DFB-Elf winkt das Viertelfinale

Von am 16. Juli 2010 – 0.43 Uhr 1 Kommentar

Ohne die rotgesperrte Außenverteidigerin Bianca Schmidt und möglicherweise auch ohne Tabea Kemme (Oberschenkelverletzung) und Dzsenifer Marozsan (Knöchelverletzung) will die DFB-Elf in ihrem zweiten Gruppenspiel bei der U20-Frauenfußball-WM am Freitag, 18.00 Uhr (live auf Eurosport und im Womensoccer-Liveblogging), gegen Kolumbien die Viertelfinalteilnahme perfekt machen.

Durch das 1:1-Remis zwischen Kolumbien und Frankreich am ersten Spieltag würde das Team von Bundestrainerin Maren Meinert bei einem Sieg gegen die Südamerikanerinnen in Bochum bereits vorzeitig den Sprung unter die acht besten Teams der Titelkämpfe schaffen. Doch ein Selbstläufer dürfte das Duell mit den Kolumbianerinnen nicht werden.

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Dribbelstarkes Kolumbien
„Das ist eine Mannschaft, die offensiv Fußball spielt und sich zu Recht hinter Brasilien für die WM qualifiziert hat“, so Meinert über den ballsicheren und dribbelstarken Gegner. „Wir müssen sehr konzentriert in dieses Spiel gehen.“ Vor allem auf eine gilt es dabei, besonders aufzupassen.

Starke Stürmerin
Lady Andrade, Stürmerin mit der Nr. 16, brachte die französische Defensive im ersten Spiel ein ums andere Mal in Verlegenheit und sorgte mit ihrem späten Ausgleichstreffer für einen wahren Jubelsturm im Team der Cafeteras. Dabei musste die Erstsemester-Studentin der Kommunikations- und Sozialwissenschaften bei ihrer Universität Javeriana in Bogotá erst grünes Licht für ihre Reise nach Deutschland einholen.

Schwerer Schicksalsschlag
„Vor dem Spiel waren wir ein bisschen ängstlich, weil wir nicht genau wussten, wo wir stehen, aber in Wirklichkeit haben wir Vertrauen in unser Talent. Mein Treffer war die Belohnung für unsere harte Arbeit“, erklärt die 18-Jährige, die vor zwei Jahren einen schweren Schicksalsschlag erlitt, als ihr Vater verstarb. Deswegen sagte sie damals auch die Teilnahme an der U17-Frauenfußball-WM in Neuseeland ab.

Titel im Visier
Doch durch die Unterstützung ihrer Mutter fand sie nach und nach wieder die Kraft, sich auf den Fußball zu konzentrieren. Lady Andrade und so  talentierte Teamkolleginnen wie Tatiana Ariza, Paola Sánchez, Yorely Rincón oder Íngrid Vidal haben die Ziele des Teams hoch gesteckt: „Wir wollen um den Titel mitspielen und Geschichte schreiben“, so Trainer Ricardo Rozo, der in den vergangenen Monaten vor allem an der mannschaftlichen Geschlossenheit arbeitete.

Prießen setzt auf Zuschauer
Doch auf diesem Weg gilt es nun erst einmal gegen Deutschland zu bestehen. Innenverteidigerin Marith Prießen freut sich auf das Duell mit Südamerikas Vizemeister, auch wenn die Viererkette durch das Fehlen von Schmidt und den möglichen Ausfall von Kemme umgestellt werden muss. „Wir wollen unsere Chancen besser ausnutzen und unser Kombinationsspiel noch effektiver gestalten. Ich hoffe natürlich, dass uns die Zuschauer genauso lautstark unterstützen, wie beim Eröffnungsspiel.“

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Markus Juchem (51) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

1 Kommentar »

  • Jarmusch sagt:

    Interessant, hier auch ein paar Hintergrundinfos über die eine oder andere Spielerin zu erfahren. Lady Andrade hat im ersten Spiel aber auch wirklich einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen, neben der Südkoreanerin So Yun Ji wohl den besten von allen. Da drängt sich ja fast schon ein Vergleich mit der Brasilianerin Marta auf, auch wenn das zugegebenermaßen ein wenig weit hergeholt ist.

    Interessieren würde mich noch, was es mit dem Namen auf sich hat. Ist Lady ein Künstlername wie z.B. bei Lady Gaga oder Spitzname ob ihrer eleganten Spielweise? Oder ist das ein in Südamerika nicht unüblicher Vorname? Und wird er vielleicht sogar ‚Laadi‘ ausgesprochen und nicht so wie die ‚Lady‘, übrigens wie selbstverständlich vom Eurosport-Kommentator verwendet? (Hat der das recherchiert?)

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