Bundesliga: Favoritensiege am zweiten Spieltag

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Zum Auftakt des zweiten Spieltags der Frauenfußball-Bundesliga kam Meister 1. FFC Turbine Potsdam zu einem ungefährdeten Sieg beim FC Bayern München, der VfL Wolfsburg hatte hingegen Mühe, seinen zweiten Sieg unter Dach und Fach zu bringen. Der 1. FFC Frankfurt und der FF USV Jena fuhren jeweils ihren ersten Dreier ein. Am Nachmittag siegten dann auch der FCR 2001 Duisburg und der SC 07 Bad Neuenahr.

785 Zuschauer sahen im Sportpark Aschheim einen klaren 3:0 (1:0)-Sieg Turbines. Viola Odebrecht (18.), Nadine Kessler (55.) und Anja Mittag (67.) erzielten bei sommerlichen Verhältnissen die Treffer. Trainer Bernd Schröder war hoch zufrieden: „Zu Beginn des Spiels haben wir nicht gut gespielt, aber nach dem tollen Führungstreffer von Viola Odebrecht hatten wir keine größeren Probleme mehr. Ich freue mich, dass wir das erste Mal seit fünf Jahren hier gewonnen haben.“

Traumtor durch Odebrecht
Nur in der Anfangsviertelstunde überzeugten die Gastgeberinnen durch Aggressivität und Zweikampfstärke, Nicole Banecki (7.) und Julia Simic (16.) vergaben gute Möglichkeiten. Doch nach der Führung durch Odebrecht, die fast von der Strafraumgrenze eine Flanke von Fatmire Bajramaj verwertete, kippte das Spiel früh zugunsten der Gäste (18.).

Nur wenige Torchancen
Torchancen hatten in der Folge jedoch auf beiden Seiten eher Seltenheitswert, Bajramaj scheiterte mit einem Heber nach Pass von Jennifer Zietz (24.), Petra Wimbersky hatte bei einem Drehschuss aus 20 Metern eine ihrer wenigen guten Szenen (28.).

Banecki trifft Pfosten
Anfangs der zweiten Halbzeit scheiterte Yuki Nagasato an Torhüterin Kathrin Lehmann (48.), besser machte es kurz darauf Kessler, die aus 20 Metern die Führung ausbaute (55.). Bayern kam einem Anschlusstreffer jedoch nahe, als Nicole Banecki nach Pass von Wimbersky nur den Pfosten traf (61.).

Sarholz verhindert Ehrentreffer
Anja Mittag war es dann vorbehalten, aus 15 Metern für die endgültige Entscheidung zu sorgen (67.). Turbine-Keeperin Anna Felicitas Sarholz konnte sich bei einem Schuss von Wimbersky auszeichnen (72.), einen Freistoß der ehemaligen Nationalspielerin lenkte sie mit den Fingerspitzen an die Querlatte (80.). Die eingewechselte Jessica verpasste aus 15 Metern die Chance, den Erfolg in die Höhe zu schrauben (84.).

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Wörle beklagt mangelnde Chancenverwertung
Bayern Münchens Trainer Thomas Wörle haderte: „Wenn Julia Simic am Anfang die Führung erzielt hätte, hätten wir wohl ein anderes Spiel gesehen. Wir haben nicht ängstlich, aber doch ein wenig zu unentschlossen agiert, insgesamt haben wir Turbine aber gar nicht so viele Chancen gelassen.“

Maes und Ando treffen für Duisburg
Der FCR 2001 Duisburg kam zu einem 2:0 (1:0)-Sieg bei der SG Essen-Schönebeck, Femke Maes (30.) mit einem Schuss aus 12 Metern und Kozue Ando (69.), die einen Abpraller vom Pfosten verwertete, trafen beim ungefährdeten Sieg. Erstmals nach ihrer Verletzung konnte Linda Bresonik wieder spielen, sie übernahm die Sechserposition von Annemieke Kiesel, die nach ihrem 70-minütigen Einsatz beim 4:0-Sieg für die Niederlande in Weißrussland am Samstag geschont wurde.

