Frankfurt gewinnt DFB-Pokal

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Der 1. FFC Frankfurt hat zum achten Mal den DFB-Pokal gewonnen. Vor 20 312 Zuschauern im nur mäßig stimmungsvollen Kölner RheinEnergie Stadion feierten die Frankfurterinnen einen hart umkämpften, aber verdienten Erfolg.

Im zweiten eigenständigen Pokalfinale setzten sich die Frankfurterinnen mit 2:1 (1:1) gegen den 1. FFC Turbine Potsdam durch. Svenja Huth (15.) und Kerstin Garefrekes (48.) erzielten die Treffer für die Hessinnen, Yuki Nagasato hatte den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielt (42.). Im vierten Anlauf behielt somit Frankfurt erstmals gegen Potsdam die Oberhand.

Nur wenige Veränderungen
Der 1. FFC Frankfurt begann gegenüber dem 8:2-Sieg gegen den FC Bayern München zum Abschluss der Bundesligasaison vor knapp zwei Wochen auf einer Position verändert, für Conny Pohlers stand Alexandra Krieger in der Startformation. Turbine-Trainer Bernd Schröder veränderte seine Anfangself gegenüber dem Juvisy-Spiel am Mittwoch auf zwei Positionen, Anna Felicitas Sarholz hütete wieder für Desiree Schumann das Tor, Fatmire Bajramaj ersetzte Isabel Kerschowski.

Führung durch Huth
Die Partie begann vorsichtig, beiden Mannschaften war der gegenseitige Respekt anzumerken. Doch Frankfurt agierte entschlossener und druckvoller und ging folgerichtig mit der erste Chance in Führung: Krieger ging am rechten Flügel auf und davon, Inka Wesely trat über den Ball und Svenja Huth bedankte sich mit einem platzierten Schuss vom Elfmeterpunkt zur Frankfurter Führung (15.).

Potsdam wacht auf
Für Potsdam war der Gegentreffer ein Weckruf, Anja Mittag hatte per Kopf nach Flanke von Tabea Kemme die erste Chance (19.), kurz darauf musste Angerer Kopf und Kragen riskieren, um gegen Bajramaj geschickt den Winkel zu verkürzen und gleich zweimal zu retten (21.). Nach einem misslungenen Rückpass von Viola Odebrecht hatte Birgit Prinz die Chance zum 2:0, doch Josephine Henning rettete auf der Linie (25.). Beide Teams lieferten sich nun einen Kampf mit offenem Visier, Odebrechts Schussversuch wurde zur Ecke geblockt (30.). Doch auch Frankfurt kam zu weiteren Chancen, Garefrekes köpfte freistehend am Tor vorbei (36.).

Ausgleich durch Nagasato
Eine Unsicherheit von Angerer nach guter Flanke von Kemme konnte Bajramaj aus fünf Metern nicht nutzen, ihr Kopfball landete in den auffangbereiten Händen der Nationaltorhüterin (39.). Potsdam war nun aber am Drücker, nach Nagasato-Ecke schoss Peter den Ball nur knapp am linken Pfosten vorbei (40.). Und dann war es soweit: Frankfurt verlor im Mittelfeld den Ball, Odebrecht schlug einen weiten Pass auf Nagasato und die Japanerin ließ Meike Weber aussteigen und verwertete mit einem platzierten Schrägschuss zum Ausgleich (42.).

1. FFC Frankfurt
Frankfurt bejubelt den achten Pokalsieg. (c) Nora Kruse, ff-archiv.de

Wesely patzt erneut
Dzsenifer Marozsan hatte nach Vorlage von Prinz die neuerliche Führung auf dem Fuß, doch Sarholz verhinderte Schlimmeres und hatte Augenblicke später Glück, dass Gina Lewandowski mit einem Kopfball nur die Latte traf (45.+2). Potsdam verschlief auch den Auftakt in Halbzeit zwei, ein erneuter Patzer von Wesely führte zum zweiten Frankfurter Tor: Sarholz konnte einen Schuss von Prinz noch klären, doch beim Nachschuss von Garefrekes war sie machtlos und erwischte den Ball erst hinter der Linie (48.). Kurz darauf verhinderte Sarholz per Fuß gegen Prinz einen höheren Rückstand, die hatte sich im Doppelpass mit Marozsan schön freigespielt (51.).

