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2010

U20-WM: DFB-Elf will starke Südkoreanerinnen knacken

Anfang Juni traf die deutsche U20-Frauenfußball-Nationalmannschaft in einem Testspiel in Gießen auf Südkorea. Dort konnte man noch nicht ahnen, dass man sich im Halbfinale der U20-WM am Donnerstag in Bochum (ab 15.30 Uhr live auf Eurosport und im Womensoccer-Liveblogging) wiedersehen würde. Damals gab es einen 3:0-Sieg , doch die DFB-Elf tut gut daran, diesen Erfolg nicht überzubewerten.

„Unser damaliges Team ist mit dem heute überhaupt nicht zu vergleichen“, erklärt Südkoreas Trainer Choi In Cheul. „Natürlich hat auch Deutschland dort noch nicht seine stärkste Formation aufgeboten, aber wir haben eine Menge über das deutsche Spielsystem gelernt. Es wird ein neues Spiel unter ganz anderen Vorzeichen“, verspricht er. Schon nach dem 3:0 kam Bundestrainerin Maren Meinert trotz des klaren Siegs zur Einschätzung: „Spielerisch bietet Südkorea exzellenten Fußball.“ Doch die DFB-Elf spielte noch ohne sein A-Nationalmannschaftstrio Kim Kulig, Alexandra Popp und Bianca Schmidt.

Popp fordert Disziplin Zudem hat die DFB-Elf einen Lauf, in vier WM-Spielen feierte man vier Siege bei einem Torverhältnis von 13:4. Getragen vom Publikum will man diese Siegesserie nach dem Viertelfinalerfolg gegen Nordkorea nun auch gegen Südkorea fortsetzen. Doch Alexandra Popp, die bereits sieben Mal ins Schwarze traf, warnt : „Wir dürfen jetzt nicht den Fehler machen, zu denken, dass wir sowieso alle packen. Es ist wichtig, dass wir weiterhin diszipliniert spielen.“ Ihrer Zuversicht tut dies aber keinen Abbruch: “Es passt bei uns im Moment einfach im Zusammenspiel, sowohl vorne als auch hinten. Wir hatten zwischenzeitlich ein paar Durchhänger in unserem Offensivspiel, aber nun haben wir uns definitiv gefunden.“

Mehr Arbeit als gegen Nordkorea Viel dürfte im Duell mit den starken Asiatinnen auch von einer guten Leistung der Innenverteidigung abhängen. Marith Prießen und Kristina Gessat überzeugten im bisherigen Turnierverlauf mit starken Leistungen. Gessat, die in ihrem Verein FSV Gütersloh 2009 im Mittelfeld agiert, schätzt den Halbfinalgegner stärker ein . „Ich glaube, dass Südkorea im Gegensatz zu Nordkorea noch variabler ist, dass sie nicht nur lange Bälle spielen, sondern auch das Kurzpassspiel beherrschen.“

Gegner nicht ins Spiel kommen lassen Doch Meinert ist sich sicher : „Wenn man sie unter Druck setzt, das Tempo hochhält, dann kommt man auch zu Torchancen.“ Und auch DFB-Trainerin Ulrike Ballweg, die für Meinert alle vier Spiele der Südkoreanerinnen beobachtet hat, erklärt, welche Strategie erfolgreich sein kann . „Wir müssen unsere Ordnung beibehalten, dürfen keine Räume für ihre Kombinationen bieten, müssen ihr Kurzpassspiel unterbinden.“ Dazu müsse man bei Ballbesitz schnell umschalten, das Tempo hoch halten und mit wenigen Kontakten das Mittelfeld überbrücken. „Und vor allen Dingen die körperliche Überlegenheit nutzen“, so Ballweg.

Mentale Stärke entscheidet Doch mit ihrem gepflegten Kombinationsspiel wollen die Asiatinnen auch den letzten verbliebenen Favoriten aus dem Turnier kegeln. Dass sein Team einen Tag weniger Zeit zur Regeneration hat, als die deutsche Mannschaft, ist für Trainer Choi, den Bauherren des südkoreanischen Erfolgs, kein Nachteil. „Es wird sowieso auch ein Duell der mentalen Stärke werden. Wir wissen, dass Deutschland eine starke Mannschaft hat, aber wenn wir es schaffen, unser Kombinationsspiel aufzuziehen, ist der Ausgang des Spiels vollkommen offen.“

Goldener Schuh: Ji So Yun jagt Popp Aufpassen muss die deutsche Mannschaft gleich auf mehrere Schlüsselspielerinnen des südkoreanischen Teams. Stürmerin Ji So Yun erzielte im Turnierverlauf bereits sechs Treffer und liefert sich ein packendes Duell mit Alexandra Popp (7 Tore) um den Goldenen Schuh als beste Torschützin des Turniers. „Die letzten Monate haben uns zusammengeschweißt und es gibt kein unschlagbares Team auf dieser Welt“, erklärt sie , die für die kreativen Momente und die Standards im Team zuständig ist, voller Selbstbewusstsein.

Offensivstarke Asiatinnen Und Lee Hyun Young, zweifache Torschützin beim 3:1-Sieg gegen Mexiko im Viertelfinale, steht im Kurs des Trainers besonders hoch. „Sie ist einfach eine großartige Spielerin mit einer Menge Potenzial. Sie ist athletisch, beidfüßig und kann dribbeln“, erklärt Choi ihre Vorzüge. Zusammen mit der robusten Brecherin Jung Hae-In verfügt das Team über großes Offensivpotenzial. Und auch auf der Sechserposition ist Südkorea etwa mit der zentralen Mittelfeldspielerin Kim Na-Rae exzellent besetzt.