U20-WM: Nigeria wirft USA aus dem Turnier
Ein Land im Freudentaumel: Nigeria hat mit einem Überraschungssieg gegen den großen Favoriten USA erstmals das Halbfinale eines FIFA-Turniers erreicht.
Vor 7 135 Zuschauer in Augsburg setzten sich die Nigerianerinnen mit 4:2 im Elfmeterschießen durch, nach regulärer Spielzeit und Verlängerung hatte es 1:1 gestanden. US-Stürmerin Sydney Leroux setzte den entscheidenden Elfmeter über das Tor. Im Halbfinale trifft der Afrikameister nun auf Kolumbien.
Glücklicher Trainer Nigerias emotionaler Trainer Ndem Egan erklärte: “Wir sind glücklich, dass wir das Halbfinale erreicht haben und das Versprechen gegenüber unserem Präsidenten eingelöst haben. Es war das erwartet schwere Spiel, aber wir waren gut vorbereitet. In der ersten Halbzeit haben wir in der Defensive einige Fehler gemacht, die wir in der Pause angesprochen und korrigiert haben. Danach haben wir den Amerikanerinnen weniger Platz gelassen. Wir nehmen es jetzt Schritt für Schritt.”
Ellis gratuliert Nigeria US-Trainerin Jill Ellis bedankte sich bei ihren Spielerinnen für den aufopferungsvollen Kampf. “Wir haben bis zum Schluss alles versucht und hatten in der Nachspielzeit noch einmal gute Chancen, aber wir waren vielleicht zu müde. Ich habe meine Spielerinnen aufgemuntert, dass es weiter geht, alle träumen von der A-Nationalmannschaft. Glückwunsch an Nigeria, sie haben ein tolles Spiel gezeigt.”
Ellis veränderte ihr Team auf einer Position, für Maya Hayes rutschte Casey Short im Mittelfeld in die Startaufstellung. Nigerias Trainer Ndem Egan nahm zwei Wechsel vor, für Martina Ohadugha und Esther Sunday kamen Glory Iroka und Charity Adule.
Von Beginn an übernahmen die Amerikanerinnen das Kommando, Short vergab die erste Riesenchance, als sie aus sechs Metern abzog, doch Nigerias Torhüterin Alaba Jonathan per Fuß klären konnte (7.). Doch das US-Team hielt den Druck aufrecht und wurde schnell belohnt.
Führung durch Brooks Nach einer kurzen Ecke schlief die komplette nigerianische Abwehr, Kristie Mewis legte quer auf Amber Brooks, die aus vier Metern den Ball zu ihrem ersten Turniertreffer nur noch über die Linie drücken musste (9.).
Nur Torchancen für USA Nigeria fand auch in der Folge gegen einen athletisch gleichwertigen Gegner nur zögerlich in die Partie, Torchancen hatten weiterhin nur die Amerikanerinnen, etwa Sydney Leroux, die mit einem Schrägschuss aber an Jonathan scheiterte (37.).
Nigeria findet langsam ins Spiel Ein Hauch von einer Chance bot sich Nigeria anfangs einer ereignisarmen zweiten Halbzeit, als sich Rachel Quon und Crystal Dunn in der Abwehr nicht einig waren und Ebere Orji fast davon profitiert hätte (55.). Die Westafrikanerinnen gestalteten die Partie nun etwas offener, ohne sich allerdings zunächst Torchancen zu erarbeiten.
Traumtor zum Ausgleich Die eingewechselte Esther Sunday zwang mit einem Distanzschuss die amerikanische Torhüterin Bianca Henninger zu einer ersten Glanzparade (77.). Und wie aus dem Nichts gelang Nigeria der Ausgleich: Orji legte einen Freistoß kurz auf Helen Ukaonu ab, die zimmerte den Ball aus rund 30 Metern unhaltbar in den Winkel (79.). Das nigerianische Team hatte nun Aufwind und war einem zweiten Tor näher als die USA, Ukaonu scheiterte nur knapp aus der Distanz (90.+3), doch es ging in die Verlängerung.
Nigeria dominiert Verlängerung Schiedsrichterin Alexandra Ihringova behielt ihre konsequente Linie bei, im Zweifelsfall gegen die Nigerianerinnen zu pfeifen. Doch Nigeria ließ sich davon nicht beeindrucken, Sunday hatte die erste Chance der Verlängerung, als sie sich schön durchsetzte, doch Hennniger auf der Hut war (98.). Nigeria war nun die bessere und auch fittere Mannschaft, Desire Oparanozie vergab die Riesenchance zur Führung, ihr Schrägschuss aus achten Metern ging knapp am Pfosten vorbei (101.).
USA mit zweiter Luft Einen Schuss von Adule klärte Henninger unkonventionell mit dem Fuß (105.). Mollie Pathman sorgte für einen der wenigen Entlastungsangriffe der Amerikanerinnen (107.), die nun aber die zweite Luft bekamen. Jonathan rettete ihr Team mit einem Reflex, nachdem die schnelle Meg Morris aus 15 Metern abgezogen hatte (112.). Und Nigeria hatte Glück, als Mewis den Ball kurz darauf aus 20 Metern an die Latte setzte (113.) und Jonathan einen Mewis-Kopfball entschärfen musste (114.). Doch es ging ins Elfmeterschießen, wo Sydney Leroux den entscheidenden Elfmeter verschoss.
Elfmeterschießen 0:1 Jegede 0:1 Nairn verschießt 0:2 Ukaonu 1:2 Pathman 1:3 Sunday (Henniger zuvor zweimal gehalten, aber beide Elfer wurden wiederholt) 2:3 Mewis 2:4 Oparanozie 2:4 Leroux verschießt