Essen zu ängstlich
Duisburgs Trainerin Martina Voss-Tecklenburg sah einen „völlg verdienten“ Sieg und freute sich. „Es ist schon lange her, dass ich hier einmal wieder drei Punkte mitnehmen kann. Wir haben das Spiel dominiert, haben allerdings nicht so zwingend nach vorne gespielt wie wir das können.“ Essens Trainer Markus Högner räumte nach dem Spiel ein: „Duisburg ist nicht unsere Kragenweite; der Sieg ist absolut verdient. Mich ärgert allerdings, dass meine Mannschaft zu ängstlich gespielt hat. Insgeheim hatte ich doch auf einen Punktgewinn gehofft.“

Frankfurt nicht schön, aber torreich
Der 1. FFC Frankfurt hat nach der Niederlage beim VfL Wolfsbur in der vergangenen Woche im Heimspiel gegen den Herforder SV mit 6:0 gewonnen. „Das Beste an diesem Spiel ist das Ergebnis“, so FFC-Trainer Sven Kahlert, der mit dem Auftritt seiner Mannschaft „zu keinster Zeit zufrieden“ war. Der FFC hatte seine Mühe mit dem Aufsteiger, der durchaus versuchte mitzuspielen. „Mit den ersten 60 Minuten bin ich sehr zufrieden“, so Herfords Trainerin Tanja Schulte. Bis dahin hatte ihre Mannschaft nach Toren von Conny Pohlers (33.) und Kerstin Garefrekes (37.) „nur“ mit 0:2 zurückgelegen und gerade in der Anfangsphase der zweiten Halbzeit mit mehr Biss und Drang nach vorne gespielt.

Kerstin Garefrekes, gegen Herford dreimal erfolgreich, setzt sich durch. (c) Nora Kruse

Schulte verärgert
Nach einer Stunde ließ die Leistung des Bundesliga-Rückkehrers allerdings nach. „Dass wir so einbrechen, ist ärgerlich“, haderte Schulte mit der verbleibenden halben Stunde, in der sie das Gefühl gehabt habe, ihre Mannschaft habe aufgegeben. Der endgültige Bruch kam mit dem 3:0 von Meike Weber in der 73. Minute – Vorbereiterin war HSV-Abwehrspielerin Sabrina Schlottmann, die Weber den Ball direkt auflegte. „Der Gegner hat nachgelassen, dadurch ergaben sich natürlich Räume“, so Kahlert, dessen Mannschaft in der Folgezeit noch drei weitere Treffer nachlegen konnte: Garefrekes (79./89.) und Behringer (86.) schraubten das Ergebnis in die Höhe.

„Die letzten zwanzig Minuten waren eine Katastrophe“, war die HSV-Trainerin sichtlich bedient von der Vorstellung ihrer Elf. „Jedes Gegentor kann am Ende entscheidend sein – darüber hatten wir gesprochen.“ Auf Frankfurter Seite wollte Kahlert über die Partie lieber „den Mantel des Schweigens“ legen und war sich im Klaren darüber, dass man „so nicht gegen Potsdam“ in der kommenden Woche auftreten könne.

Wolfsburg macht es spannend
Der VfL Wolfsburg schien beim 3:2 (2:0)-Sieg gegen den 1. FC Saarbrücken früh auf der Siegerstraße, nachdem Navina Omilade (5.) und Martina Müller (13.) frühe Treffer erzielten. Doch nach dem Platzverweis gegen Omilade kurz vor der Pause wegen einer Notbremse macht es Cynthia Uwak (22. und 67.) noch einmal spannend, ehe Zsanett Jakabfi für die Entscheidung sorgte (80.).

Kellermann beklagt Chancenverwertung
Wolfburgs Trainer Ralf Kellermann erklärte: „Das war ein verdienter Erfolg meiner Mannschaft. Wir haben uns das Leben aufgrund der mangelnden Chancenverwertung selbst schwer gemacht. Mit der Unterzahl in der zweiten Hälfte war es plötzlich ein anderes Spiel. Wir haben trotzdem kaum was zugelassen und selbst zu viele Chancen vergeben.“ Saarbrücken-Trainer Stephan Fröhlich meinte: „Wir müssen anerkennen, dass die Gäste heute die bessere Mannschaft waren. Dennoch muss ich meiner Mannschaft ein Kompliment machen, dass sie nach dem Rückstand noch zum Ausgleich gekommen ist.“

Jena landet wichtigen Auswärtserfolg
Auch der FF USV Jena konnte einen klaren Erfolg feiern – bei Aufsteiger Bayer 04 Leverkusen siegte der USV überraschend deutlich mit 4:0 (1:0). Genoveva Anonma sorgte für die frühe Führung (6.), ein weiteres Tor von Anonma (59.) sowie Treffer von Julia Arnold (49.) und Sylvia Arnold (74.) machten die Auftaktniederlage gegen den 1. FC Saarbrücken vergessen. Jenas Trainer Thorsten Zaunmüller war zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft. Er sah einen „verdienten Sieg, bei dem die taktischen Vorgaben gut umgesetzt wurden.“

HSV verliert in der Schlussphase
Der Hamburger SV verlor sein Heimspiel gegen den SC 07 Bad Neuenahr klar mit 0:3 (0:0). Dabei fielen alle Treffer für die Gäste in der Schlussviertelstunde. Leonie Maier brach den Bann (80.), ehe Bianca Rech (87.) und Célia Okoyino da Mbabi (90.) für die Entscheidung sorgten.

