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2010

Die Tops und Flops der Woche 32/2010

In dieser Ausgabe unserer Reihe Tops und Flops beschäftigen wir uns mit treffsicheren Torjägerinnen, einer neuen Frauenfußball-Website sowie Lehrstunden für die Aufsteiger.

Grings lässt es fünfmal klingeln „Ich habe wahnsinnig viel vor. Ich will meine Bestleistung abrufen. Ich will eine Führungsrolle im Verein und der Nationalmannschaft ausfüllen. Ich will meine Mitspielerinnen mitreißen“ – das sagte Inka Grings, frisch gebackene Fußballerin des Jahres in der vergangenen Woche in einem lesenswerten Interview . Und ließ sogleich Taten folgen. Beim 9:0-Sieg gegen Bayer 04 Leverkusen traf sie gleich fünfmal ins Schwarze und setzte sich somit bereits nach dem ersten Spieltag wieder an die Spitze der Torjägerliste. Ein mehr als gelungener Einstand in die WM-Saison 2010/11.

Erfolgreicher Start für Saarbrücken Für die wohl größte Überraschung des ersten Spieltags der Frauenfußball-Bundesliga sorgte der 1. FC Saarbrücken. Beim DFB-Pokal-Finalisten FF USV Jena feierte das Team von Trainer Stephan Fröhlich dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung einen unerwarteten 3:1-Auswärtssieg . Bereits in der Anfangsviertelstunde legten Christina Arend und Nina Rauch den Grundstein zum Erfolg. Arends zweiter Treffer sorgte für die Entscheidung, zuvor hatte Saarbrücken ein wenig Glück, dass U20-Weltmeisterin Sylvia Arnold nur Pfosten und Latte traf. Nach dem Sieg im DFB-Pokal auch ein gelungener Start in die Liga für die als Abstiegskandidaten gehandelten Saarländerinnen.

Hartel schießt Hoffenheim in den siebten Himmel Auch eine andere Torjägerin machte am vergangenen Wochenende von sich reden. Susanne Hartel, in der 1. Hauptrunde des DFB-Pokals noch wegen einer Tätlichkeit vom Platz geflogen, aber dennoch für die 2. Frauenfußball-Bundesliga spielberechtigt, traf beim 3:0-Überraschungserfolg von Aufsteiger TSG 1899 Hoffenheim gegen den VfL Sindelfingen gleich dreimal ins Schwarze. Und benötigte dafür gerade einmal 16 Minuten. Schade nur, dass Susanne Hartels Website von dieser tollen Leistung noch nichts weiß, der letzte Eintrag stammt vom 16. März.

Soccerdonna erblickt Licht der Welt Bei der bevorstehenden Frauenfußball-WM 2011 in Deutschland will auch der Axel-Springer-Verlag ein Stück vom Kuchen abbekommen. Nur so ist wohl zu erklären, dass der 51prozentige Springer-Ableger Transfermarkt.de ein Online-Angebot zum Thema Frauenfußball gestartet hat – Soccerdonna.de . Wie auch der große Bruder liefert das Portal eine große Datenbank mit Infos aus der Frauenfußball-Bundesliga bis hinunter zu den Regionalligen. Darüber hinaus News, Porträts und ein Tippspiel. In Zukunft soll auch noch die von Transfermarkt.de bekannte Gerüchteküche folgen.

Lehrstunde für die Aufsteiger Die Aufsteiger in die Frauenfußball-Bundesliga und die zweite Frauenfußball-Bundesliga mussten gleich am ersten Spieltag bitteres Lehrgeld bezahlen. Bayer 04 Leverkusen fing sich beim FCR 2001 Duisburg eine herbe 0:9-Klatsche ein , nicht viel besser lief es für den 1. FFC Recklinghausen, der beim SC Freiburg mit 0:8 unter die Räder kam. Und der 1. FC Lübars unterlag auf eigenem Platz gegen den Hamburger SV II mit 1:6. Bleibt nur die Hoffnung, dass sich derartige Ergebnisse im weiteren Saisonverlauf nicht häufen, sind sie doch nicht gerade ein Aushängeschild für den Sport.

Fehlstart für den 1. FFC Frankfurt Drei Tore schoss der 1. FFC Frankfurt bei seinem Gastspiel in Wolfsburg. Genug, um ein Spiel, zu gewinnen. Sollte man meinen. Doch am Ende stand das Team von Trainer Sven Kahlert bei der 3:4-Niederlage ohne Punkte da. Enttäuschend war vor allem, wie leicht sich die wenig kompakte Frankfurter Defensive von einem keineswegs übermächtigen Gegner aushebeln ließ. Die Moral stimmt im Team, das zeigte die Aufholjagd nach dem 1:3, doch bessert sich die Defensivarbeit aller Mannschaftsteile nicht schon bald, könnte der Traum vom europäischen Wettbewerb bald schon wieder vorbei sein.

Ehrung durch Stellvertreter Zum zweiten Mal in Folge wurde Duisburgs Stürmerin Inka Grings bei der vom Fachmagazin „Kicker“ durchgeführten Wahl zur „Fußballerin des Jahres“ ausgezeichnet. Zur Ehrung schickte der „Kicker“ seinen stellvertretenden Chefredakteur Jörg Jakob nach Duisburg. Zur Auszeichnung Arjen Robbens begaben sich hingegen am vergangenen Freitag gleich die beiden Chefredakteure Rainer Holzschuh und Klaus Smentek in die Münchner Allianz Arena. Die „Kicker“-Berichterstattung über den Frauenfußball mag sich bereits verbessert haben, doch von Gleichbehandlung ist man noch meilenweit entfernt.

Umeå auf absteigendem Ast Es ist noch gar nicht lange her, da gehörte Umeå IK zu den Top-Adressen des europäischen Frauenfußballs. Noch im vergangenen Jahr stand man etwa im Halbfinale der Champions League. Doch die finanziellen Probleme sowie die Abgänge von Spielerinnen wie Weltfußballerin Marta, Ramona Bachmann oder auch Manager Roland Arnqvist haben Spuren hinterlassen. Eine 1:4-Niederlage gegen Limassol bedeutete das Aus in der Champions-League-Qualifikation , in der Liga hat man als Tabellenachter unfassbare 26 Punkte auf Spitzenreiter Malmö. Da kann man nur die Daumen drücken, dass das Team in den kommenden Jahren nicht komplett in der Versenkung verschwindet.