Potsdam gewinnt Pokalkrimi
Der 1. FFC Turbine Potsdam hat das DFB-Pokal-Halbfinale beim FC Bayern München gewonnen und trifft im Finale auf den 1. FFC Frankfurt. Die Turbinen mussten 90 Minuten hart kämpfen, ehe der Sieg perfekt war.
Der 1. FFC Turbine Potsdam hat in einer packenden Pokalpartie das DFB-Pokal-Halbfinale beim FC Bayern München gewonnen und trifft im Finale auf den 1. FFC Frankfurt. Die Turbinen mussten 90 Minuten hart kämpfen, ehe der Sieg perfekt war.
Die Elf von Trainer Bernd Schröder setzte sich vor 1 180 Zuschauern im Sportpark Aschheim mit 4:2 (3:2) durch. Viola Odebrecht (13.), Yuki Nagasato (15.) und Anja Mittag (20.) sorgten für eine schnelle 3:0-Führung, ehe Carina Wenninger (36.) und Petra Wimbersky (39.) für Hoffnung bei den Münchnerinnen sorgten. Doch die eingewechselte Natasa Andonova machte per Kopf den Finaleinzug perfekt (74.).
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Bajramaj und Kerschowski bereiten Treffer vor
Doch es war ein hartes Stück Arbeit, ehe der Finaleinzug für die favorisierte Potsdamer Mannschaft fest stand. Fatmire Bajramaj, die bei drei er vier Treffern an der Vorbereitung beteiligt war, erklärte: „Wir haben verdient gewonnen, weil wir einfach die Tore gemacht haben und läuferisch stärker waren.“ Doch hinter den beiden Mannschaften lagen 90 spannende und nervenaufreibende Minuten. Und Bajramaj räumte ein, dass der Sieg alles andere als souverän war. „Nach dem 2:3 haben wir wirklich gewackelt, weil Bayern sehr gut Druck gemacht hat. Da hat man natürlich Angst, dass noch das 3:3 und das 4:3 fällt, denn Bayern war heute wirklich sehr gut drauf.“
Potsdam besticht durch Effizienz
Dabei schien Potsdam früh einem sicheren Sieg entgegen zu steuern, denn Bayern gehörte zwar die Anfangsphase und Vanessa Bürki hatte die erste gute Chance des Spiels (7.), doch der Deutsche Meister bestach durch Effizienz und machte aus seinen ersten drei Chancen binnen sieben Minuten eine 3:0-Führung. Erst drückte Odebrecht eine Flanke von Bajramaj über die Linie, die Steffi Mirlach ausspielte, nur kurz darauf bedankte sich Nagasato mit einer Direktabnahme für einen weiten Pass von Isabel Kerschowski.
Die Potsdamer Nr. 7 war es auch, die mit einem weiten Schlag den dritten Treffer einleitete, Bajramaj leitete den Ball per Hinterkopf zu Mittag weiter, die überlegt und eiskalt verwertete. „Das ist schon sensationell, wie effektiv sie Fußball spielen. Dabei standen wir kompakt und hatten Überzahl, aber die Zuordnung hat nicht gestimmt“, musste Bayern-Trainer Thomas Wörle neidlos die drei Nackenschläge anerkennen.
20 Minuten gespielt, der Finaleinzug schien für Potsdam bereits perfekt, doch weit gefehlt. „Da denkt man, die Partie ist gelaufen, aber so war es nicht“, räumte Bajramaj ein. Denn die Bayern ließen die Köpfe nicht hängen und bissen sich binnen drei Minuten in die Partie zurück. „Wir sind sehr stark zurückgekommen, da ging ein Ruck durch die Mannschaft“, so Wörle. Erst traf Carina Wenninger aus kurzer Distanz, nachdem Bianca Schmidt einen Wimbersky-Eckball unglücklich verlängert hatte, dann schlief die Turbine-Hintermannschaft bei einem flachen Pass in den Strafraum von Sylvie Banecki, den Wimbersky dankend zum 2:3 nutzte. „Das ging ganz schnell bei den Gegentoren, das waren blöde Fehler“, so Bajramaj.
Bayern hat Pech bei Lattentreffern
Und auch in der zweiten Halbzeit waren die Bayern lange Zeit am Drücker, doch Sylvie Banecki traf mit einem Schuss von der der Strafraumgrenze genauso nur die Latte (54.), wie später Wimbersky bei einem Freistoß aus gut 25 Metern (77.). Die Bayern hatten durchaus ihre Chancen, ein Ausgleich hätte dem Spiel möglicherweise noch eine andere Wendung gegeben. “Potsdam wurde zwar in der zweiten Halbzeit stärker, doch wir hatten gute Ausgleichschancen”, so Wörle.
Doch Turbine agierte dann wieder druckvoller und berannte, angetrieben von Bajramaj und Anja Mittag, immer wieder das Bayern-Tor. Die junge Bayern-Abwehr ließ zunächst nichts anbrennen, doch einmal verschaffte sich Bajramaj einen halben Meter Luft, den sie zu einer Flanke auf die eingewechselte Mazedonierin Nadasa Andonova nutzte, die per Kopf den vierten Turbine-Treffer erzielte. „Sie ist die Spielerin der Zukunft“, so Schröder über sein Jungtalent.
Doch auch danach war die Partie noch nicht gelaufen, denn die Bayern gaben sich immer noch nicht geschlagen und drückten in der Schlussphase noch einmal aufs Tempo. Doch trotz guter Ansätze fehlte die letzte Präzision, um die nicht immer sichere Dreierkette der Turbinen aus den Angeln zu heben. Schröder bilanzierte: „Es war ein Duell auf Augenhöhe und trotz der Bedeutung ein faires Spiel, Hut ab.“ Und er meinte: „Heute hätte Bayern jede Mannschaft geschlagen, nur uns nicht.“ Das Fazit von Wörle: „Insgesamt war es ein ebenbürtiges Spiel, mit einem Stück weit glücklichen Gewinner. Riesenkompliment für die Energieleistung meiner Mannschaft.“
Jones: “Partie voller Herzblut”
Und auch WM-OK-Präsidentin Steffi Jones fand lobende Worte: „Da war heute sehr viel Herzblut in der Partie, schade für die Münchnerinnen, die eine tolle Leistung gezeigt haben. Mit Glück hätten sie als Sieger vom Platz gehen können, aber Potsdam hat es verdient. Das war ein tolles Spiel, der Weg hat sich gelohnt.“ Am 26. März trifft der 1. FFC Turbine Potsdam im Finale in Köln nun auf den 1. FFC Frankfurt, der gegen den SC 07 Bad Neuenahr mit 3:1 gewann . Die Fans dürfen sich schon jetzt auf einen Frauenfußball-Leckerbissen freuen!