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laasee
laasee

MVT has it good. The ‚exodus‘ players have not been missed and they now experience the reality of football life…………more playing time but with clubs at the bottom of the Buli.

Detlef
Detlef

@laasee,
Der FCR hatte bis jetzt auch noch keinen „richtigen Gegner“, der das Fehlen der Stammkräfte offenbaren konnte!!!
Weder in der CL, noch in der Bundesliga, wurden die Löwinnen bis jetzt ernsthaft gefordert!!!

jeanwood
jeanwood

@Detlef laasee hat nicht ohne Grund darauf hingewiesen, dass die Spielerinnen, die im Rahmen des Massenexodus den fcr nach der letzten Saison verlassen haben, nun neue Erfahrungen machen. Jetzt haben sie mehr Spielzeit, werden aber auch mit dem harten Spielalltag konfrontiert. Sowohl Bayer Laverkusen ( mit 2 ex-fcrlern ) als auch SGS ( mit 4 ex-fcrlern ) haben einen klassischen Fehlstart hingelegt und beide haben mehr oder weniger klar in der direkten Begegnung gegen ihren Ex-Club die derzeitige Überlegenheit des FCR anerkennen müssen. Mehr hat er nicht gesagt. Die Spiele gegen stärkere Gegner, wobei nach den Erfahrungen mit TP-Fans sie… Weiterlesen »

jeanwood
jeanwood

Ups, der Verein heisst natürlich Bayer L e verkusen, nicht Laverkusen.

laasee
laasee

@ Detlef

Food are a ‚richtigen Gegner‘ for Duisburg. Only Potsdam have been a more difficult opponent in recent seasons . The 2 0 win yesterday is evidence that FCR are in good shape.

My original point is that the ‚ exodus ‚ players leave FCR because they want to play games. Maybe some of those players end up playing next year in Buli 2 South . Is that good for them?

@jeanwood

Laverkusen?…….do you want a job as the information annoucer at the PCC Stadion?……ja?

jeanwood
jeanwood

No, believe me, its better, that I don`t get this “ La(v)ber “ Job.
I think, the guy in the PCC-Stadion will do his best to announce everything around fcr and the guestsoccer-team.

Webcam
Webcam

Zitat: „Die Spiele gegen stärkere Gegner, wobei nach den Erfahrungen mit TP-Fans sie damit sowieso nur ihren eigenen Club meinen“…

😉

Wie wahr …

Theo
Theo

cooler artikel über Erwartung und Realität beim FC B in der TAZ:

https://j.mp/cm3430

Detlef
Detlef

@jeanwood & Webcam,
Da habt Ihr aber nur mit einer Minderheit Erfahrungen gemacht!!!
Der Großteil der TURBINE-Fans sieht die Leistungen des eigenen Teams durchaus realistisch!!!

Zu meiner Einschätzung, der FCR hat noch keinen „richtigen Gegner“ gehabt, meinte ich nicht nur TURBINE!!!

Von den 3 Favoriten auf den Meistertitel, haben Frankfurt und Potsdam schon gegen „richtige Gegner“ gespielt!!!

Dazu zählen außer den 3 Topteams, noch Wolfsburg, Bad Neuenahr, und Bayern München!!!

jeanwood
jeanwood

Und was soll uns das jetzt sagen?

Detlef
Detlef

Der FCR spielt erst in 2 Wochen gegen einen Gegner, der ihnen sicherlich viel mehr abverlangen wird, als alle anderen zuvor!!!
Erst dann sieht man, wo Duisburg steht!!!

