Jähes Ende für HSV II – Relegationsspiele entfallen

Von am 4. Mai 2011 – 18.04 Uhr 36 Kommentare

Der Hamburger SV hat nur einen Tag nach der gewonnenen Meisterschaft die Bewerbung seiner 2. Mannschaft für den Spielbetrieb in der 2. Frauen-Bundesliga 2011/2012 zurückgezogen und steht somit als fünfter Absteiger in die Regionalliga fest.

Gemäß §48 der DFB-Spielordnung rückt der HSV II somit ans Ende der Tabelle der 2. Frauenfußball-Bundesliga Nord.

Keine Relegationsspiele
Dadurch entfallen die beiden geplanten Relegationsspiele um den Klassenverbleib in der 2. Frauen-Bundesliga, zwischen den beiden drittletzten Vereinen der 2. Bundesliga Nord und 2. Bundesliga Süd: Der BV Cloppenburg und der FV Löchgau haben somit den Klassenerhalt sicher.

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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

36 Kommentare »

  • bneidror sagt:

    Also das die Entscheidung die Mannschaft abzumelden mehr als fragwürdig ist steht außer Frage. Aber deshalb gleich einen Abgesang auf den Frauenfussball insgesamt bzw. auf den HSV anzustimmen finde ich dann doch ein wenig übertrieben. Das die Männervereine im Sparzwang zu äußerst unpopulären Mitteln greifen ist nicht neu, betrifft aber neben Einsparungen am Frauenfussball auch gern einmal Kündigungen von Mitarbeitern oder dem Auflösen von ganzen Abteilungen. Im Falle des Falles wird tatsächlich an noch so kleinen Kostenverursachern gespart um auch jeden Cent dem Aushängeschild, also der Profimannschaft, zukommen zu lassen. So ist halt nun mal das Geschäft.

    Nun meldet der HSV seine zweite Frauenleistungsmannschaft ab. Die zukünftige zweite Mannschaft ist dann immerhin noch immer drittklassig. Was sich in Hamburg oder auch in Köln in Zukunft ergibt kann keiner sagen, und alles andere ist pure Glaskugelei.

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  • Detlef sagt:

    Alle Vorschreiber haben es schon geschildert, eine RIESENKATASTROPHE!!!
    Hamburg war die Überraschungsmannschaft in Liga 1, und die Überflieger in Liga 2!!!
    Das jetzt der Meister der Liga-Nord aufgelöst wird, ist wohl ein unfassbares Ereignis, daß es sicher noch nie gegeben hat!!!

    Und da die Erste vom HSV nun keinen würdigen Unterbau mehr hat, und weitere Verstärkungen durch die „Sparzwänge“ eher unwahrscheinlich sind, dürften die Rothosen bald wieder gegen den Abstieg spielen!!!
    Oh LOUI, das hast Du nicht verdient!!!

    Nach dem Kasperletheater aus Duisburg und Jena, kommt nun der HSV noch mit einer Steigerung!!!

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  • Fee sagt:

    „Und da die Erste vom HSV nun keinen würdigen Unterbau mehr hat“

    Das ist natürlich Unsinn, nicht jeder Erstligst ist mit seiner 2. Mannschaft in der 2. Liga vertreten und überlebt trotzdem.

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  • fhansche sagt:

    Ich denke die Entscheidung wie man mit der Budgetkürzung umgeht ist vollkommen richtig getroffen. Alternativen wären gewesen die 1. noch drastischer zu Beschneiden oder den Unterbau im Leistungsbereich komplett aufzugeben. Großer Kritikpunkt ist doch die Budgetkürzung insbesondere dessen Ausmaß und die daraus zu ziehenden Konsequenzen.

    Was die meisten hier so enttäuscht ist sicher, dass der HSV mit seinen recht erfolgreichen Damenteams auch als Förderer des FF verstanden wurde.

