U20-WM: DFB-Elf stürmt ins Finale
Die deutsche Nationalelf steht bei der U20-Frauenfußball-WM in Deutschland nach einer überzeugenden Leistung gegen Südkorea im Endspiel am Sonntag in Bielefeld.
In Bochum feierte das Team von Bundestrainerin Maren Meinert vor 18 217 Zuschauern einen verdienten 5:1 (2:0)-Erfolg gegen die Asiatinnen. Svenja Huth (13.) eröffnete früh den Torreigen, zwei Treffer von Kim Kulig (26. und 53.) sowie die Turniertreffer acht und neun von Alexandra Popp (50. und 67.) sicherten dem Team die Finalteilnahme, Ji So Yun erzielte den Ehrentreffer für die Südkoreanerinnen (64.). Am Sonntag, 1. August, 15.00 Uhr, geht es nun für Deutschland gegen den Sieger des zweiten Halbfinales zwischen Kolumbien und Nigeria um den Titel. Unveränderte Startformationen Beide Teams gingen unverändert in die Partie. Meinert bot dieselbe Elf auf, die im Viertelfinale mit 2:0 gegen Nordkorea gewonnen hatte, Choi In Cheul schickt die Formation ins Rennen, die gegen Mexiko mit 3:1 die Oberhand behalten hatte.
Führung durch Huth Bei regnerischem Wetter entwickelte sich zunächst eine ausgeglichene Partie, in der die DFB-Elf aber etwas zielstrebiger und ballsicherer wirkte. Sylvia Arnold per Kopf (7.) und Dzsenifer Marozsan (11.) deuteten an, in welche Richtung es gehen sollte. Mit starkem Einsatz eroberte Popp kurz darauf einen Ball gegen Seo Hyun Sook, Tabea Kemme schickte eine weite Flanke in den Strafraum, die zwischen drei südkoreanischen Abwehrspielerinnen Huth fand, die aus kurzer Distanz die Führung erzielte (13.).
Dominante DFB-Elf Das Aufbauspiel der deutschen Elf gewann mit der Führung im Rücken an Sicherheit, vor allem in der Offensive stellte das flexible Offensivspiel mit vielen Rochaden die Asiatinnen vor Probleme. Die starke Arnold scheiterte zunächst noch mit einem Schuss (22.), doch mehr Glück hatte Kulig, die auf dem nassen Boden einfach einmal abzog, und davon profitierte, dass Torhüterin Moon So Ri der Ball durch die Finger glitt (26.). Auch in der Folge dominierte die DFB-Elf die Partie, Arnold (34.) und Marozsan vergaben weitere gute Gelegenheiten (45.).
Dritter Treffer in südkoreanischer Drangphase Südkorea kam mit mehr Schwung und Entschlossenheit aus der Kabine, doch in diese kleine Drangphase hinein gelang Deutschland der dritte Treffer. Ein Klärungsversuch gegen Arnold misslang der südkoreanischen Verteidigung, der zweite Ball prallte von Popps Bein ins Netz (50.). Und was einmal klappt, klappt auch ein zweites Mal, dachte sich wohl Kulig, die mit einem Aufsetzer gegen die erneut ins Leere greifende Moon für die Entscheidung sorgte (54.)
Kurioser Handelfmeter Ji So Yun schoss eine feine Einzelleistung zu Ehrentreffer ab. Kristina Gessat hatte leichtsinnig einen Ball in die gegnerischen Reihen gespielt, Ji So Yun bekam den Ball aus dem Mittelfeld, ließ Marith Prießen aussteigen und verwertete kaltzschäuzig (64.). Kurios war die Entstehung des fünften Tores: Ein Schuss von Popp landete an der Latte, den Abpraller fing Jeong Yeonga mit den Händen auf. Schiedsrichterin Silvia Reyes entschied zu Recht auf Handelfmeter, Popp selbst verwandelte zum Endstand (67.). Das Spiel war entschieden, einige Wechsel unterbrachen den Spielfluss etwas, doch am klaren Sieg gab es bis zum Ende nichts mehr zu rütteln.
Meinert: “Verdienter Sieg” Meinert freute sich nach der Partie: „Südkorea war schon ein starker Gegner, aber wir haben zum richtigen Zeitpunkt die Tore gemacht und hatten auch Glück bei unseren Fernschüssen. Aber wer ein Halbfinale 5:1 gewinnt, hat verdient gewonnen. Kompliment an die Mannschaft, die im gesamten Turnier eine konzentrierte Leistung zeigt. Wir haben uns unser Selbstbewusstsein schon vor dem Turnier hart erarbeitet und die Stimmung ist natürlich super, das ist ein Selbstläufer.“
Zu viel Druck auf Südkorea Ihr Gegenüber Choi In Cheul erklärte: “Glückwunsch an Deutschland zum Sieg und zum Einzug ins Finale. Ich bin sehr stolz auf meine Spielerinnen. Sie haben gut durchgehalten und versucht, alles umzusetzen, was ihnen beigebracht wurde. Die Niederlage hat in erster Linie psychische Gründe. Der Druck auf die Mannschaft war sehr hoch, aber auch das ist eine Phase in der Entwicklung.”
Im Liveblogging könnt Ihr noch einmal den Spielverlauf nachlesen.