Duisburg zittert sich in die Champions League – Freiburg abgestiegen

Von am 9. Mai 2010 – 15.48 Uhr 30 Kommentare

Der FCR 2001 Duisburg hat sich mit einem knappen Sieg beim FC Bayern München die Vizemeisterschaft und somit einen Startplatz in der Champions League gesichert. Der SC Freiburg steigt nach einem Remis gegen die SG Essen-Schönebeck in die 2. Frauenfußball-Bundesliga ab.

Ein verwandelter Foulelfmeter der eingewechselten Lena Wermelt (85.) nach Foul von Nina Aigner an Simone Laudehr bescherte den Duisburgerinnen in der Schlussphase einen 2:1 (1:1)-Sieg in einer auf mäßigem Niveau stehenden Partie.

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Frankfurts Schlussspurt nicht belohnt
Die Führung von Simone Laudehr (7.) hatte Melanie Behringer (44.) kurz vor der Pause mit einem Freistoß ausgeglichen. Duisburgs Torhüterin Ursula Holl verhinderte in der 54. Minute mit einer Glanzparade gegen Behringer den möglichen Rückstand. Der 1. FFC Frankfurt muss sich trotz des 5:1 (1:0)-Siegs beim SC 07 Bad Neuenahr mit dem dritten Platz begnügen. Nationalspielerin Conny Pohlers (22., 51.),  Svenja Huth (47.) und Kerstin Garefrekes (55., 68.) bei einem Gegentreffer von Célia Okoyino da Mbabi (58.) sorgten für den nötigen Sieg mit vier Toren Unterschied, doch aufgrund des Duisburger Erfolgs wird Frankfurt auch in der kommenden Saison nicht an einem internationalen Wettbewerb teilnehmen.

Duisburgs Trainerin Martina Voss-Tecklenburg strahlte nach dem Spiel über das ganze Gesicht: „Ich bin einfach nur zufrieden, dass wir den zweiten Platz geholt haben. Wir haben jetzt noch das DFB-Pokal-Finale als Bonus, so dass wir einen Titel und somit unser Saisonziel erreichen können.“

Nervöse zweite Halbzeit
Nach der schnellen Führung durch eine feine Einzelleistung der starken Simone Laudehr beschränkte sich Duisburg darauf, das Ergebnis zu verwalten, die Gastgeberinnen waren nur bei Standardsituationen gefährlich. Doch mit der Sprunggelenksverletzung von Luisa Wensing nach Foul von Isabel Bachor und Behringers Ausgleich kurz vor der Pause änderte sich das Bild. „Wir sind dann ein bisschen nervös geworden und wussten später auch, dass uns eine Niederlage die Champions League kosten würde. Aber am Ende haben wir dann doch verdient mit einer Einzelleistung gewonnen“, so Voss-Tecklenburg.

Laudehr holt Elfmeter heraus
Denn wenige Minuten vor Spielende drang Laudehr von links in den Strafraum ein, verwickelte Nina Aigner clever in einen Zweikampf, bei dem die Österreicherin am Trikot der Duisburgerin zog. Es folgte der Elfmeterpfiff, eine strenge, aber vertretbare Entscheidung. Wermelt verwandelt sicher zum viel umjubelten Sieg, der noch einmal in den Schlusssekunden in Gefahr geriet, als Vanessa Bürki eine gute Ausgleichschance ausließ.

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Verpatzter Abschied
Bayern-Trainer Günther Wörle wirkte ob der Niederlage in seinem Abschiedsspiel geknickt. „Ich hätte mir heute einen schöneren Abschied vorgestellt.“ Er bemängelte die Leistung des Schiedsrichtergespanns: „Das erste Tor war Abseits, da war die Schiedsrichter-Assistentin nicht auf Ballhöhe und auch der Elfmeter ist diskussionswürdig.“ Melanie Behringer zeigte in ihrem letzten Bayern-Spiel auf der linken Angriffsseite ihre Offensivqualitäten und bot eine starke Leistung.

Löwenberg trifft SC ins Herz
Der SC Freiburg kam im Möslestadion nicht gegen ein 1:1 (0:1) gegen die SG Essen-Schönebeck hinaus. Nur ein Sieg mit vier Toren Unterschied hätte dem Team aus dem Breisgau den Klassenerhalt gesichert. Daniela Löwenberg sorgte nach einer guten halben Stunde für die Gästeführung (31.), der Ausgleich von Martina Moser (66.) kam zu spät, um das Ruder noch einmal herumzureißen.

