Frankfurt gewinnt DFB-Pokal

Von am 26. März 2011 – 18.24 Uhr 79 Kommentare

Der 1. FFC Frankfurt hat zum achten Mal den DFB-Pokal gewonnen. Vor 20 312 Zuschauern im nur mäßig stimmungsvollen Kölner RheinEnergie Stadion feierten die Frankfurterinnen einen hart umkämpften, aber verdienten Erfolg.

Im zweiten eigenständigen Pokalfinale setzten sich die Frankfurterinnen mit 2:1 (1:1) gegen den 1. FFC Turbine Potsdam durch. Svenja Huth (15.) und Kerstin Garefrekes (48.) erzielten die Treffer für die Hessinnen, Yuki Nagasato hatte den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielt (42.). Im vierten Anlauf behielt somit Frankfurt erstmals gegen Potsdam die Oberhand.

Nur wenige Veränderungen
Der 1. FFC Frankfurt begann gegenüber dem 8:2-Sieg gegen den FC Bayern München zum Abschluss der Bundesligasaison vor knapp zwei Wochen auf einer Position verändert, für Conny Pohlers stand Alexandra Krieger in der Startformation. Turbine-Trainer Bernd Schröder veränderte seine Anfangself gegenüber dem Juvisy-Spiel am Mittwoch auf zwei Positionen, Anna Felicitas Sarholz hütete wieder für Desiree Schumann das Tor, Fatmire Bajramaj ersetzte Isabel Kerschowski.

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Führung durch Huth
Die Partie begann vorsichtig, beiden Mannschaften war der gegenseitige Respekt anzumerken. Doch Frankfurt agierte entschlossener und druckvoller und ging folgerichtig mit der erste Chance in Führung: Krieger ging am rechten Flügel auf und davon, Inka Wesely trat über den Ball und Svenja Huth bedankte sich mit einem platzierten Schuss vom Elfmeterpunkt zur Frankfurter Führung (15.).

Potsdam wacht auf
Für Potsdam war der Gegentreffer ein Weckruf, Anja Mittag hatte per Kopf nach Flanke von Tabea Kemme die erste Chance (19.), kurz darauf musste Angerer Kopf und Kragen riskieren, um gegen Bajramaj geschickt den Winkel zu verkürzen und gleich zweimal zu retten (21.). Nach einem misslungenen Rückpass von Viola Odebrecht hatte Birgit Prinz die Chance zum 2:0, doch Josephine Henning rettete auf der Linie (25.). Beide Teams lieferten sich nun einen Kampf mit offenem Visier, Odebrechts Schussversuch wurde zur Ecke geblockt (30.). Doch auch Frankfurt kam zu weiteren Chancen, Garefrekes köpfte freistehend am Tor vorbei (36.).

Ausgleich durch Nagasato
Eine Unsicherheit von Angerer nach guter Flanke von Kemme konnte Bajramaj aus fünf Metern nicht nutzen, ihr Kopfball landete in den auffangbereiten Händen der Nationaltorhüterin (39.). Potsdam war nun aber am Drücker, nach Nagasato-Ecke schoss Peter den Ball nur knapp am linken Pfosten vorbei (40.). Und dann war es soweit: Frankfurt verlor im Mittelfeld den Ball, Odebrecht schlug einen weiten Pass auf Nagasato und die Japanerin ließ Meike Weber aussteigen und verwertete mit einem platzierten Schrägschuss zum Ausgleich (42.).

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1. FFC Frankfurt

Frankfurt bejubelt den achten Pokalsieg. (c) Nora Kruse, ff-archiv.de

Wesely patzt erneut
Dzsenifer Marozsan hatte nach Vorlage von Prinz die neuerliche Führung auf dem Fuß, doch Sarholz verhinderte Schlimmeres und hatte Augenblicke später Glück, dass Gina Lewandowski mit einem Kopfball nur die Latte traf (45.+2). Potsdam verschlief auch den Auftakt in Halbzeit zwei, ein erneuter Patzer von Wesely führte zum zweiten Frankfurter Tor: Sarholz konnte einen Schuss von Prinz noch klären, doch beim Nachschuss von Garefrekes war sie machtlos und erwischte den Ball erst hinter der Linie (48.). Kurz darauf verhinderte Sarholz per Fuß gegen Prinz einen höheren Rückstand, die hatte sich im Doppelpass mit Marozsan schön freigespielt (51.).

