WM-Kader ohne Überraschungen
Bundestrainerin Silvia Neid hat heute in Frankfurt ihren 26 Spielerinnen umfassenden vorläufigen Kader für die Frauen-WM in Deutschland benannt. Und wie schon in den vergangenen Jahren gibt es auch diesmal ein prominentes Opfer.
Denn Conny Pohlers, mit 25 Treffern Torschützenkönigin der gerade zu Ende gegangenen Bundesligasaison, fand im DFB-Kader keine Berücksichtigung.
Pohlers fällt durchs Raster Somit verzichtet der DFB nach der WM 2003 (Inka Grings), EM 2005 (Shelley Thompson) und Olympia 2008 (Inka Grings) bereits zum vierten Mal bei einem großen Turnier auf seine beste Bundesliga-Torschützin. “Conny Pohlers hat es mit sehr viel Konkurrenz im Angriff zu tun, das sind lauter Spielerinnen, die richtig gut sind und vor allem auch Stammspielerinnen in ihren Vereinen”, so die Begründung von Neid.
Ab dem 5. Lehrgang mit 21er-Kader Das 26er-Aufgebot, das bis zur WM auf 21 Spielerinnen reduziert werden muss, hält keine Überraschungen bereit. Der Großteil der Spielerinnen kommt aus den drei Topklubs der Liga. Der 1. FFC Frankfurt und der FCR 2001 Duisburg stellen je sieben Spielerinnen, vom 1. FFC Turbine Potsdam sind fünf dabei. Der endgültige WM-Kader, dem 21 Spielerinnen angehören werden, muss spätestens am 10. Juni 2011 bei der FIFA gemeldet werden. Neid will diese Frist jedoch nicht voll ausschöpfen. Bis zum Start des fünften Lehrgangs, der am 29. Mai beginnt, will sich die DFB-Trainerin auf die 21 Namen festlegen.
Mischung aus Routine und Jugend Die DFB-Elf wird angeführt von Routiniers wie Birgit Prinz (208 Länderspiele), Ariane Hingst (169), Kerstin Garefrekes (122), Nadine Angerer (94) und Inka Grings (87). Mit Spielerinnen wie Célia Okoyino da Mbabi (51), Babett Peter (47), Lira Bajramaj (43) oder Kim Kulig (20) stehen aber auch Vertreterinnen der jungen Generation im Aufgebot, die trotz ihres Alters schon viel Erfahrung mitbringen.
Neid: “Gute Mischung gefunden” Neid erklärt: „Für mich sind das momentan die besten Spielerinnen, die wir haben, mit denen möchte ich in die WM-Vorbereitung gehen. Ich glaube, wir haben eine gute Mischung gefunden. Es ist wichtig Flexibilität auf verschiedenen Positionen und verschiedene Typen zu haben. Ab dem fünften Lehrgang werden wir dann nur noch mit 21er-Kader arbeiten.“ Kriterien waren zum Beispiel die Spielposition, Flexibilität, Spielintelligenz oder technische Fertigkeiten.
Hoffen auf Krahn Mit dabei ist auch Annike Krahn. Die Verteidigerin arbeitet gerade an ihrem Comeback nach einem Kreuzbandriss. „Sie ist eine erfahrene Spielerin, die in der Vergangenheit gerade bei Turnieren wusste, ihre Topleistung abzurufen. Insofern hätte ich sie gerne bei der WM dabei. Was die Verletzung angeht, so ist sie auf einem sehr guten Stand. Natürlich gilt auch für sie, dass ich in den endgültigen Kader nur Spielerinnen nominieren werde, die ihre volle Leistung in der Endrunde abrufen können“, so Neid.
Vorläufiger WM-Kader Deutschland
Tor: Nadine Angerer (1. FFC Frankfurt), Ursula Holl (FCR 2001 Duisburg), Lisa Weiß (SG Essen-Schönebeck), Almuth Schult (Magdeburger FFC)
Abwehr: Babett Peter (1. FFC Turbine Potsdam), Annike Krahn (FCR 2001 Duisburg), Saskia Bartusiak (1. FFC Frankfurt), Josephine Henning (1. FFC Turbine Potsdam), Bianca Schmidt (1. FFC Turbine Potsdam), Verena Faißt (VfL Wolfsburg), Linda Bresonik (FCR 2001 Duisburg), Sonja Fuss (FCR 2001 Duisburg), Lena Goeßling (SC 07 Bad Neuenahr)
Mittelfeld: Ariane Hingst (1. FFC Frankfurt), Melanie Behringer (1. FFC Frankfurt), Kerstin Garefrekes (1. FFC Frankfurt), Simone Laudehr (FCR 2001 Duisburg), Célia Okoyino da Mbabi (SC 07 Bad Neuenahr), Kim Kulig (Hamburger SV), Fatmire Bajramaj (1. FFC Turbine Potsdam), Dzsenifer Maroszan (1. FFC Frankfurt)
Angriff: Anja Mittag (1. FFC Turbine Potsdam), Birgit Prinz (1. FFC Frankfurt), Alexandra Popp (FCR 2001 Duisburg), Inka Grings (FCR 2001 Duisburg), Martina Müller (VfL Wolfsburg)