Nicht ins Spiel gefunden
Freiburgs Trainer Edgar Beck war enttäuscht: „Wir wollten aggressiv draufgehen und in Ruhe die Situationen ausspielen, dazu waren wir in der ersten Halbzeit nie in der Lage, wir haben nie zu unserem Spiel gefunden und unsere Nerven nicht in den Griff bekommen. Erst als quasi alles verloren war, haben wir zu unserem Spiel gefunden und meine Mannschaft hat es dann bis zum Schluss versucht. Für diese super Einstellung möchte ich meinen Mädels noch mal ein Kompliment machen.“

Potsdam nicht zu stoppen
Der Deutsche Meister 1. FFC Turbine Potsdam ließ sich auch beim VfL Wolfsburg nicht hängen und feierte einen 3:1 (1:0)-Auswärtssieg. Für die Potsdamerinnen traf Yuki Nagasato bereits früh in der Partie (4.). Martina Müller gelang in der 70. Minute der Ausgleich, ehe Babett Peter  (76.) und Isabel Kerschowski (89.) für klare Verhältnisse sorgten.

TeBe schlägt HSV
Absteiger Tennis Borussia Berlin verabschiedete sich mit einem versöhnlichen 3:1 (1:1)-Sieg gegen den Hamburger SV.  Amanda Feigt brachte Tebe in Führung (16.), Aferdita Kameraj (42.) glich vor der Pause aus. Jana Teodoridis (71.) und Franziska Hagemann (77.) sorgten für den Sieg der Gastgeberinnen.

Jena kommt unter die Räder
Der 1. FC Saarbrücken feierte im Duell gegen den FF USV Jena mit einem 5:2 (3:0) einen gelungenen Saisonausklang. Selina Dambier (2., 64.), Maike Trach (12.), Cynthia Uwak (27.) sowie Christina Arend (57.) trafen für die Saarländerinnen, für Jena betrieben Sabine Treml (81.) und Ivonne Hartmann (87.) Ergebniskosmetik.

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Markus Juchem (51) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

30 Kommentare »

  • Zaunreiter sagt:

    @ Lucifer
    Werter Herr Lichtbringer…wenn du das unvermeidliche nicht akzeptieren kannst, dann solltest du den Nick wechseln 😛

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  • Lucifer sagt:

    @Zaunreiter
    keine Angst ich akzeptiere viele Sachen und mein Nick bleibt bestehen.

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  • Detlef sagt:

    Ich glaub das ja alles nicht mehr!!!
    WER hat denn jetzt die Schiris zu solchem Schwachsinn angestiftet???
    Ich schaue wirklich schon sehr lange Fußball, früher bei den Herren, und jetzt halt bei den Frauen!!!
    Aber noch nie gabs eine gelbe Karte, wenn jemand seine Aktion mit einem Torschuß abgeschlossen hat, nachdem sie abgepfiffen war!!!
    Jetzt haben wir plötzlich drei Fälle in drei Wochen, wobei zwei davon mit gelb-rot endeten!!!
    Wer bitteschön hat den hier veranlasst, dass eine ansich gute und richtige Regel, derart mißbraucht werden darf???

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    @Zaunreiter
    Du schriebst:
    Wer Ähnlichkeiten zu dem Potsdam-Spiel am Brentano-Bad vor einigen Wochen sieht, als Nadine Kessler gelbrot sah, der liegt wohl richtig. Jedenfalls damals versuchten Angerer und Hingst die Schiri umzustimmen.
    Woher nimmst Du diese Aussage? Warst Du vor Ort?
    Im Livestream habe ich nämlich diese Geschichte gänzlich anders gedeutet, nämlich dass Angerer und Hingst die Schiri sehr gestenreich animiert hatten, die gelb-rote Kartenfolge zu ziehen! Schließlich ist damit dem FFC mehr „geholfen“ gewesen.

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  • Detlef sagt:

    @Schenschtschina Futbolista,
    im Stadion habe ich davon nicht viel mitbekommen!!!
    Den Livestream habe ich allerdings auch wie Zaunreiter interpretiert!!!
    NADZE und ARI sind sehr faire Spielerinnen, da kann ich mir durchaus vorstellen, dass sie versucht haben, die Schiedsrichterin umzustimmen!!!

