Die Tops und Flops der Woche 43/2010
Die heutige Ausgabe unserer Tops und Flops beschäftigt sich unter anderem mit vielen Freiwilligen und dem Neustart einer Liga, aber auch mangelndem Zuschauerinteresse sowie einem Sportgerichtsurteil.
10.000 Volunteers wollen zur Weltmeisterschaft Das Organisationskomitee der Frauenfußball-Weltmeisterschaft 2011 in Deutschland freut sich sieben Monate vor Turnierstart über 10.000 Bewerbungen von freiwilligen Helfern. Die Kandidaten kommen aus 137 Nationen – alle fünf Kontinente sind vertreten. 55 Prozent der Kandidaten sind weiblich. Die Hälfte ist jünger als 30 Jahre, es befinden sich aber auch rund 700 Rentner unter den Antragstellern. 48 Sprachen, darunter Hindi, Suaheli, Vietnamesisch und Koreanisch, könnten derzeit über das Volunteer-Team abgedeckt werden. Bewerbungen sind weiterhin bis zum 28. Februar 2011 über die offizielle Internetseite FIFA.com/deutschland2011 abgegeben werden.
El Salvador startet Frauenfußball-Liga Der Frauenfußball wächst weiter. In der vergangenen Woche wurde nun auch in El Salvador eine eigene Liga ins Leben gerufen. Im dem mittelamerikanischen Staat leben knapp sieben Millionen Menschen, die Nationalmannschaft nimmt momentan den 98. Platz der Weltrangliste ein. Bei der derzeit stattfindenden CONCACAF-Meisterschaft ist das Team bereits in der Qualifikation gescheitert. Dass aber überhaupt wieder gespielt wird, ist bereits ein Erfolg – Anfang des Jahres noch war die Mannschaft in der Weltrangliste als inaktiv geführt.
Arabia Cup stärkt den Frauensport „Das war eine äußerst gelungene Veranstaltung, die den Frauensport in Arabien stärkt“, zeigte sich die Turnierchefin des Arabia Cups , Sawsan Taqawi, zufrieden mit der Premierenveranstaltung in Bahrain. Acht Nationalmannschaften kämpften zehn Tage lang um den Sieg beim Arabia Cup und somit ein einwöchiges Trainingslager in Deutschland. Der Titel ging schließlich an Jordanien, wichtiger war jedoch der große Zuspruch, den das Turnier in Bahrain bekam, die Förderung des Frauenfußballs in der Region und die friedensstiftende Wirkung, die man sich von der Veranstaltung, die nun möglicherweise regelmäßig stattfinden wird, erhofft.
Freiburg beendet Hinrunde mit nur einem Gegentor Der SC Freiburg hat am Wochenende souverän die Tabellenführung in der Zweiten Bundesliga Süd verteidigt und ist auf dem besten Weg, den direkten Wiederaufstieg zu schaffen. Mit 2:0 gewannen die Breisgauerinnen gegen den FV Löchgau und liegen nun mit der Maximalausbeute von 33 Punkten an der Spitze. Beeindruckend ist dabei auch das Torverhältnis. In elf Spielen erzielte der SC 43 Treffer und musste nur ein einziges Gegentor einstecken.
Keine 8.000 Zuschauer in Wolfsburg Die Wolfsburger Volkswagenarena ist im kommenden Jahr Spielort der Frauenfußball-Weltmeisterschaft. Beim Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Australien zeigten sich die Fans allerdings noch nicht in WM-Form. Nicht einmal 8.000 Zuschauer fanden den Weg ins Stadion, wo angesichts der leeren Ränge keine rechte Stimmung aufkommen wollte.
Hohen Neuendorf unzufrieden mit Sportgerichtsurteil Am siebten Spieltag der Regionalliga Nordost sollte BW Hohen Neuendorf TeBe Berlin II empfangen – die Veilchen reisten jedoch nicht an, das Spiel wurde mit 2:0 für Hohen Neuendorf gewertet. Was eine gängige Praxis im Fußball ist, passte den Brandenburgerinnen ganz und gar nicht – neben den drei Punkten wollte man weit mehr Tore zugesprochen bekommen und schaut bereits auf ein mögliches Szenario, bei dem man wegen des Torverhältnisses vielleicht den Aufstieg verpasst. „Wenn es am Ende tatsächlich so kommen sollte, dann werden sich meine Beschwerden sicherlich nicht an meine Spielerinnen richten, sondern an das Sportgericht, das uns damit quasi Tore geklaut hat“, so Trainer Sven Thoß . Noch ist die Saison jung, Hohen Neuendorf hat alles selbst in der Hand und sollte nicht schon nach möglichen Entschuldigungen suchen.
Beide TeBe-Teams mit roter Laterne Die Mannschaft von TeBe Berlin II nimmt momentan den letzten Platz der Regionalliga Nordost ein – und hat noch mehr einstecken müssen als die erste. Null Punkte aus sieben Spielen stehen zu Buche. Dem Bundesligateam gelang am ersten Spieltag ein Auswärtserfolg in Cloppenburg – aber auch dann wurden keine Punkte mehr gewonnen. Zu der sportlichen Situation gesellt sich der Zuschauer-Negativ-Rekord vom Wochenende: Gerade einmal 15 Zuschauer wollten das Heimspiel gegen den FSV Gütersloh 2009 im Mommsenstadion sehen.
Jenaer Talfahrt Nach der so erfolgreichen Saison 2009/2010 rutscht der FF USV Jena nun immer tiefer in den Tabellenkeller. Die 1:4-Schlappe gegen den VfL Wolfsburg war bereits die vierte Niederlage in Folge. Trotz hochkarätiger ausländischer Spielerinnen und den U20-Weltmeisterinnen Sylvia Arnold und Anne Bartke gelangen dem USV nur zehn Tore in der Hinrunde – der zweitschlechteste Angriff der Liga.