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  • Fuxi sagt:

    Fee, Du vergisst, dass der Norden in Sachen Frauen- und Mädchenfußball vergleichsweise strukturschwach ist. Hast Du Dich nie gefragt, warum es nur zwei Nordclubs in der 1. Bundesliga gibt, warum Wolfsburg seine Spielerinnen schwerpunktmäßig in Potsdam, im Süden/Südwesten und im Ausland einkauft? Warum der HSV eher im Süden einkauft (Crnogorcevic, Kulig, Höß, Simon – relativ südlich -, Lahr)? Umso wichtiger wäre es gewesen, den eigenen Nachwuchs eine Entwicklungsmöglichkeit zu geben, dass sie über die Stufen Regionalliga und zweite Bundesliga nach ganz oben kommen könnten.

    Abgesehen davon ist die Regionalliga Nord nicht mit dem Westen vergleichbar. Guck Dir den BV Cloppenburg an, als RL-Nord-Meister der Vorsaison. Ohne jemandem zu nahe treten zu wollen, gehe ich davon aus, dass Mellendorf nächste Saison genau so sang- und klanglos absteigt wie Holstein Kiel dieses Jahr. Im Norden ist der Schritt von der Regionalliga in die Bundesliga weitaus größer als etwa im Westen oder Süden. Zumal sich Achim Feifel ohnehin schwer tut mit Spielerinnen aus Mannschaften unterhalb der eigenen – siehe Kathrin Patzke, die an Feifel trotz ihrer 47 Tore in zwei Jahren verzweifelt ist und deswegen nächste Saison in Leipzig spielt.

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  • susifan sagt:

    So viel zum Thema die Zukunft des Frauenfussballs wird bei den Männer-Profivereinen liegen. War noch vor gar nicht langer Zeit die Meinung von vielen… Entweder wir Frauen schaffen es selbst, oder gar nicht!
    Was wollen diese Vereine denn eigentlich? Der HSV war die Überaschung der ersten liga dazu die Meisterschaft der Zweiten, viel mehr geht doch gar nicht. Ich fürchte ja, das mit wenigen Ausnahmen wie Frankfurt und Potsdam (Duisburg zähl ich schon gar nicht mehr mit)am ende nicht viel professionelles Arbeiten übrig bleibt. Der Rest hängt zwischen mangelnder Finanzierung, zu wenig Interesse und zu wenig Nachwuchs oder totaler Unprofessionalität/Unfähigkeit wie z.B. in Jena. Dann lieber beim Amateurfussball auf gutem Niveau bleiben, da steht wenigstens der Sport im Vordergrund…

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  • Detlef sagt:

    @Fee,
    Achso,ist das wirklich Unsinn???

    Der HSV knappst schon seit vielen Jahren mit dem Geld umeinander!!!
    Daher können die sich keine fertigen Spielerinnen auf dem Markt kaufen!!!
    Was bleibt also anderes übrig, als sich die Talente selber auszubilden!!!

    Daher war die zweite Mannschaft für die Rothosen sehr wichtig, ich würde sogar behaupten überlebenswichtig!!!

    Jetzt wäre der richtige Zeitpunkt gewesen, sich im Mittelfeld der ersten Liga richtig zu etablieren, und in zwei-drei Jahren hätte man vielleicht auch noch weiter denken können!!!

    Vor dem Hintergrund ständig knapper Kassen, können die Leistungen von erstem- und zweitem Team gar nicht hoch genug bewertet werden!!!

    Vergleicht man dazu zB die Anstrengungen vom VfL Wolfsburg, und vergleicht Aufwand und Nutzen/Tabellenplatz, so wird sehr schnell klar, wie effektiv bei den Hanseatinnen gewirtschaftet wurde!!!
    Und das nun ausgerechnet ihnen der Geldhahn zugedreht wird, grenzt eigentlich schon an Perversion!!!

    @Fuxi,
    Wenn ich richtig überlege, hat Kathrin Patzke schon in Liga Eins gekickt, und ist dann aus beruflichen Gründen in Liga Zwei gewechselt!!!
    Ist das so, oder bin ich falsch informiert???

