Interessante Ergebnisse zum Auftakt
Endlich rollt der Ball in der Frauenfußball-Bundesliga wieder! Und schon nach dem ersten Spieltag verspricht die Saison interessant zu werden, denn mit dem 1. FFC Frankfurt hat ein Meisterschaftsanwärter schon zu Beginn gepatzt.
Selbstbewusst war man in Frankfurt, dass es nach zwei Jahren ohne Titel in dieser Saison wieder nach ganz vorne reichen würde. Im Womensoccer -Interview hatte Trainer Sven Kahlert erklärt, dass die Mannschaft zusammen gewachsen sei und eine andere Stimmung herrsche.
Rückschlag für Frankfurt Nun hat der FFC gleich am ersten Spieltag einen Rückschlag einstecken müssen. Beim VfL Wolfsburg unterlagen die Hessinnen mit 3:4. Seine Mannschaft habe die gute Trainingsleistung „nicht annähernd gezeigt“, monierte Kahlert, obwohl man durch Conny Pohlers gar in Führung ging. „Wir haben richtig gut angefangen und viele Torchancen gehabt“, so FFC-Neuzugang Melanie Behringer, „beim Ausgleich und den anderen Gegentreffern aber geschlafen.“
Wolfsburg siegt durch Elfmetertor Der Ausgleich fiel durch Rebecca Smith nur zwei Minuten später, in der 55. Minute erhöhte Martina Müller auf 2:1, in der 65. Minute traf Leni Larsen Kaurin gar zum 3:1. „Das war natürlich ein besonderes Tor gegen den alten Verein“, freute sich Larsen Kaurin. Doch der Zwei-Tore-Vorsprung sollte den „Wölfinnen“ nicht reichen, durch Birgit Prinz und Behringer kam der FFC innerhalb von nur fünf Minuten nach dem 3:1 zum Ausgleich. „Mit drei Auswärtsstoren muss man als Sieger vom Platz gehen“, zeigte sich Kahlert „maßlos enttäuscht“ vom 3:4-Endstand, den Navina Omilade in der 80. Minute erzielte. „War ein super Gefühl beim Stand von 3:3 den Elfer zu schießen, Nervenkitzel pur“, so eine enthusiastische Omilade. Doch trotz des optimalen Auftakts will VfL-Trainer Ralf Kellermann keinen Übermut aufkommen lassen. „Wir wissen, was wir können, aber die Saison wird lang – wir bleiben auf dem Teppich.“ Für den FFC heißt es dagegen, in der kommenden Woche zu Hause gegen Aufsteiger Herforder SV Wiedergutmachung zu betreiben – und genau davor zittert man in Herford schon ein wenig.
Bayern gewinnt in Ostwestfalen „Frankfurt wird die Wut an uns auslassen“, schmunzelte Herfords Trainerin Tanja Schulte, als sie das Ergebnis aus Wolfsburg hörte und fühlte sich an die Saison vor zwei Jahren erinnert, als man erstmals im Oberhaus gespielt hatte. Schon damals hätten die Mannschaften häufig eine Woche vor dem Duell gegen ihr Team verloren und seien dann mit Wut im Bauch gegen den HSV angetreten, so Schulte.
