Teamporträt USA

25

Der Weltranglistenerste USA gilt als einer der Topfavoriten auf den Gewinn der Frauenfußball-WM 2011 – daran können auch die erst spät erfolgte WM-Qualifikation sowie einige Niederlagen nichts ändern.

Bei der CONCACAF-Meisterschaft kassierte das Team von Trainerin Pia Sundhage im vergangenen Herbst einen sensationelle 1:2-Niederlage im Halbfinale gegen Gastgeber Mexiko, erst über zwei hart erkämpfte 1:0-Siege gegen Italien in den Play-offs konnte das Ticket für das Turnier in Deutschland gelöst werden.

Topbilanz bei Weltmeisterschaften
1999 holte das Team zum bisher letzten Mal den WM-Titel, doch in diesem Jahr will man nach 12-jähriger Abstinenz die Trophäe wieder in die Staaten holen. Bisher nahmen die USA an allen Weltmeisterschaften teil, zweimal gewann man das Turnier (1991, 1999), bei allen anderen Weltmeisterschaften belegte das Team den dritten Platz (1995, 2003, 2007). Auf eine derart prachtvolle Bilanz kann kein anderes Team blicken.

Schwere Gruppe
Doch auf dem Weg zum dritten Titelgewinn gilt es hohe Hürden zu nehmen. Denn in Gruppe C muss sich das Team mit Schweden, Nordkorea und WM-Neuling Kolumbien auseinandersetzen. Bereits vor vier Jahren in China bekamen die Amerikanerinnen beim 2:2 im Auftaktspiel gegen Nordkorea die Stärke der Asiatinnen zu spüren, gegen Schweden setzte es Anfang 2011 eine 1:2-Niederlage beim Vier-Nationen-Turnier in China. Das Team wird also von Beginn an hellwach sein müssen, um die hoch gesteckten Ziele zu erreichen. Zudem hofft man mit einem Titelgewinn auch der Profiliga WPS im eigenen Land neuen Schwung verleihen zu können.

Abby Wambach
Will auch in Deutschland jubeln: Abby Wambach © Nora Kruse / ff-archiv.de

Ausgeglichener Kader
Es gibt eine ganze Reihe Schlüsselspielerinnen im Team, allen voran Stürmerin Abby Wambach, auf deren Torinstinkt die Hoffnungen der Amerikanerinnen ruhen. Die hoch gewachsene, 1,80 Meter große Stürmerin, gilt seit ihrem Debüt im Nationaldress 2001 als eine der weltweit gefährlichsten Stürmerinnen. Und auch im Tor rechnet man Hope Solo zu den Besten ihrer Zunft, auch wenn sie eine Schulteroperation vor der WM für einige Monate zu einer Pause zwang, zuletzt gab sie eine Halbzeit lang ihr Comeback bei der 1:2-Niederlage in England. Der US-Kader verfügt zudem über reichlich Erfahrung, allen voran Verteidigerin Christie Rampone, die seit ihrem Nationalmannschaftsdebüt 1997 bereits über 230 Spiele bestritt.

Schwedische Routine auf der Trainerbank
Neben einem ausgeglichen besetzten Kader verfügt das Team auch über eine routinierte Trainerin. Die 146-fache Nationalspielerin Pia Sundhage bestritt 1991 und 1995 selbst zwei Weltmeisterschaften, 2003 führte die 51-Jährige in der damaligen US-Profiliga WUSA die Boston Breakers zum Titel. Von Greg Ryan übernahm sie Anfang 2008 den Trainerposten, nachdem sie zuvor als Assistentrainerin von Marika Domanski-Lyfors einige Monate in China arbeitete. Dem Schönheitsfehler in der WM-Qualifikation misst sie keine große Bedeutung zu. „Wir wissen, dass wir weiter hart an der Technik und der Taktik arbeiten müssen. Aber wir freuen uns schon auf ein großartiges Turnier, denn dass die WM in Deutschland stattfindet, ist das Beste, was dem Frauenfußball passieren konnte.“