Umstrittene Entscheidung
Potsdam hielt dagegen, Bajramaj umlief Angerer und hatte Pech, dass der Ball am Tor vorbeitrudelte (54.) und nach einer Ecke hatte Frankfurt Glück, als der Ball nur Zentimeter am rechten Pfosten vorbeistrich (56.). Ein Freistoß von Turbine-Kapitänin Jennifer Zietz wurde lang und länger und landete im Frankfurter Kasten, doch Schiedsrichterin Christina Jaworek hatte offenbar ein Foul gegen Angerer gesehen und verweigerte dem Treffer die mögliche Anerkennung (60.).

Verbissener Fight
Das Spiel wurde nun verbissener, Potsdam hatte mehr Spielanteile, doch es war die eingewechselte Conny Pohlers, die mit einem 18-Meter-Schuss für die nächste gefährliche Aktion sorgte (72.). Peter klärte in höchster Not einen Schuss von Pohlers, dabei prallte die Turbine-Verteidigerin mit Prinz zusammen, beide konnten nach kurzer Behandlung weitermachen (83.). Mit einem Seitfallzieher hatte Prinz die Chance für die endgültige Entscheidung zu sorgen, doch ihr Ball ging am Tor vorbei (87.) Potsdam schaffte es bis zum Schluss nicht mehr, die gut gestaffelte Defensive der Frankfurterinnen zu knacken.

Letzte Aktualisierung am 7.12.2019 / * = Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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Julee
Julee

Deutscher Meister 2011: Potsdam
Pokalfinalsieger 2011: Frankfurt
CL-Gewinner 2011: Duisburg

Würde doch passen 😛

laasee
laasee

@Julee

That would be good.

Schenschtschina Futbolista
Schenschtschina Futbolista

Fatales Abfallprodukt dieses Finales, dass es anscheinend in trockenen Tüchern ist, das Lira die Seite wechselt! Was sicher auch ein Ergebnis ihrer Einschätzung ist, wie der Vergleich beider FFCs sich tendenziell die nächste Zeit weiterentwickelt… Hat mir ehrlich gesagt, den Rest ziemlich versaut und verleidet. Bis auf die strittige Situation zum vorübergehenden 2:2 ist der Ausgang diesel Finales sicher den Kräfte- und Chancemanteilen gerecht geworden, wenngleich beide Tore ziemlichen „Gurkentreffer“ waren und unter kräftiger Mithilfe der Gegnerinnen zustandekamen. Erschreckend für mich, wie blass Anja blieb. Ihr Ballannahmefehler (nichts der einzige) war meiner Meinung nach Ausgangspunkt für Gegentreffer Nr.2. An diesem… Weiterlesen »

Michele
Michele

Ich bin wahnsinnig stolz auf meine Mädels vom FFC Frankfurt. Ein besonderes Lob geht an Meike Weber.Wie sie Bajramaj 90 Minuten bekämpft hat, war ganz stark. Lasst es krachen, Mädels!

Marcel
Marcel

Als Turbinefan muss man leider zugeben das Frankfurt verdient gewonnen hat das war teilweise zu viel „Kampffussball“ von den Torbienen vor allem in der 2.HZ.Noch dazu war bei einigen wohl die Batterie alle vor allem bei Anja der leider gar nichts gelungen ist.
Trotzdem riesen Respekt an die Mädels den aufgegeben haben sie nie.