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  • fisch sagt:

    Wie es auch immer gewesen war, die Häufung der vielen Merkwürdigkeiten bei den Schiedsrichterentscheidungen und Ergebnissen der letzten 3 Frankfurter Spiele macht stutzig.
    Um so besser, dass es der FCR gemeinsam mit Turbine auf Grund ihres deutlich besserem Leistungsvermögen geschafft haben, Deutschland in der CL wieder zu vertreten… und nicht der SiDi-Club.
    Die Frankfurter Fans tun mir allerdings wirklich leid, mit solchen Leuten im Management und Trainerstab leben zu müssen.

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    @Detlef
    Ich habe mir in den Highlights zum Spiel die Reaktion von Natze mehrmals angeschaut! Da kann man kaum von zwei verschiedenen Auffassungen bzgl. der Gestik ausgehen – es ist eindeutig contra und nicht pro Kessi, so vonwegen „selber schuld“ etc., und ein etwaiges Umstimmen der Schiri ist nicht zu erkennen. Allerdings auch kein so richtiges Einfordern eines Platzverweises. Na ja, egal, Fakt ist, dass diese Spielszene entscheidenden Ergebniseinfluss hatte!

    @fisch
    Ist halt so und sicher eine zufällige und keine gesteuerte Häufung. Hat ja aber ein (vorläufiges) Ende gefunden! 😉

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  • Detlef sagt:

    @Schenschtschina Futbolista,
    Im Fall von Potsdam, hatten diese falschen Schirientscheidungen ja keinen Einfluß mehr, außer auf die Statistik!!!
    Aber für den FCR wurde es dadurch noch einmal richtig eng!!!
    Und Frankfurt schoß 4 der 5 Tore gegen BN erst nachdem Anne Bartke vom Platz gestellt wurde!!!
    Ich werde mich hüten, hier etwas von bewußter Einflußnahme zu schreiben!!!
    Aber es zeigt deutlich, wie die schlechten Leistungen der Schiris nicht nur ein Spiel, sondern am Ende sogar die CL-Teilnahme entscheiden können!!!

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    @Detlef
    Wieso schreibst Du:“Im Fall von Potsdam, hatten diese falschen Schirientscheidungen ja keinen Einfluß mehr, außer auf die Statistik!!!“

    Ich meine, dieser Platzverweis von Kessi zählt irgendwo schon zu einer falschen Schiri-Entscheidung, und damit wurde TP geschadet. Schliesslich mußten sie lange Zeit in Unterzahl spielend, dann, wo die Kraft + Konzentration nachließen, zwei Gegentreffer, die zur Niederlage führten, hinnehmen. Damit war die Zielstellung, ohne Niederlage die Saison abzuschliessen und womöglich die meisten Treffer zu erzielen, nachhaltig beeinträchtigt – Du schreibst von Statistik!

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  • Detlef sagt:

    @Schenschtschina Futbolista,
    keine Niederlage kassieren, und die meisten Treffer erzielen, sind nur Statistikausschmückungen!!!
    Beides war relativ unerheblich, für den Gewinn der Meisterschaft!!!
    Von einer „Zielstellung“ würde ich jetzt nicht sprechen, aber natürlich sieht so etwas immer gut aus, wenn man eine ganze Saison ohne Niederlage übersteht!!!
    Natürlich war es doppelt und dreifach schlimm, dass man ausgerechnet gegen den Erzrivalen verloren hat!!!
    An diesem Tag lief einfach so viel schief, und darum war Schröder auch so stinksauer nach dem Spiel!!!
    TURBINE hat aber gut gespielt, und 3 reguläre Treffer erzielt!!!
    Das davon aber nur einer gegeben wurde, ist ja nur die eine Sache!!!
    ANJA, LIRA und TABEA hatten noch mindestens 5 weitere 100%-ige Chancen!!!
    Wer weiß, wie viele noch dazugekommen wären, wenn KESSI nicht vom Platz geflogen wär???
    Wer weiß, ob sich ARI dann überhaupt aus ihrer Abwehr getraut hätte, und Frankfurt überhaupt ein Tor gelungen wär???
    Am Ende war die Niederlage aber nicht mehr als ein Dreckfleck, auf der ansonsten blütenweißen Weste!!!

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