WM-Spielplan USA
28.6. – 18.15 Uhr, USA  – Nordkorea
2.7. – 18.00 Uhr, USA  – Kolumbien
6.7. – 20.45 Uhr, Schweden – USA

Mein Leben als Hope Solo
7 Bewertungen
Mein Leben als Hope Solo
  • 340 Seiten - 01.07.2013 (Veröffentlichungsdatum) - Edel Books - Ein Verlag der Edel Germany GmbH (Herausgeber)

Letzte Aktualisierung am 21.01.2020 / * = Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

25 KOMMENTARE

  1. @ Nora: Du warst live vor Ort in London beim Spiel England vs. USA. Vielleichst kannst du aufgrund deiner eigener Beobachtungen etwas mehr zum aktuellen Leistungsniveau der USA sagen. Ist die Abwehr der USA nicht seit längerem geschwächt, weil Pia Sundhage nach der Rückkehr von Christie Rampone diese große Persönlichkeit des US-Frauenfußball wieder in die Innenverteidigung gestellt und dafür die herausragende Innenverteidigung mit Rachel Buehler und Amy LePelbit aufgelöst hat und jetzt eine der beiden (meistens Buehler) als Linksvertidgerin einsetzt, was nicht wirlich gut zu funktionieren scheint. Keine der beiden kann hinten links Lori Chelupney ersetzen. Außerdem wird Rampone unmittelbar vor der WM 36 (!) Jahre alt. Kann man in dem Alter noch gegen Weltklassestürmerinnen aus Deutschland oder Brasilien (oder England) bestehen? Fehlt den USA nicht auch eine Spielmacherin? Könnte diese Rolle Lori Lindsey übernehmen? Ist Shannon Boxx noch stark genug auf der 6 oder wird sie in den USA nicht überschätzt? Ist A-Rod im Sturm torgefährlich genug oder sollte sie nicht eher im rechten offensiven Mittelfeld spielen und Lauren Cheney im Sturm neben Abby Wambach starten?

  2. Tja, Kristine Lilly spielt zwar nicht mehr in der Nationalmannschaft, aber das werden die Kollegen spätestens bei der WM dann merken. 😉

  3. Da ja immer lamentiert wird über Frauenfußball würde so wenig in den Medien berichtet, ist es zumindest schon mal ein kleiner Fortschritt, wenn z.B. im Hamburger Abendblatt eine eigene Rubrik „Frauenfußball-WM“ installiert wird, selbst, wenn dann auch mal Fehler vorhanden sind wie z.B. der o.g.

    hier die Rubrik:
    https://j.mp/hiUyYw

    • @Ulf: Das ist ja auch durchaus löblich, aber ein so offensichtlicher grober Schnitzer ist halt ärgerlich, denn offenbar wurde wirklich nicht recherchiert.

  4. Da stimmen einige Dinge nicht in dem Artikel!!!
    Auch Ingvild Stensland und Isabell Herlovsen spielen ja nicht mehr in Lyon!!!

    Der Kollege hat wohl recht verstaubte Quellen angezapft!!! 😉

  5. Da muß ich wohl die Administration darum bitten, daß meine 4 Posts gelöscht werden. Ich halte jetzt meine Klappe (was sicherlich wieder von der Russenpolka kommentiert wird).

  6. @Hamburger
    Pia Sundhage scheint ziemlich stur an ihrem vertrauten Spielerstamm festzuhalten, was z.B. zur Folge hat, dass gelernte (eher langsame)Innenverteidigerinnen auf den Außen „getestet“ werden. LePaillebet oder Buehler auf den Außen hat mangelhaft funktioniert, dennoch verzichtet Sundhage auf neue, junge Alternativen, die sich in der WPS Saison angeboten haben. Krieger war okay, aber nicht überragend. Man könnte meinen Cox sollte aufgrund der Situation eigentlich gesetzt sein, aber nunja …