Umstrittene Entscheidung
Potsdam hielt dagegen, Bajramaj umlief Angerer und hatte Pech, dass der Ball am Tor vorbeitrudelte (54.) und nach einer Ecke hatte Frankfurt Glück, als der Ball nur Zentimeter am rechten Pfosten vorbeistrich (56.). Ein Freistoß von Turbine-Kapitänin Jennifer Zietz wurde lang und länger und landete im Frankfurter Kasten, doch Schiedsrichterin Christina Jaworek hatte offenbar ein Foul gegen Angerer gesehen und verweigerte dem Treffer die mögliche Anerkennung (60.).

Verbissener Fight
Das Spiel wurde nun verbissener, Potsdam hatte mehr Spielanteile, doch es war die eingewechselte Conny Pohlers, die mit einem 18-Meter-Schuss für die nächste gefährliche Aktion sorgte (72.). Peter klärte in höchster Not einen Schuss von Pohlers, dabei prallte die Turbine-Verteidigerin mit Prinz zusammen, beide konnten nach kurzer Behandlung weitermachen (83.). Mit einem Seitfallzieher hatte Prinz die Chance für die endgültige Entscheidung zu sorgen, doch ihr Ball ging am Tor vorbei (87.) Potsdam schaffte es bis zum Schluss nicht mehr, die gut gestaffelte Defensive der Frankfurterinnen zu knacken.

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

79 Kommentare »

  • Marcel sagt:

    Ja die Maro auch einer meiner Lieblingsspielerinnen schon allein weil sie das FCS Trikot getragen hat auch wenn sie es gegen das vom FFC getauscht hat.
    Trotzdem find ich die Kicker-Note für Sie berechtigt ein Spiel hat nunmal 2 Halbzeiten und in der 2.HZ hat man leider nicht mehr viel von ihr gesehen.Einer ihrer grossen Probleme, dass sie in Spielen teilweise zu lange abtaucht.Aber gut sie ist ja noch ziemlich jung und ihre geniale Ballbehandlung ist unbestritten.

    Was Lira angeht find ichs ein bisschen ungerecht sie ist nicht die einzige Torbiene bei der es in der Saison nicht immer rund läuft,das zieht sich eigentlich schon die ganze Saison durch die Mannschaft.

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  • Steffen sagt:

    @Sven: Potsdam kann froh sein, dass sie die deutsche Meisterschaft gewonnen haben.

    @Jochen -original: Das Wetter war gar nicht so toll.

    @Lucy: Jena hat sich zwar nur hinten reingestellt, aber solange es nur 0:0 stand, war die Situation bei Duisburg angespannt.

    @spoonman: Dresden oder Leipzig wären toll.

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  • FFFan sagt:

    20.312 sind für ein Frauen-Pokalfinale wahrhaftig keine schlechte Besucherzahl! Gegenüber den 26.282 des Vorjahres ist es zwar ein kleiner Rückschritt, aber man sollte nicht jedesmal einen neuen Europarekord erwarten. Die 2010er-Ausgabe hatte eben noch den Reiz des Neuen, da es das erste eigenständige Finale war. Außerdem war mit dem FCR Duisburg ein Verein „aus der Region“ vertreten, was diesmal nicht der Fall war. Und schließlich könnten tatsächlich, wie Lucy mutmaßt, diverse Freikartenaktionen die Zuschauerzahl damals in die Höhe getrieben haben.

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  • Winter sagt:

    Ich habe nicht alle Kommentare gelesen, aber mich würde interessierten welche Einschaltquoten das DFB-Finale hatte?

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  • jeanwood sagt:

    3,04 Mio. Fernsehzuschauer. Das entspricht einem Marktanteil von 18,5 Prozent.

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  • Winter sagt:

    @ danke jeanwood. Also im Rahmen der Erwartungen, vielleicht ein bisschen weniger.

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  • WalesGER sagt:

    zu meinem vorherigen Unmut kommt noch mehr dazu, da ausgerechnet die „Zeitung“, die sich ansonsten nicht grade besonders für Frauenfussball interessiert ausser das Trikot wird gelüftet 🙁 🙁
    folgenden Bericht hat:
    https://j.mp/grp73w

    🙁

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    @WalesGER

    1. Du solltest doch eigentlich die Medien und deren aasgeierhaftes Stürzen auf Promi-Fehltritte u.a. kennen.
    2. Bin ich der Meinung, dass diese Kritik durchaus ihre Berechtigung hat und das muss nicht zwingend im Kontext mit der sonstigen Berichterstattung gerade dieser Zeitung stehen!
    3. Etwas Gegenwind hat noch keinem geschadet…

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  • Lucy sagt:

    Sie hatte wahrscheinlich nur Angst, dass sie wieder nach Conny gefragt wird… 😉 😀

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  • helena sagt:

