach einer wegen der Frauen-WM stark verkürzten Bundesligasaison mit dem neuerlichen Meistertitel und dem verloren gegangenen DFB-Pokalfinale ist das Champions-League-Finale der absolute Saisonhöhepunkt. „Wir freuen uns, dass das Warten endlich ein Ende hat“, so Zietz. „Lyon wird uns alles abfordern, aber wir sind gut drauf.“

Schokoladenseite zeigen Die Leistung der Turbine-Elf in dieser Saison glich oft einer Achterbahnfahrt, das Stichwort Wundertüte machte die Runde, doch heute Abend will sich das Team bei der Abschiedsvorstellung von Fatmire Bajramaj und Josephine Henning wieder einmal von seiner Schokoladenseite zeigen. „Ich bin topfit und werde meine beste Leistung abrufen können“, so die Kapitänin, die mit ihrem Team ihr 41. Vereinsspiel auf europäischer Ebene bestreiten wird und somit bei allen internationalen Spielen ihres Vereins auf dem Platz stand. Doch der französische Meister wird Turbine alles abverlangen. „Man darf ihnen keinen Raum geben, sonst gerät man schnell in Rückstand“, erklärte Viola Odebrecht auf der Pressekonferenz. „Sie sind schnell, pass- und ballsicher und haben viele internationale Stars, die man im Frauenfußball kennt. Das ist eines der stärksten Teams in Europa.“

Beide Teams stärker als vor einem Jahr Trainer Bernd Schröder ist überzeugt, dass die Fans im Stadion und an den TV-Schirmen eine begeisternde Partie sehen werden. „Wir sind stärker geworden und Lyon ist noch wesentlich stärker geworden. Ich hoffe, dass die beiden Teams die Zuschauer mit dieser Qualitätssteigerung begeistern können.“ Mit einem neuerlichen Titelgewinn nach 2005 und 2010 würde Turbine den 1. FFC Frankfurt einholen, der bisher drei europäische Titel gewann. Der würde im Londoner Hard Rock Cafe am Hyde Park gefeiert werden.

Entwarnung bei Nagasato Er hat zwei Faktoren ausgemacht, die Turbine einen kleinen Vorteil verschaffen könnten. „Ich denke, wir wissen mehr über die Spielerinnen Lyons, als umgekehrt. Denn wir sind teilweise unberechenbarer, Lyon ist in seiner Art durchaus berechenbar. Und wir sind auf die körperbetonte Spielweise besser vorbereitet als im letzten Jahr. Ob das reicht, wird man sehen.“

Entwarnung gab Schröder für die Japanerin Yuki Nagasato. Die hatte sich bei der 0:2-Niederlage Japans im ersten Testspiel gegen die USA vor knapp zwei Wochen eine Knieverletzung zugezogen. „Sie wird spielen, wenn nichts dazwischen kommt. Ihre Mentalität ist prädestiniert, ein Spiel mit kleinerer oder größerer Blessur zu bestreiten. Sie ist sicherlich nicht so gehemmt, wie es vielleicht andere Spielerinnen wären.“

Überraschender Einsatz von Stensland? Gespannt sein darf man, ob bei Lyon Ingvild Stensland Einsatzzeit erhält. Denn die norwegische Mittelfeldspielerin bestritt das Abschlusstraining ihrer Elf in vollem Umfang mit. Allerdings hat sie seit Dezember kein Spiel bestritten, im Februar wurde sie am Rücken operiert. Ob Trainer Patrice Lair in diesem so wichtigen Spiel dieses Wagnis eingehen wird, bleibt abzuwarten. Doch zumindest ein Kurzeinsatz wäre bei entsprechendem Spielverlauf denkbar.

Schelin: “Haben die Spiele gewonnen, weil wir so gut waren” Im Lager der Französinnen ist man ob mit oder ohne Stensland von der eigenen Stärke überzeugt und glaubt, dass die mangelnde Konkurrenz in der eigenen Liga kein Nachteil ist. Topstürmerin Lotta Schelin erklärt: „Das ist doch normal und überall so, dass es Teams gibt, die ein bisschen weniger gut sind. Aber wir haben diese Saison gezeigt, dass wir uns auf alle Spiele gleichermaßen konzentrieren können. Wir haben die Spiele gewonnen, weil wir so gut waren, nicht weil die anderen so schlecht waren.“