Nur ärgerlich das man wegen so 2 „Dusseltoren“ verloren hat und dann noch das nicht gegebene.
Dafür haben die Turbinefans einen klaren Sieg eingefahren tolle Stimmung im Block und wieder mit Leidenschaft dabei, was man von Frankfurter Seite leider nicht behaupten kann, aber gut nicht unser Bier 🙂

mrx
mrx

Hier die Bilder aus Köln:

Ute
Ute

@S.F. Wie kommst du darauf dass das nun amtlich sei, dass Lira nach Frankfurt wechselt, ist das schon offiziell? Kann mir mal jemand sagen, der live im Stadion war, warum sich die Schiri noch umentschieden hat in der strittigen Szene? Sie hatte das Tor doch zunächst gegeben. Es war im TV jedenfalls nicht nachvollziehbar, wer oder was dazu führte und da war auch kein Foul zu sehen (ich möchte mal auch wissen, was die Stürmer da sonst machen sollen, den 5-Meter-Raum überhaupt nicht mehr betreten???) 8Natze hatte im anschließenden Interview sogar ihr zu spätes rauskommen zugegeben..) Aber egal, daran hat… Weiterlesen »

timmy
timmy

Tja, da konnte Peter vlt nix anderes machen. Aber sie fliegt ihr im 5er in die Arme rein. Das war ganz korrekt zurückgepfiffen worden.

Ulf
Ulf

Ich denke, daß in jedem Männerfinale der Treffer gezählt hätte.

pinkpanther
pinkpanther

@ulf: Da muss ich dir widersprechen! Das Naze zu spät raus kam, ok. Hat sie ja selber zugegeben. Ich hab es zwar auch erst nicht gesehen, aber in der „Superzeitlupe“ in meiner Videoaufzeichnung war ganz klar zu sehen, dass Babette Peter Natze im 5-Meterraum etwas aus der Bahn bringt … wenn ein Schiedsrichter das sieht, wird sowas auch im Männerfußball gepfiffen.
Unabhängig von dieser strittigen Szene fand ich Frankfurt in diesem Spiel insgesamt die bessere Mannschaft und deshalb haben sie den Sieg auch verdient – meine Meinung.

Schenschtschina Futbolista
Schenschtschina Futbolista

@Ute
Ich schreibe oben von „anscheinend amtlich“, denn, wenn der TV-Kommentator dies im Minimum 1x den Zuschauern zu Hause vertickt, dann doch nicht als Ente!?
Ausserdem pfiffen es ja schon die Spatzen von den Dächern, dass Lira wechselwillig ist…

Zum nichtgegebenen Tor:
Das die Schiri zur Mitte gezeigt hat, war im TV nicht zu sehen, aber ihr Pfiff erfolgte eigentlich bevor der Ball im Tor lag.
Ich meine, dass diese Aberkennung des Tores nur dem Namen der Torfrau geschuldet ist – auf der Gegenseite wäre es u.U. ein Tor gewesen.
Der suffisante Angerer-Kommentar, wo sie durchaus ein reguläres Tor einräumt, spricht auch für sich…

Jochen
Jochen

Meike Weber hatte ja wohl Glück, dass sie nicht vom Platz geflogen ist. Anfang des Spiels eine brutale Grätsche in die Beine von Bianca Schmidt an der Seitenlinie und gegen Ende des Spiels nochmal gegen Lira! Hätte Schiri Jaworek schon das erste Foul mit einer gelben Karte geahndet, wäre es um Meike Weber passiert gewesen.

Zum nicht gegebenen Freistosstor: Dann tragen alle das Logo „Respekt“ auf den Ärmeln – dann meint Natze im Interview nach einer Behinderung
in dieser Szene befragt mit breitem Grinsen: „Hauptsache das Tor zählt
nicht“ – ist das Respekt vor Fair Play?

Ute
Ute

@Ulf: das sehe ich auch wie Du! und international auch nicht! (siehe Norwegen gg. Deutschland das Tor im Strafraumgetmmel, falls sich da noch jemand dran erinnert – DAS hätte dann eher abgepfiffen werden können)

@ tiimy: ich habe es eher anders rum gesehen, dass natze zu Babette geflogen ist, weil ja zu spät raus.

aber egal…mich würde jedenfalls immmer noch interessieren, wer oder was die Schiri umgestimmt hat.