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  • Fuxi sagt:

    @Detlef
    Mein Kenntnisstand: es war eine Melange aus Verletzungspech (sie war über ein halbes Jahr verletzt, kam danach nicht mehr in die Spur) und auch beruflichen Gründen. In den letzten Jahren allerdings hat sie ernsthaft wieder in die Erste zu kommen versucht.

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  • herfoRDer sagt:

    Mal was ganz anderes: wenn der HSV ans Ende der Tabelle der zweiten Liga rückt, hätte dann nicht TeBe als Drittletzter ein Recht auf die Relegation?

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  • pinkpanther sagt:

    Die Frage habe ich mir auch schon gestellt, ob TB sich nicht über die Relegation noch qualifizieren kann. Weiß hier jemand, warum dem nicht so ist?

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  • Markus Juchem sagt:

    Das sieht die DFB-Spielordnung einfach nicht vor, siehe §48:

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  • timmy sagt:

    Behält Hamburg denn den Meistertitel?

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  • bneidror sagt:

    Ich glaube man darf sich das nicht zu plastisch vorstellen. Sie sind natürlich der Meister dieser Saison, melden ihre Mannschaft zur neuen Saison einfach nicht mehr an. Der einzige Grund und deshalb nicht wirklich kritisierbar, wieso der Zeitpunkt der Meldung so ungünstig einen Tag nach der gefeierten Meisterschaft gewählt wurde, liegt wohl allein daran begründet dem DFB zu ermöglichen die Relegationsspiele zu streichen.

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  • Der Hamburger sagt:

    Schön, dass sich hier im Blog auch einige HSV-Fans zu Wort melden. Ich muss mich der Kritik und pessimistischen Einschätzung von Detlef anschließen. Der „Rotstift“ und die „radikalen Einsparungen beim HSV-Frauenfußball“ (Hamburger Abendblatt) sind existenzgefährend, ein Schlag ins Gesicht der Spielerinnen, Trainer und Fans und ein völlig falsches Signal im WM-Jahr und nach der erfolgreichsten Saison der Vereinsgeschichte der HSV-Frauen. Die HSV-Frauen sind ein „Ausbildungsverein“ (Achim Feifel), die auf den Unterbau der zweiten Mannschaft in der 2. Bundesliga angewiesen sind. Dort kommt immerhin auch ein sehr junges Talent wie Nina Brüggemann zum Einsatz oder auch Spielerinnen wie Imke Wübbenhorst, die zwischen erster und zweiter Mannschaft pendeln. Rekonvaleszentinnen konnten sich dort Spielpraxis holen und wieder langsam an die erste Liga herangeführt werden.
    Die Auswirkungen der Sparmaßnahme sind bereits spürbar. Heute bestreitet die junge und sehr starke Schwedin Antonia Göransson ihr letztes Spiel für den HSV. Damit werden alle drei starken Offensivspielerinnen dieser Saison, nämlich Kim, Ana und Antonia den HSV verlassen. Hinzu kommt, dass auch Nicole Zweigler nicht beim HSN bleiben wird. Die Zukunftsaussichten sind düster; ab sofort zählt der HSV zu den Abstiegskandidaten für die nächste Saison. Insbesondere Loui tut mir leid , die ich Achim und Christian Lenz im persönlichen Gespräch als Neuverpflichtung für den HSV empfohlen hatte. Aber wer konnte schon mit einer solcher Maßnahme rechnen, die Ignoranz und Verachtung gegenüber dem Frauenfußball ausdrückt.

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Unter den gen. Aspekten kann man Loui nur empfehlen, alles daranzusetzen, dass der Vertrag anulliert wird, denn so kommt sie vom Regen in die Traufe! 🙁

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  • PROBIERSMALMIT... sagt:

    Wenn man mal die finanziellen Aspekte weglässt, könnte sie sich wieder in den Vordergrund spielen. Denn nach dem Weggang der Leistungsträger Kulig,Ana,Zweigler und Lahr werden ihre Fähigkeiten besser zusehen sein als in Potsdam.

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