    Einige der gesetzten Kräfte zeigen nun seit geraumer Zeit mäßige Leistungen. Boxx wirkt auf einmal alt (kann sich nochmal ändern für das Turnier), „Princess“ Lloyd bringt, vom gelegentlichen Tor abgesehen, seit Jahren spielerich nix auf die Reihe, aber Pia spielt mit beiden im Zentrum gefühlte 99% aller Spiele. Warum trotz der vielen Testspiele personell so wenig ausprobiert wird, ist auch für viele U.S. Fans nicht nachvollziehbar.
    Sprinterin ARod und Wambach hatten eine Menge Zeit, um sich als Sturmduo zu finden, spielen jedoch weiterhin aneinander vorbei.

    Umgekehrt drängen sich die Youngster um Cheney und v.a. Morgan auf – kommen bis dato aber nicht über die Rolle als Einwechselspielerin hinaus.

  7. @Frieda,
    Ingvild Stensland ist auch wieder nach Norwegen zurück gegangen, und spielt glaube ich in Stabaeck FK (bin mir da aber nicht 100% sicher)!!!

  8. Also meiner Meinung nach ist sie von Lyon weggegangen!!!
    Hab irgendwie noch im Kopf, daß es wohl keinen neuen Vertrag mehr gab/gibt???
    Aber sie wird dort immer noch im Kader aufgeführt!!!

    In Norwegen habe ich sie auch in keinem der Kader der Top-Klubs gefunden!!!
    Vielleicht ist der Deal auch gescheitert, möglicherweise am Geld!!!

    Vielleicht können Nora oder Markus da weiterhelfen???

    • Zu Stensland:
      Soweit ich weiß, ist sie vor einiger Zeit operiert worden und hat daher schon lange kein Spiel mehr absolviert. Im Kader der norwegischen Nationalmannschaft stand sie beim Algarve Cup z.B. auch nicht. Man hört sehr wenig von ihr, Spielpraxis hat sie momentan keine – erst muss sie wieder fit werden. Aber ich könnte mir daher schon vorstellen, dass es für sie knapp wird, was die WM angeht.

  9. Sie war aber auch weder beim letzten Meisterschaftspiel in Montpellier, noch beim Spiel gegen Arsenal im Lyon-Kader.

  10. @Der Hamburger:
    Sorry, ich habe deinen Beitrag bis eben überlesen. Also so detailliert kann ich dir auf deine Frage leider nicht antworten, da ich als Fotografin im Stadion war, wodurch taktische Dinge schon allein wegen der Perspektive (neben dem Tor) sowie dem „beschränkten“ Blick durch die Kamera kritisch sind.

    Mein ganz genereller Eindruck ist, dass das US-Spiel stagniert und sich in den letzten Monaten (Jahren?) kaum entwickelt hat. Damit sind sie noch immer Weltspitze, aber der Abstand ist eben nicht mehr groß. Und vor allem haben sie nicht mehr die Ausstrahlung, unschlagbar zu sein. England hat die USA in der ersten Halbzeit klar dominiert, in der zweiten ging ihnen die Puste aus – und konditionell sind die USA natürlich eine der wenigen Mannschaften, die 90 Minuten lang hohes Tempo gehen können.

    Das US-Team hat natürlich einige „alte“ Spielerinnen im Kader – der Nachwuchs ist ohnehin eines der Hauptprobleme, wie ich meine. Ein Blick auf die U-Mannschaften zeigt eine schlechte U20-WM und eine verpasste Qualifikation zur U17-WM. Darüber hinaus ist die WPS keine Liga, die den Nachwuchs im Blick hat bzw. auf ihn setzt. Die diversen Pleiten bieten natürlich auch wenig Kontinuität. Und macht ein Verein dicht, bleiben viele Spielerinnen auf der Strecke – sowohl beim schließenden Verein als auch bei den anderen, die dann die Stars verpflichten, dafür aber junge Spielerinnen aus dem Kader streichen.

Comments are closed.