DFB-Elf ringt Australien nieder
Die deutsche Frauenfußball-Nationalelf hat das Testspiel gegen Australien in Wolfsburg trotz klarer spielerischer Überlegenheit nur knapp und mit Mühe gewonnen. Ausgerechnet eine Lokalmatadorin erzielte gegen den kompakten und nicht ungefährlichen Gegner den entscheidenden Treffer.
Die DFB-Elf kam zu einem hart erkämpften 2:1 (1:1)-Sieg gegen die Australierinnen. Samantha Kerr brachte die Gäste in Führung (28.), Inka Grings gelang der Ausgleich (36.), bevor die eingewechselte Martina Müller für die Entscheidung sorgte (71.).
“Ich bin mit dem Ergebnis zufrieden, aber wir haben uns das Leben selber schwer gemacht”, so Bundestrainerin Silvia Neid.
Nur eine Änderung Neid nahm vor der enttäuschenden Kulisse von nur 7 229 Zuschauern – der schlechtesten seit August 2007 – im Vergleich zum 5:0-Sieg gegen Kanada nur eine Änderung in der Startformation vor, statt Nadine Angerer durfte Uschi Holl das Tor hüten. Ansonsten vertraute sie erneut auf das Duo Lena Goeßling und Saskia Bartusiak in der Innenverteidigung sowie Kim Kulig und Simone Laudehr auf der Doppel-Sechs.
Druckvoller Beginn Von Beginn an war die DFB-Elf im Vorwärtsgang, nach Vorarbeit von Birgit Prinz und Kerstin Garefrekes vergab Simone Laudehr nur knapp mit einem Schrägschuss die erste gute Gelegenheit (3.). Der Asienmeister geriet früh unter Druck und hatte Glück, dass Laudehr (5.), Kulig (12.) und Garefrekes (16.) beste Torchancen ausließen. Nach einer präzisen Flanke von Babett Peter hatte Inka Grings die Führung auf dem Kopf, doch der Ball ging an die Latte (18.).
Garefrekes verletzt Drei Minuten dann einen Schrecksekunde: Garefrekes prallte im Mittelkreis bei einem Zweikampf unglücklich mit Sally Shipard zusammen und musste mit einer Innenbanddehnung im linken Knie früh vom Platz – für sie rückte Célia Okoyino da Mbabi ins Team.
Australien geht in Führung Und die DFB-Elf schien den Ausfall von Garefrekes erst einmal verkraften zu müssen, Australien nutzte die kurze Schwächephase aus heiterem Himmel zur Führung. Die erst 17-Jährige Samantha Kerr spritzte nach einer weiten Flanke in die Schnittstelle zwischen Peter und Bartusiak und hob den Ball geschickt mit dem Außenrist über die aus dem Tor eilende Holl hinweg ins Netz (28.).
Ausgleich durch Grings Nach und nach fand die deutsche Elf aber wieder besser ins Spiel, Grings nutzte eine Vorlage von Bajramaj mit einem Drehschuss aus sechs Metern zum Ausgleich (36.). Und nur kurz darauf vergab die Duisburger Stürmerin – perfekt in Szene gesetzt von da Mbabi – allein vor Australiens Torhüterin Melissa Barbieri die Chance zur Führung (41.).
Debüt von Faißt Zur zweiten Halbzeit brachte Neid die beiden Wolfsburgerinnen Martina Müller und Verena Faißt ins Spiel. Das Offensivspiel der Deutschen war in der Anfangsviertelstunde nicht mehr ganz so präzise und druckvoll, gute Chancen blieben zunächst aus. Müller hatte nach einer Stunde die Führung auf dem Fuß, wurde aber im letzten Moment von Clare Polkinghorne abgeblockt (60.).
Probleme in der Defensive Das Spiel der DFB-Elf nahm nun wieder etwas mehr Fahrt und Struktur auf, ein Kopfball von Grings landete aber in den Armen von Barbieri (65.). Im Gegenzug musste Bartusiak im letzten Augenblick gegen Shipard klären (66.), bei einem der wenigen, aber gefährlichen Gegenstöße, bei denen die deutsche Viererkette Unsicherheiten zeigte. Kyah Simon versuchte es aus der zweiten Reihe (70.).
Siegtreffer durch Müller Nach schöner Vorarbeit von Bajramaj und Laudehr erzielte Müller nach schöner Vorarbeit von Bajramaj und Laudehr aus kurzer Distanz im zweiten Versuch die Führung (71.), nachdem Barbieri den ersten Versuch noch abwehren konnte. Doch schon im Gegenzug wäre Simon nach einem Fehler von Faißt fast der Ausgleich gelungen, ihr Schuss strich nur Zentimeter am Pfosten vorbei (72.).
Zittern bis zum Schluss Und die Australierinnen blieben gefährlich, ein Kopfball von Kathryn Gill verfehlte sein Ziel nur knapp (79.). Müller vergab nach präziser Vorarbeit von Hingst und da Mbabi aus elf Metern die Chance zur Entscheidung (80.). In den Schlussminuten drängte die deutsche Elf auf einen dritten Treffer, der aber nicht mehr gelang, wenngleich sich durch einen Kopfball von Laudehr (89.) und einen Schuss von Okoyino da Mbabi noch einmal gute Chancen boten (90.).