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2010

Coole 17-Jährige stiehlt allen die Schau

Erst vor einigen Wochen hielt Potsdams Torhüterin Anna Felicitas Sarholz drei Elfmeter im Champions-League-Halbfinale gegen Duisburg, nun avancierte die coole 17-Jährige im Finale erneut zur Matchwinnerin. In scheinbar aussichtsloser Lage hielt sie zwei entscheidende Elfmeter, dann verwandelte sie auch noch selbst.

Genauso abgebrüht und souverän wie sie die 120 Minuten mit anschließendem Elfmeterschießen meisterte, bewältigte Sarholz anschließend barfuß und bereits in Champagnerduft eingehüllt den Parcours durch die Schar der wartenden Medienvertreter. „Es war wieder eine geniale Leistung von uns allen“, stellte sie die Teamleistung über ihren individuellen Anteil. Nach den Fehlschüssen von Kapitänin Jennifer Zietz und Anja Mittag schienen alle Champions-League-Träume der Potsdamerinnen bereits geplatzt, doch die am Spielfeldrand bereits jubelnden Französinnen hatten die Rechnung ohne „Felix“ gemacht.

Nie den Glauben verloren „Auch in diesem Moment habe ich noch fest an uns geglaubt. Bei den ersten Schützinnen habe ich mich teilweise ein bisschen zu früh bewegt, das habe ich später besser gemacht.“ Erst hielt sie die Schüsse von Amandine Henry und Isabell Herlovsen, dann trat sie, wie zuvor bereits im vergangenen Jahr im Finale der B-Juniorinnen gegen Duisburg, selbst vom Punkt an und verwertete genauso sicher, wie sie zuvor die Bälle pariert hatte. „Ich wollte schon den Elfmeter vor Lira schießen, weil ich mir nicht sicher war, ob sie trifft. Aber alle haben mich ignoriert, dann hat Isi gesagt, ich soll antreten.“ Und auch Trainer Bernd Schröder hatte vom Spielfeldrand per Handzeichen grünes Licht gegeben.

Anna-Felicitas Sarholz (l.) behält die Oberhand.

Schritt für Schritt Richtung A-Nationalmannschaft Dass sie sich mit einer erneut starken Leistung ins Rampenlicht der internationalen Öffentlichkeit gespielt und dem immensen Erwartungsdruck in einer so wichtigen Partie standgehalten hat, dürfte auch Bundestrainerin Silvia Neid im fernen Cleveland nicht entgangen sein. „Über die Nationalmannschaft denke ich erst nach, wenn ich eine Einladung bekomme. Ich habe noch mein ganzes Leben vor mir“, lässt Sarholz vernünftige und reife Sätze fallen, die man nicht unbedingt aus dem Mund eines Teenagers erwarten würde.

Mittag: “Das ist Wahnsinn” Die Teamkolleginnen sind von ihrer Leistung jedoch bereits jetzt angetan. „Sie ist eine gute, junge Torhüterin, die sich sehr entwickelt hat. Sie hat ihren Teil beigetragen, dass wir hier gewonnen haben. Sie hat mir ihrer Gestik auch die Schützinnen provoziert, das hat uns weitergeholfen”, erklärt Fatmire Bajramaj. Und auch Mittag meint: „Respekt für diese Leistung, das ist Wahnsinn. Sie muss jetzt nach vorne schauen, aber man muss den Ball auch ein bisschen flach halten, sie hat Zeit und keinen Stress.“ DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger lobte: „Das war einmalig, wie sie sich konzentriert hat. Aber zum Fußball gehört es eben auch dazu, sich nie aufzugeben.“

Wenig Zeit zum Feiern Viel Zeit den Triumph zu genießen, blieb Sarholz aber nicht. Denn nach einer ausgelassenen Feier im Restaurant Halifax in Alcorcón ging es bereits um sechs Uhr morgens zum Flughafen. Via Frankfurt fliegt sie noch heute weiter nach Skopje, wo sie ab Montag mit der U19-Nationalmannschaft um den EM-Titel kämpfen wird. Erster Gegner ist dann Italien.

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