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2010

Die Tops und Flops der Woche 40/2010

Starke Bundesligisten und eine treffsichere Zweitligaschützin stehen in dieser Woche genauso im Brennpunkt unserer Tops und Flops wie derbe Niederlagen und die Qualifikation für die Frauenfußball-WM 2011.

Gleich drei Teams der Stunde 1. FFC Frankfurt, Hamburger SV und SC 07 Bad Neuenahr heißen die Teams der Stunde in der Frauenfußball-Bundesliga. Die Hessinnen eilen nach dem holprigen Saisonstart inzwischen von Sieg zu Sieg und holten aus den vergangenen sechs Spielen die Maximalausbeute von 18 Punkten bei einem Torverhältnis von 28:4. Vorläufiger Höhepunkt war der 8:0-Auswärtssieg bei der SG Essen-Schönebeck. Doch auch der Hamburger SV macht von sich reden. Zu Buche stehen drei Siege aus den vergangenen drei Spielen, darunter Siege gegen namhafte Gegner wie den VfL Wolfsburg und den FC Bayern München. Und klammert man die Heimniederlage gegen den FCR 2001 Duisburg aus, läuft es auch beim SC 07 Bad Neuenahr derzeit wie aus einem Guss. 7:0 gewann man am Sonntag beim FF USV Jena, immerhin DFB-Pokalfinalist der vergangenen Saison.

Starke Kulisse in Wolfsburg 3 124 Zuschauer verfolgten dank Saisoneröffnungsfest den 4:3-Auftaktsieg gegen den 1. FFC Frankfurt, nun wurde bereits zum zweiten Mal bei einem Heimspiel die 3 000er-Marke geknackt. Beim 3:2-Sieg gegen Duisburg strömten diesmal sogar 3 187 Zuschauer ins Stadion. Verantwortlich war diesmal die Einladung der Teilnehmer des DFB-Wettbewerbs „Team2011“ aus den Kreisen Wolfsburg, Helmstedt und Gifhorn. Die Aktion stieß auf große Resonanz. „Die Kulisse war beeindruckend“, freute sich Wolfsburgs Trainer und Sportlicher Leiter Ralf Kellermann.

Bernhard im Torrausch Ein Tag wie kein anderer war der Sonntag für Birgit Bernhart vom 1. FFC 08 Niederkirchen. Die Stürmerin und zugleich Co-Trainerin ihres Teams lag mit ihrem Team gegen den SC Sand zur Halbzeit verdient mit 0:1 im Rückstand. Doch dann schlug ihre große Stunde: Binnen 20 Minuten zerlegte sie mit vier Treffern (48., 52., 57., 68.) den Gegner im Alleingang, in der 89. Minute setzte sie dann mit ihrem fünften Treffer den krönenden Schlusspunkt beim 6:2-Sieg.

Respektables Remis für China In der näheren Vergangenheit bestimmten meist Länder wie Japan, Nordkorea oder Südkorea die Schlagzeilen, wenn es um erfolgreiche asiatische Frauenfußball-Teams ging. Die einstige Frauenfußball-Großmacht China geriet ein wenig in Vergessenheit. Doch jetzt haben die „Steel Roses“ wieder einmal ein kräftiges Lebenszeichen von sich gegeben. In einem Testspiel gegen den Weltranglistenersten USA holte das Team in Chester/Pennsylvania ein respektables 1:1. Fast hätten die USA sogar nach sechs Jahren und 48 Spielen erstmals wieder eine Heimniederlage kassiert, doch Einwechselspielerin Alex Morgan gelang in der 83. Minute der späte Ausgleich, Ma Jun hatte die Chinesinnen mit einem sehenswerten Volleyschuss in der 37. Minute in Führung gebracht.

Böse Klatschen für Essen und Jena 0:8 und 0:7 – für die SG Essen-Schönebeck und den FF USV Jena brachte der neunte Bundesliga-Spieltag bittere Niederlagen. Essens Melanie Hoffmann würde ihr 200. Bundesligaspiel wohl am liebsten gerne ungeschehen machen. Ein erbärmliches Bild habe das Team gegen den 1. FFC Frankfurt abgegeben, konstatierte die WAZ. Kaum Laufbereitschaft und ein katastrophales Spiel ohne Ball habe die Essener Elf ausgezeichnet. Doch nicht minder bedient war man beim FF USV Jena nach der Demütigung durch den SC 07 Bad Neuenahr. „Land unter im Paradies“ titelte der Verein seine eigene Pressemitteilung. Eine „zwar ersatzgeschwächte, aber dennoch charakterlose Jenaer Mannschaft hinterließ bei den Zuschauern blankes Entsetzen“, ging man mit dem eigenen Verein hart ins Gericht.

Dänemarks sang- und klangloses WM-Aus Während die Schweiz weiter von der Frauenfußball-WM 2011 in Deutschland träumen darf, hat sich dies für Dänemark erledigt. Nach dem enttäuschenden Vorrunden-Aus bei der EM 2009 in Finnland musste sich der Favorit mit 1:3 und 0:0 gegen die Schweizerinnen geschlagen geben. Die mangelnde Konstanz ist seit Jahren ein Problem des Teams von Trainer Kenneth Heiner-Møller. „Wenn man keine Tore schießt, kann man auch nicht zur WM fahren“, so eine enttäuschte Katrine Pedersen.

Fragwürdiger Modus Während sich in Europa einige Mannschaften derzeit einem wahren Playoff-Marathon stellen müssen, in der Hoffnung ein WM-Ticket zu ergattern, kann sich Neuseeland bereits genüsslich zurücklegen. Die sportliche Qualität ist den Neuseeländerinnen keineswegs abzusprechen, doch die WM-Qualifikation kam einem Freifahrtschein gleich. 14:0 gegen Vanuatu, 10:0 gegen die Cook-Inseln, 7:0 gegen Tahiti, 8:0 gegen die Salomon-Inseln und 11:0 gegen Papua Neuguinea hießen die Stolperstein auf dem Weg zur Teilnahme an der Frauenfußball-WM 2011.

Zweistellige Ohrfeigen Auch in anderen europäischen Ländern musste einige Teams an diesem Wochenende bittere Niederlage einstecken. In der schottischen Premier League kamen die FC Kilmarnock Ladies zum wiederholten Male in dieser Saison unter die Räder. Auf eigenem Platz unterlag man Glasgow City FC mit 0:16. Immerhin besser als im Hinspiel, denn da gab es ein 0:29. Für Kilmarnock war es bereits die zehnte zweistellige Niederlage in dieser Saison. In Serbien erhielt der ŽFK MaÄ�va beim ŽFK Mašinac eine 0:13-Abfuhr, in Dänemark unterlag Vejle BK bei Duisburgs nächstem Champions-League-Gegner Fortuna Hjørring mit 0:10.