Turbine Potsdam gewinnt dramatisches Champions-League-Finale
Der 1. FFC Turbine Potsdam hat es geschafft und die erstmals ausgetragene Champions League gewonnen. Allerdings bedurfte es erneut einer Torhüterin Anna Felicitas Sarholz als Elfmeterkillerin, die nach 120 Minuten und anschließendem Elfmeterschießen wie schon im Halbfinale zur Matchwinnerin wurde.
Vor 10 372 Zuschauern im Coliseum Alfonso Pérez in Getafe gewann Turbine mit 7:6 nach Elfmeterschießen, nach 120 Minuten hatte es torlos 0:0 gestanden. Im dramatischen Elfmeterschießen lag Turbine bereits mit zwei Fehlschüssen im Rückstand, eher Sarholz ihr Team mit zwei gehaltenen Elfmetern in die Partie zurückbrachte. Die Französin Elodie Thomis verschoss den entscheidenden Elfmeter, 7:6 hieß es am Ende für Turbine.
Turbine-Trainer Bernd Schröder schickt eine gegenüber dem Sieg Duisburg im Halbfinal-Rückspiel nur auf einer Position veränderte Startformation ins Rennen. Für Corina Schröder durfte Tabea Kemme von Beginn an spielen. Lyons Trainer Farid Benstiti ließ überraschend die Brasilianerin Katia auf der Bank.
Im vergangenen Jahr mit Duisburg und jetzt mit Potsdam den Pokal geholt: Corina Schröder (l.) und Fatmire Bajramaj.
Lattentreffer von Nécib Olympique Lyonnais legte als erstes die Nervosität ab und kam nach einer Viertelstunde zur ersten Torchance. Die hatte es gleich in sich, als Louisa Nécib einen Freistoß aus fast 30 Metern an die Latte zimmerte (15.). Lyon war nun am Drücker, die starke Ingvild Stensland verfehlte bei einem Drehschuss nur knapp das Tor (17.). Und kurze Zeit später musste Torhüterin Anna Felicitas Sarholz einen Freistoß der Schweizer Nationalspielerin Lara Dickenmann um den Pfosten drehen (21.).
Potsdam zu hektisch Potsdam agierte oft zu hektisch und leistete sich zu viele schnelle Ballverluste. Nach einer knappen halben Stunde eroberte Anja Mittag jedoch im Mittefeld den Ball, legte steil auf Fatmire Bajramaj, doch Lyon-Torhüterin Sarah Bouhaddi kam rechtzeitig aus dem Tor und konnte klären. Es sollte die beste Turbine-Chance der ersten Halbzeit bleiben (27.). Die Französinnen hatten Glück, dass Wendie Renard nach einem klaren Foul an Mittag nicht die Gelb-Rote Karte sah, den anschließenden Freistoß setzte Bajramaj über das Tor (37.).
Topchancen für Kemme Auch zu Beginn der zweiten Halbzeit neutralisierten sich beide Teams, keine Elf konnte sich Feldvorteile erarbeiten. Wie aus dem Nichts hatte dann Turbine die Riesenchance zur Führung. Bajramaj setzte sich am rechten Flügel durch und legte nach innen auf, Bouhaddi parierte den Schuss von Kemme, der Nachschuss ging über das Tor (60.).
Turbine gibt Gas Turbine erhöhte nun die Schlagzahl, Nadine Keßler schob den Ball nach Vorarbeit von Bajramaj freistehend aus 14 Metern über das Tor (65.). Schröder schickte nun Isabel Kerschowski für Keßler ins Spiel, Yuki Nagasato kam für Jessica Wich in die Partie.
Mittag trifft Pfosten Es entwickelt sich nun ein offener Schlagabtausch. Sarholz konnte sich bei einem Freistoß von Nécib auszeichnen (79.). Auch Turbine hatte weitere Chancen, nach einer schönen Kombination ausgehend von Viola Odebrecht und Kemme traf Nagasato den Ball nicht richtig (83.). Augenblicke später hatte Mittag dann Pech, als sie nach einem schönen Alleingang nur den Pfosten traf. Bajramaj versuchte es in der Nachspielzeit noch einmal aus der zweiten Reihe, doch Bouhaddi hatte keine Probleme (90.).
Verlängerung: Turbine drängt Wieder stand Mittag nach Querflanke von Odebrecht zu Beginn der Verlängerung kurz vor einem Treffer, doch die französische Abwehr brachte in höchster Not noch ein Bein zwischen den Schuss (91.). Dickenmanns Schrägschuss ging am Tor vorbei (94.). Kerschowski hatte schön eingesetzt von Zietz die nächste Chance, doch sie verfehlte ihr Ziel (101.). Turbine drängte nun aufs Tor, Bajramaj setzte perfekt Kerschowski ein, doch wieder behielt Bouhaddi die Oberhand (102.). Mittag hatte mit einem 20-Meter-Schuss die nächste gute Gelegenheit (108.). Doch auch Lyon blieb gefährlich, bei einem Dickenmann-Schuss musste Sarholz ihr ganzes Können aufbieten (112.).
Anna-Felicitas Sarholz behielt einmal mehr die Nerven.
Zietz und Mittag scheitern, Sarholz rettet Im Elfmeterschießen scheiterte Zietz gleich mit dem ersten Versuch, Corine Franco, Babett Peter, Odebrecht und Aurelie Kaci verwerteten sicher. Danach fand auch Mittag ihre Meisterin in Bouhaddi. Doch Sarholz hielt den Schuss von Amandine Henry, ehe Kerschowski noch einmal für Hoffnung sorgte. Und Sarholz wurde auch gegen Isabell Herlovsen zur Elfmeterkillerin. Nagasato, Renard, Bajramaj und Simone trafen. Dann waren beide Keeperinnen mit ihren Elfmetern erfolgreich. Den entscheidenden Fehler leistete sich Elodie Thomis, die den Ball an die Latte setzte.
Olympique Lyonnais – Turbine Potsdam 0:0 (0:0, 0:0) n.V., 6:7 i. E.
Elfmeterschießen: x Zietz verschießt 1:0 Franco 1:1 Peter 2:1 Dickenmann 2:2 Odebrecht 3:2 Kaci x Mittag verschießt x Henry verschießt 3:3 Kerschowski x Herlovsen verschießt 3:4 Nagasato 4:4 Renard 4:5 Bajramaj 5:5 Simone 5:6 Sarholz 6:6 Bouhaddi 6:7 Schmidt x Thomis verschießt
Potsdam: Sarholz – Schmidt, Peter, Henning – Kemme (105. Schröder), Zietz, Keßler (66. Kerschowski), Odebrecht – Wich (66. Nagasato), Mittag, Bajramaj Lyon: Bouhaddi – Franco, Georges, Renard, Rybeck – Cruz Trana (115. Simone), Stensland (70. Kaci) – Henry, Nécib (90. Herlovsen), Dickenmann – Thomis Schiedsrichter: Heikkinen (Finnland) Zuschauer: 10 372 Gelbe Karten: Kemme, Mittag – Renard, Georges, Cruz Trana
Ähnliche Beiträge: Champions League: Nur Turbine Potsdam gewinnt Champions League: Potsdam im Finale gegen Lyon Erstes Champions-League-Finale in Getafe