    @Lucy: 😉

    Ansonsten sehe ich das nicht so kritisch. Auch wenn es vielleicht ungewöhnlich ist und sich Löw, der sich gerne auch im TV sieht, das nicht hätte entgehen lassen, war dies ein Pokalendspiel und kein NM-Auftritt und damit gehört die Ehre denen, die die Vereine leiten. Diejenigen, die das Spiel gesehen haben, wissen von der WM oder haben es vom Reporter gefühlte 1000 Mal gesagt bekommen, da braucht SN keine Werbung mehr machen. Und diejenigen, die das Spiel nicht gesehen haben, hätten auch die Werbung von SN nicht gehört. Auch eine Bundestrainerin muss das Recht haben, ein Interview abzulehnen.

    Vielleicht hatte sie ja auch Angst, über den FCB (der Männer, versteht sich) oder die dt. NM der Männer sprechen zu müssen, so wie Künzer? Langsam aber sicher geht mir es nämlich auf die Nerven, dass man dermaßen viele Hinweise auf die Männer-NM und BuLi bekommt beim FF. Abends in der Übertragung gegen Kasachstan habe ich keinen rückblickenden oder vorausschauenden Hinweis auf den FF bekommen… Dort wäre es Werbung gewesen…

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  • Frieda sagt:

    Die Begründung mit der Neid abgesagt hat war… sagen wir mal… dämlich!
    Andererseits hat sie sehr wohl das Recht nein zu sagen. Noch dazu, weil es ein Spiel zweier Vereine war, nämlich das Pokal Finale. Warum muss die Nationaltrainerin da Stellung nehmen? In der Halbzeit?
    Jogi nimmt Stellung, allerdings NACH Länderspielen, nicht in der Halbzeit und nicht bei Pokalspielen.
    Der Fokus auf die WM war mir generell viel zu viel. Es gibt auch Frauenfußball neben der WM, in den Vereinen, kann das nicht auch mal gewürdigt werden?

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  • spoonman sagt:

    @ Detlef: Ob nun 20.000 oder 26.000 – für mich macht das keinen großen Unterschied. Die Größenordnung bleibt die gleiche, und die ist sehr beachtlich. Ob die beiden Zahlen nun miteinander vergleichbar sind, ist die andere Frage. Erstens soll es ja letztes Jahr sehr viele Freikarten gegeben haben, zweitens hatten es die Duisburger Fans nicht weit.

    Und was das „verwöhnte Kölner Eventpublikum“ angeht: Ein nationales Finale im Frauenfußball ist nun mal kein Event, das die Normalbürger massenweise ins Stadion treibt. Punkt.

    @ jeanwood: Ich fand die Quote von gut 3 Mio. Fernsehzuschauern erstaunlich hoch. Weiß jemand, wie viele es im letzten Jahr waren?

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  • Ulf sagt:

    Nur kein Neid !

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  • jeanwood sagt:

    @spoonman Offiziell waren es im letzten Jahr 2,64 Mio. TV-Zuschauer.

    Im letzten Jahr waren die Verhältnisse etwas anders. Am 15. Mai 2010 fand nachmittags das Frauenfinale in Köln und am Abend das Männerfinale in Berlin ( Bayern München gegen Werder Bremen ) statt. Beide Spiele wurden live im free-tv übertragen.
    In diesem Jahr wurde aufgrund der Frauen-WM das Pokalfinale vorgezogen. Ein gewisser Sättigungsfaktor (2 Finale an einem Tag) entfiel daher dieses Jahr.

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  • spoonman sagt:

    Diesmal folgte um 20 Uhr das EM-Quali-Spiel der Männer, das kommt aufs gleiche raus. 😉

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  • Winter sagt:

    Sehr schöner Artikel heute in der Rheinischen Post.
    http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=16371

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  • jeanwood sagt:

    Gebe ja zu, ich bin ein Korinthen.K..
    Aber das Urheberrecht über den Artikel hat die Neue Rheinische Zeitung ( eher in Köln angesiedelt ) und nicht die Rheinische Post ( eher zu Düsseldorf und rheinabwärts orientiert ). Sagt aber nichts über die Qualität des Artikels aus.

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  • Winter sagt:

    @ jeanwood

    Danke für den Tipp. Dachte es gibt nur die Rheinische Post, aber gut das ich diese Lücke stopfen konnte. Werde nächste Mal genauer hinsehen!

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Der gen. Artikel ist tatsächlich recht ordentlich verfasst worden und finden auch meinen Zuspruch für eine ungeschönte Berichterstattung! 🙂

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