Jochen
Jochen

@ Ute:

Christine Jaworek zeigte ja bereits zur Mitte, dann hat die Linienrichterin wohl interveniert!

Jan
Jan

Ich seh’s so: 1.) Frankfurt hat diese Saison einen Titel absolut verdient. Es wäre schon ungerecht gewesen, wenn es nicht geklappt wäre. 2.) TP dürfte es nicht allzu weh getan haben. 3.) Eine womöglich verbissen geführte Verlängerung hätte einen zusätzlichen Kräfteverschleiß für TP (wg. CL) und das Verletzungsrisiko für WM-Spielerinnen erhöht, was all jene und Frau Neid erleichtert haben mag. 4.) Nadine Angerer hat wieder was dazu gelernt. 5.) Beim Hochspringen sind die Arme anzulegen, besonders im Torraum. Nur ist es halt schwierig, solch einen natürlichen Bewegungsablauf immer bewusst abzustellen, gerade in brenzligen Situationen. 6.) Stürmer/innen stehen ja öfter mal… Weiterlesen »

Frieda
Frieda

„Ich denke, daß in jedem Männerfinale der Treffer gezählt hätte.“ Das denke ich überhaupt nicht. Der 5er gehört dem Torhüter und das wird auch bei den Männern so gepfiffen. Ausnahmen gibt es natürlich immer. Und was Angerer sagt ist zumindest ehrlich. Sie sagt, dass sie sich nicht mehr dran erinnern kann, aber nichts schlimmes gespürt hat. Das „Hauptsache, das Tor zählt nicht“ verstehe ich als rückwirkende Beurteilung, denn egal ob sie behindert wurde oder nicht, ändern kann man die Schiedsrichter Entscheidung eh nicht. Und Babette Peter gibt selber zu, dass sie da so nix im 5er zu suchen hat.Babette Peter… Weiterlesen »

Brandy74
Brandy74

Von der Anzahl der 100% igen Torchancen sicher ein verdienter Sieg für Frankfurt,aber im Fußball zählen halt nur die erzielten Tore und vergebenen Chancen für Frankfurt hätten sich fast noch gerächt,wenn Potsdam nicht das Tor gestohlen worden wäre… Eine Angerer verliert bei mir immer mehr an Kredit,nach dem Spiel mit einem Lächeln zu sagen,Hauptsache,das Tor zählt nicht,ist schon ziemlich daneben. Auch in den letzten Spielen gegen Duisburg und Potsdam war sie immer die 1., die gelbe Karten für die Gegenspielerinnen gefordert hat.Ganz davon abgesen stellte sich gestern die Frage,wer denn die Nummer 1 in Deutschland ist. Holl und Weiß hätten… Weiterlesen »

Michele
Michele

Was hätte Natze sagen sollen? Oh wie schade, dass das Tor nicht gezählt hat? Lira wird nach Frankfurt kommen. Obwohl ich sie nicht gerne hier hätte, ist und bleibt sie eine der weltbesten Fußballerinnen.

FFFan2
FFFan2

Ich denke das Tor wurde zurecht aberkannt. Immerhin hat Peter nicht den Ball gespielt, sondern nur Nadine getroffen.
Außerdem:

Wenn das kein Behinderung im 5-Meter-Raum ist, weiß ich auch nicht.

Jochen -original
Jochen -original

Hier ist wohl noch ein anderer Jochen – jedenfalls bin ich der Turbinefan, der vor Ort war – da sieht man häufig mehr als im TV, weil man auch die Arbeit der Spielerinnen sieht, die nicht in Ballnähe sind. Ich fand das Spiel toll und auch im Fernsehen müsste dies rüber gekommen sein. Grund waren natürlich die vielen Chancen und Torszenen oder anders: die Abwehrreihen waren einigermaßen schwach. Bei Turbine war dies vor allem die linke Seite, auf die m.E. Frankfurt gezielt gespielt hat. Tabea und innen Josephine, die Maroczan klar unterlegen war, aber auch Inka konnten da das Wasser… Weiterlesen »