Wut im Bauch hatte die HSV-Trainerin nach dem Saisonauftakt gegen den FC Bayern München nicht. „Das war ein ordentlicher Auftritt“. Punkte gab es dennoch keine, denn der FCB gewann im Jahnstadion mit 2:0. „Wir wollten die Anfangsphase überstehen“, so Schulte, die zunächst darauf bedacht war, keine Gegentore zuzulassen. Bis zur 26. Minute klappte das ganz gut, dann fielen innerhalb von vier Minuten durch Corinna Paukner und Julia Simic beide Treffer. „Mega-heiß und brutal-aggressiv“ sei seine Mannschaft auf das Spiel gewesen, urteilte FCB-Trainer Thomas Wörle. „Wir haben fast das ganze Spiel die Kontrolle behalten, mussten allerdings in den ersten zehn Minuten nach der Halbzeit einige brenzlige Situationen überstehen.“ Herford wird offensiver „In der zweiten Halbzeit haben wir unser Heil in der Offensive gesucht“, so Schulte, deren Mannschaft eine beherzte zweite Hälfte spielte und einen Treffer verdient gehabt hätte. Doch die zweiten 45 Minuten blieben torlos – und die HSV-Trainerin verarbeitete die Niederlage mit Humor: „Wir haben jetzt ein weit besseres Torverhältnis als Leverkusen.“
Kantersieg für Duisburg Die Leverkusenerinnen sind Herfords direkte Konkurrentinnen im Kampf um den Klassenverbleib und kamen bei ihrem Bundesligadebüt gehörig unter die Räder. Beim FCR 2001 Duisburg setzte es eine 0:9 Niederlage. Schon nach drei Minuten brachte Femke Maes den FCR mit 1:0 in Führung, bis zur Halbzeit stand es nach Toren von Alexandra Popp, Inka Grings und Kozue Ando schon 4:0. Auch in den zweiten 45 Minuten war Bayer 04 Leverkusen hoffnungslos überfordert. Grings gelangen weitere vier Treffer, Turid Knaak stellte in der 87. Minute den Endstand her. Mit diesem Kantersieg katapultierte sich Duisburg an die Tabellenspitze, Bayer ans Ende.
Potsdam gewinnt trotz Rückstand Der Hamburger SV war einst der Angstgegner des 1. FFC Turbine Potsdam, und tatsächlich hatte man auch heute den Eindruck, daran habe sich noch nicht viel geändert. In der 33. Minute ging Hamburg durch Carolin Simon mit 1:0 in Führung – doch die „Torbienen“ zeigten Moral und drehten den Rückstand in einen 4:1-Sieg. Noch vor der Halbzeit gelang Fatmire Bajramaj der Ausgleich; Jennifer Zietz (Handelfmeter), erneut Bajramaj und Jessica Wich schraubten das Ergebnis in die Höhe.
Krimi in Bad Neuenahr Weit knapper fiel das Ergebnis zwischen dem SC 07 Bad Neuenahr und der SG Essen-Schönebeck aus – die Gastgeberinnen gewannen mit 4:3. Auch hier gingen die Gäste in Führung, Melanie Hoffmann gelang nach zehn Minuten das 1:0. Ein Doppelschlag von Nationalspielerin Lena Goeßling (40./42.) folgte noch vor dem Pausentee – und kurz danach traf Hoffmann zum Ausgleich. Profitieren konnten die Essenerinnen davon jedoch nicht. Zum einen spielten sie nach einer gelbroten Karte gegen Sabrina Dörpinghaus in der zweiten Hälfte in Unterzahl. Darüber hinaus schoss Bad Neuenahrs Neuzugang Nicole Rolser in der 63. Minute ihren ersten Erstligatreffer. Die Gäste kamen durch Katarina Tarr zwar erneut zum Ausgleich, doch Peggy Kuznik gelang der 4:3-Endstand.
Saarbrücken landet Auswärtssieg Der 1. FC Saarbrücken hat gleich zum Saisonauftakt wichtige drei Punkte im Kampf um den Klassenerhalt eingefahren. Beim FF USV Jena gewann der DFB-Pokalfinalist der letzten Saison mit 3:1. Christina Arend gelang bereits nach acht Minuten die Führung, die von Nina Rauch (12.) und erneut Arend (55.) bis auf 3:0 ausgebaut wurde. Für Jena reichte es durch Genoveva Anonma in der 70. Minute nur noch zum Ehrentreffer, da Saarbrückens Heimkehrerin Romina Holz im Tor weitere Gegentreffer verhinderte. Die Gastgeberinnen hatten in der ersten Halbzeit zudem Pech, dass U20-Weltmeisterin Sylvia Arnold erst Pfosten und dann die Latte traf.