U17-WM: Deutschland scheitert an Nordkorea
Nach einer überragenden Vorrunde musste Deutschland im Viertelfinale der U17-WM in Trinidad und Tobago die Segel streichen. Gegen den amtierenden Titelträger aus Nordkorea gab es eine enttäuschende Niederlage.
Beim 0:1 (0:1) machte der Treffer von Kim Kum Jong kurz vor der Pause den Unterschied (44.) in einem Spiel, in dem der DFB-Elf nach einer halben Stunde zunehmend die Ideen gegen die kompakt agierenden Asiatinnen ausgingen.
“Wir hatten uns so viel vorgenommen für dieses Spiel”, so ein enttäuschter Bundestrainer Ralf Peter , “aber die Koreanerinnen waren in der Abwehr sehr gut organisiert und habe es uns heute extrem schwer gemacht.” Peter vertraute auf dieselbe Anfangsformation, die auch beim 3:0-Sieg im letzten Gruppenspiel gegen Südkorea begonnen hatte. Lena Nuding erhielt im Tor erneut den Vorzug vor Friederike Abt.
DFB-Elf mit gutem Start Die deutsche Mannschaft übernahm sofort das Kommando, Melanie Leupolz gab aus 20 Metern einen ersten Warnschuss ab (9.). Die DFB-Elf kontrollierte die Partie auch in der Folge, Kyra Malinowski hatte per Kopf nach Leupolz-Flanke und schöner Vorarbeit von Lina Magull die nächste Chance (18.). Ein missglückter Abwurf von Nuding bescherte den Nordkoreanerinnen die erste Torchance, Choe Yong Wa verfehlte mit ihrem Schuss aber das Gehäuse (22.).
Sonntagsschuss bringt Entscheidung Nordkorea fand allmählich besser ins Spiel, nach einer Ecke brannte es im deutschen Strafraum lichterloh, doch Isabella Schmid klärte den Ball per Kopf auf der Linie (32.). Leupolz kam zu einer Zufallschance, als der Ball quer durch den Strafraum sprang, doch ihr Kopfball ging neben das Tor (38.). Kurz vor der Pause ging Nordkorea in Führung, Kim Kum Jong zog aus 30 Metern ab, der Ball passte genau in den Winkel (44.).
Enttäuschende zweite Halbzeit In der zweiten Halbzeit kam die DFB-Elf nur schwer in die Gänge, vom Glanz der Vorrunde war gegen die kompakten und gut organisierten Asiatinnen nichts zu sehen. Lena Petermann hatte nach einer Ecke den Ausgleich auf dem Fuß, doch sie traf den Ball nicht richtig (62.). Insgesamt wirkte das Spiel der deutschen Mannschaft verkrampft und ideenlos. Ein Magull-Schuss in der Schlussphase war schon eher der Verzweiflung geschuldet (83.). Zwar versuchten die deutschen Spielerinnen in den Schlussminuten noch einmal alles, doch echte Torchancen gab es nicht mehr.
Südkorea schlägt Nigeria in denkwürdigem Spiel Als erste Mannschaft zog Südkorea ins Halbfinale ein. In einem verrückten Spiel bezwang der Asienmeister den Titelträger aus Afrika mit 6:5 nach Verlängerung, nach regulären 90 Minuten hatte es 4:4 gestanden. Dabei lagen die Nigerianerinnen bereits nach 180 Sekunden durch Tore von Loveth Ayila (2.) und Winifred Eyebhoria (3.) mit 2:0 in Führung.
Bunter Torreigen Doch Lee Geum Min (15.) und Yeo Min Ji (23.) brachten die Südkoreanerinnen wieder heran. Ngozi Okobi brachte Nigeria aber noch vor der Pause erneut in Führung (37.), ein verwandelter Foulelfmeter von Yeo Min Ji brachte das 3:3 (70.). Als Yeo Min Ji ihr Team kurz vor Schluss in Führung brachte (89.), schien die Partie gelaufen, doch Ngozi Okobi rettete ihr Team in die Verlängerung (90.+1). Dort hatten die Südkoreanerinnen mehr zuzusetzen, Kim Areum (94.) und Yeo Min Ji (98.) mit ihrem vierten Treffer stellten auf 6:4. Loveth Ayila gab ihrem Team noch einmal Hoffnung (103.), doch Südkorea brachte den hart erkämpften Sieg über die Zeit.
Gemischte Gefühlslagen Südkoreas Trainer Choi Duck Joo erklärte: „Ich habe immer daran geglaubt, dass wir zurückkommen können. Ich bin natürlich sehr zufrieden, wie das heute gelaufen ist, aber es hätte aber auch anders ausgehen können. Wir müssen an unserer Defensive arbeiten.“ Nigerias Trainer Peter Dedevbo erklärte: „Fußball ist nicht immer ein Wunschkonzert. Manchmal verliert man, wenn man eigentlich gewinnen sollte. Nach der frühen Führung haben wir unsere Konzentration verloren und sind dafür bestraft worden. Dabei hätten wir nur den Ball halten müssen, aber wir haben die Kontrolle abgegeben.“