FFFan
FFFan

Zum Spiel FC Bayern München – 1.FFC Turbine Potsdam 0:3 (0:1): FCB: Lehmann (2) – Wenninger (5), Paukner (4), de Pol (4), Aigner (4) – Wörle (4,5), Schnaderbeck (4,5) – Wimbersky (2,5), Simic (4), Banecki (3) – Bachor (4) 57. Bürki (4) für Bachor 57. Lotzen (2,5) für Simic 77. Mirlach (-) für Schnaderbeck TP: Sarholz (3) – Schmidt (3,5), Peter (2,5), Henning (3) – Odebrecht (2), Keßler (3), Zietz (2,5), Kemme (3,5) – Nagasato (3), Mittag (2), Bajramaj (1) 46. Löwenberg (3,5) für Schmidt 69. Wich (-) für Nagasato 83. Schröder (-) für Kemme SR: Martina Storch-Schäfer (Petersberg), Note… Weiterlesen »

ilovemilka
ilovemilka

@FFFan
Wenninger als einzige eine 5 ? Da frag ich mich schon welches Spiel du gesehen hast. Bayern gegen Potsdam sicher nicht. Aber macht nichts, guckst du dfb.tv und dann kannst du deine Bewertung
ja korrigieren.

Detlef
Detlef

Note 3 für FELIX??? Wie viele Tore hat sie nochmal reinbekommen??? Note 2 für Lehmann??? Wie viele Tore??? JOSI war mindestens so gut wie BABS!!! DANI spielte etwas besser als BIANCA!!! KESSI ist mit Note 3 zu gut weggekommen, trotz ihres schönen Tores!!! Gleiches gilt für YUKI, die sich steigern muß, um in der Startformation zu bleiben!!! TABEA habe ich besser gesehen, lag etwa im Bereich von JENNY!!! VIOLA mit einem dicken Plus hinter der 2!!! Bei den Bayern-Ladies würde Nicole Banecki bei mir auch eine 2,5 bekommen, wie PIWI!!! Das Schiri.Gespann bekommt von mir die Note 2,5!!! Glück für… Weiterlesen »

rockpommel
rockpommel

„Glück für Potsdam, aber LIRA hätte nach ihrer Tätlichkeit gegen PIWI die rote Karte sehen müssen!!!“

Das kenn ich noch zu gut aus FCR-Zeiten!

Anscheinend sieht man Lira sowas gerne nach. 😉

Frank
Frank

Ich denke Rot war es nicht, Gelb hätte gereicht. Denn es war kein Schubser, sie hat mit der Schulter gerempelt. Worauf hin sich Piwi schön hat fallen gelassen.

FFFan
FFFan

@ ilovemilka: Wenninger ne 5? Ja, denn sie ließ Odebrecht ungehindert zum 0-1 einköpfen und kam beim 0-3 gegen Mittag zu spät. Das wirkt sich negativ auf die Note aus. Davon abgesehen war sie nicht besser oder schlechter als ihre Abwehrkolleginnen. Und zu der generellen Frage „was sieht FFFan eigentlich für Spiele?“: üblicherweise sehe ich mir das komplette Spiel (mindestens) zweimal auf DFB.TV an: beim ersten Durchgang (also idR während der Live-Übertragung) gehe ich eher ‚ganzheitlich‘ an die Sache ran, schaue, wer auf welcher Position spielt (die Spielstenogramme des DFB kann man diesbezüglich vergessen!) und versuche, so etwas wie eine… Weiterlesen »

fisch
fisch

Zum Anrempler von Lira: Niemals eine Rote Karte, Piwi fiel theatralisch und wollte eine rote Karte schinden. Das ist mindestens so
unsportlich wie der eher harmlose Rempler. Wegen Ihrem brutalen Revanchfoul gegen Jenny Zietz hatte Piwi gerade großzügig nur Gelb gesehen. Bloß gut, dass die erfahrene Storch-Schäfer das auch so gesehen hatte. Trotz Weltklasse, Lira muss aufpassen und ihr natürliches Temperament bei Foulspielen der Gegnerinnen zügeln. Nicht jede Schiri bewertet solche Szenen so realistisch und gelassen.

ilovemilka
ilovemilka

@FFFan Bei Tor Nummer 3 hat Wenninger, da gebe ich dir Recht, eine Teilschuld. Aber grundsätzlich machst du den Fehler, jener Spielerin die „Schuld“ zuzuweisen die am nähesten zur Torschützin steht. Aber alles der Reihe nach. Tor Nummer 1: Abstoß von Lehmann, Schnaderbeck verliert das Kopfballduell, Aigner agiert unglücklich und Bajramaj hat freie Bahn und kann ungehindert auf Odebrecht (die inzwischen einen Vollgas-Sprint von der Mittelinie angesetzt hat) flanken. Wimbersky (die ansonsten eine ganz starke Leistung geboten hat) steht kurz zuvor noch neben Odebrecht an der Mittelinie, übersieht aber wie sich Odebrecht absetzt und kann sie nicht mehr einholen. Übrigens:… Weiterlesen »