Die Tops und Flops der Woche 34/2010
In dieser Ausgabe unserer Tops und Flops geht es misslungene Saisonstarts, viele Tore, eine spektakuläre Neuverpflichtung, eine viel diskutierte Rote Karte und schlechte Kommunikation.
Saarbrücken trotzt den Kritikern In der vergangenen Saison wurden sie von vielen als erster Absteiger gehandelt – und auch in diesem Jahr ist die Kuh nach drei Spieltagen selbstredend noch nicht vom Eis. Doch der Saisonstart, den der 1. FC Saarbrücken mit zwei Siegen aus drei Partien hingelegt hat, ist aller Ehren wert. Wichtig dabei ist, dass die Saarbrückerinnen gegen die direkten Konkurrenten aus Jena und Leverkusen die Nerven behalten volle drei Punkte geholt haben. “Wir genießen die Tabelle”, so ein sichtlich gut gelaunter Trainer Stephan Fröhlich, denn dort rangieren die Saarländerinnen nach dem 2:0-Erfolg gegen Bayer 04 Leverkusen auf dem vierten Platz. Martina Müller lässt es krachen Ein Hattrick binnen zehn Minuten und es stand 3:0 für den VfL Wolfsburg gegen den Herforder SV. Doch dabei wollte es Martina Müller nicht belassen, insgesamt traf sie fünfmal gegen den Bundesligaaufsteiger. Damit hat sich die Nationalspielerin auf Platz eins der Torschützenliste geschoben – vielleicht bekommt Inka Grings in dieser Saison ja mal richtig Konkurrenz…
Favoriten im Gleichschritt Der SC Freiburg und der 1. FC Köln sind im Aufstiegskampf der Zweiten Bundesliga Süd wohl die größten Favoriten – und bislang geben sich beide Teams keine Blöße. Mit 4:1 gewannen die Kölnerinnen auf heimischem Platz gegen die Zweitvertretung des FC Bayern München. Die Breisgauerinnen machten es deutlich spannender und gewannen nur knapp mit 1:0 gegen den TSV Crailsheim. Freiburg und Köln liegen nun punktgleich an der Tabellenspitze – als einzige Mannschaften, die bislang alle drei Spiele gewinnen konnten.
Freiburg holt Makanza Nach Essi Sainio hat sich der SC Freiburg mit der zweiten prominenten Spielerin verstärkt. Kurz vor Ende der Transferphase (31. August) sicherte sich der Erstligaabsteiger die Dienste von Frankreichs U20-Nationalspielerin Marina Makanza. Sie war bei der U20-Weltmeisterschaft im Sommer mit drei Treffern die erfolgreichste Torschützin der „Équipe Tricolore“.
Rote Karten gegen Spielerin und Trainer Das Duell zwischen dem 1. FFC Turbine Potsdam und dem 1. FFC Frankfurt ist immer emotionsgeladen, und so wurden auch die Roten Karten gegen Potsdams Tabea Kemme und Frankfurts Trainer Sven Kahlert heftig diskutiert. Schiedsrichterin Miriam Dietz lag mit ihren Karten richtig, schließlich hat Kemme eine möglicherweise schwere Verletzung ihrer Gegnerin billigend in Kauf genommen, und auf der anderen Seite ist das Wegstoßen einer Spielerin seitens des gegnerischen Trainers nicht akzeptabel. Beide haben ihre Sperren (Kemme vier Spiele, Kahlert ein Spiel) akzeptiert.
Drei punktlose Clubs in der Nordstaffel Einen klassischen Fehlstart haben die Teams des FSV Gütersloh 2009, des FFC Magdeburgs und des BV Cloppenburgs hingelegt. Die drei Zweitligisten aus der Nordstaffel haben ihre drei Auftaktbegegnungen alle verloren und liegen punktlos am Tabellenende – Magdeburg und Cloppenburg dabei sogar ohne ein einziges erzieltes Tor. Interessant: In der Südstaffel gibt es nach dem dritten Spieltag keine einzige Mannschaft, die nicht mindestens einen Punkt erspielt hat.
Niederlagen der Zweitvertretungen Was haben die Zweitvertretungen der Erstligisten in der Südstaffel gemeinsam? Sie alle drei haben ihre Spiele am Wochenende verloren – und das zum Teil hoch. Der FCR 2001 Duisburg II unterlag daheim dem VfL Sindelfingen mit 0:5, der FC Bayern München II auswärts beim 1. FC Köln 1:4. Am knappsten war es in der Partie des 1. FFC Frankfurt II bei der TSG Hoffenheim – die Hessinnen unterlagen mit 0:1 – das allerdings gegen einen Aufsteiger.
Super League wenig professionell In der sportlichen Struktur orientiert sich die für 2011 geplante englische Profiliga an der US-amerikanischen WPS. Die schreibt momentan eher Negativschlagzeilen, der „kleine Bruder“ in England gar keine. Der Saisonstart wird genauso wenig kommuniziert wie der Großteil der Vereinswechsel von Nationalspielerinnen zu Super-League-Vereinen. Die Premier League hat begonnen, die Super League wird es irgendwann im kommenden Frühjahr tun. Bis dahin gibt es keine Liga auf höchstem Niveau, Arsenal und Everton treten quasi ohne Spielpraxis in der Champions League an. Die Startplätze für 2011 werden in Ermangelung einer Liga über den FA Women’s Cup vergeben.