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2010

U17-WM: Südkorea und Japan bestreiten Finale

Erst zum zweiten Mal wird es bei einem FIFA-Turnier ein rein asiatisches Finale geben. Südkorea und Japan werden von Samstag auf Sonntag um den Titel bei der U17-WM in Trinidad und Tobago kämpfen. Dabei lagen beide Teams in ihren Halbfinalpartien zunächst im Rückstand.

Als erstes Team zog Südkorea ins Endspiel ein, dank eines 2:1 (2:1)-Siegs gegen Spanien. Erneut bewiesen die Südkoreanerinnen Moral, denn wie schon im Viertelfinale gegen Nigeria geriet das Team erneut in Rückstand. Spaniens Kapitänin Amanda Sampedro brachte ihr Team aus kurzer Distanz nach schöner Flanke und Vorarbeit von Alexia Putellas mit einer Volleyabnahme in Führung (23.).

Yeo Min Ji erzielt achtes Turniertor Doch die Antwort der Asiatinnen ließ nicht lange auf sich warten. Wer sonst als Yeo Min Ji sollte es sein, die herausragende Stürmerin köpfte aus kurzer Distanz zum Ausgleich ein (25.) und baute mit ihrem achten Turniertreffer die Führung in der Torschützenliste aus. Und noch vor der Pause gelang Südkorea die Entscheidung: Joo Soojin schaltete nach einem Ausrutscher von Ivana Andrés am Schnellsten, umkurvte Spaniens Torhüterin Dolores Gallardo und schob trocken den Ball ins Netz (39.).

Beide Teams vergeben gute Chancen In der zweiten Halbzeit warf Spanien noch einmal alles nach vorne, Nagore Calderon scheiterte mit einem Schuss an der glänzend reagierenden südkoreanischen Torhüterin Kim Minah. Doch Spanien hatte auch Glück, sich bei zwei schnell vorgetragenen Kontern der Südkoreanerinnen nicht den dritten Gegentreffer einzufangen, Lee Geum Min vergab die mögliche Entscheidung (67.). In der Schlussphase kam Spanien dem Ausgleich noch einmal nahe, doch erneut Calderon scheiterte genauso mit einem Kopfball, wie Paloma Lazaro, deren Schuss aus aussichtsreicher Position am Tor vorbei ging.

Japan überlegen Im zweiten Halbfinale setzte sich Japan mit 2:1 (0:0) gegen Nordkorea durch. Kim Kum Yong brachte die Nordkoreanerinnen in Führung (59.), doch Hikari Takagi (69.) und Kumi Yokoyama (70.) drehten die Partie binnen einer Minute zugunsten der Japanerinnen. In der torlosen ersten Halbzeit war Japan die Spiel bestimmende Mannschaft, fand jedoch keine Lücke in der wie schon den vergangenen Spielen kompakt stehenden Defensive des Gegners, obwohl sich zwei gute Torchancen boten. Mai Kyokawa traf von der Strafraumgrenze mit einem wuchtigen Schuss nur die Latte (20.), nach einer guten halben Stunde scheiterte Haruna Kawashima nur knapp mit einem Volleyschuss.

Traum-Solo von Yokoyama Die Nordkoreanerinnen kamen mit mehr Schwung aus der Kabine, und das sollte sich schnell bezahlt machen. Einen Freistoß der eingewechselten Kim Yun Mi konnte Japans Torhüterin Eri Hirao nicht festhalten, Kim Kum Yong brauchte nur noch abzustauben (59.). Doch Japan ließ sich durch den Rückstand nicht aus der Ruhe bringen. Eine Flanke von Haruka Hamada nutzte Tagaki am kurzen Pfosten per Kopf zum Ausgleich (69.), nur Augenblicke später erzielte die erst nach einer halben Stunde eingewechselte Yokoyama den Siegtreffer (70.), der wohl als schönstes Tor des Turniers einen bleibenden Platz in der WM-Geschichte finden wird. 30 Meter vor dem Tor kam sie an den Ball, spielte auf dem Weg in den Strafraum nicht weniger als sechs nordkoreanische Gegenspielerinnen aus und verwertete dann mit einem präzisen Flachschuss. Nordkorea versuchte zwar noch einmal ins Spiel zurückzukommen, doch Japan brachte die Führung souverän über die Zeit.

Rein asiatisches Finale In der Nacht von Samstag auf Sonntag (ab 0.00 Uhr live auf Eurosport) kommt es nun zwischen Südkorea und Japan erst zum zweiten Mal in der Geschichte zu einem rein asiatischen Finale in einem FIFA-Turnier. Die beiden unterlegenen Halbfinalisten Spanien und Nordkorea bestreiten zuvor das Spiel um Platz 3.