Frankfurts späte Tore ins Glück

Von am 25. April 2010 – 16.59 Uhr 46 Kommentare

Der 1. FFC Frankfurt hat das Spitzenspiel der Ersten Frauenfußball-Bundesliga gewonnen. Gegen den 1. FFC Turbine Potsdam siegten die Frankfurterinnen glücklich, aber verdient, mit 2:1 und wahren somit ihre kleine Chance auf die Qualifikation zur Champions League.

Es war die erste Niederlage in der aktuellen Bundesligasaison für die „Torbienen“, denen die Meisterschaft kaum noch zu nehmen sein dürfte. Dennoch war es für Potsdams Trainer Bernd Schröder eine Niederlage, die „sehr schmerzt“. Das nicht nur, weil das Duell gegen die Frankfurterinnen das Prestigespiel der Liga ist, sondern auch, weil sich seine Spielerinnen mit unnötigen Aktionen selbst das Leben schwer machten.

Nadine Keßler sieht Gelbrot
In der ersten Halbzeit entwickelte sich bei schönstem Sonnenschein vor 4.320 Zuschauern kein Spitzenspiel, die Aktionen beider Teams spielten sich in erster Linie im Mittelfeld ab, Tore sollten in den ersten 45 Minuten keine fallen. Stattdessen fiel in der 34. Minute eine folgenschwere Entscheidung: Obwohl die Schiedsrichterin das Spiel unterbrochen hatte,  vollendete die bereits mit der Gelben Karte verwarnte Nadine Keßler ihren Angriff und schoss den Ball ins Tor – Miriam Dietz zückte, vertretbar aber hart entschieden, den zweiten gelben Karton und verwies Keßler des Feldes. „Die Gelbrote Karte war unnötig von ihr selber verschuldet“, haderte Schröder mit der Aktion der Nationalspielerin. Somit musste der Trainer bereits früh das System umstellen, um mit zehn Akteurinnen zu bestehen.

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Nadine Keßler (li.) sieht nach 34 Minuten die Gelbrote Karte.

Frankfurt gehört die zweite Hälfte
Das gelang den Potsdamerinnen zunächst gut, denn schon zehn Minuten nach Wiederanstoß erzielte Fatmire Bajramaj das 0:1. Der Treffer fiel zum für Potsdam günstigen Zeitpunkt, denn mit der zweiten Hälfte wurde Frankfurt stärker. Die Gastgeberinnen übernahmen das Kommando auf dem Feld, konnten daraus jedoch keinen Profit schlagen, da die Potsdamerinnen mit ihrer Unterzahl gut umgingen und cleverer agierten. Frankfurts Aktionen waren dagegen häufig zu einfach zu durchschauen, viele Bälle in die Spitze zu ungenau. „Wir haben unsere Torchancen nicht konsequent zu Ende gespielt“, monierte Frankfurts Trainer Sven Kahlert. Mit zunehmendem Verlauf der Partie vergaben die Frankfurterinnen mehr und mehr Chancen (u.a. Birgit Prinz mit Lattenschuss).

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Verdient war daher der Ausgleich von Ariane Hingst in der 86. Minute. Doch anstatt in großen Jubel auszubrechen, schnappte sich die Nationalspielerin den Ball, um ihn direkt zum Anstoßpunkt zu tragen – die Frankfurterinnen wollten mehr.

Birgit Prinz trifft in der Nachspielzeit
Die Nachspielzeit hatte bereits begonnen, als Viola Odebrecht das Spiel unfreiwillig entschied. Sie foulte Petra Wimbersky im Strafraum, Miriam Dietz zeigte völlig korrekt auf den Elfmeterpunkt. „Es war ein unnötiges, sinnloses Foul“, kritisierte Schröder. Odebrecht habe in Potsdam lange genug mit Wimbersky zusammen gespielt, um wissen zu müssen, wie sich die Stürmerin bewege, so der Trainer. Birgit Prinz legte sich den Ball zurecht und traf souverän zum 2:1-Endstand, der glücklich – aber insgesamt verdient – war. „Wir haben den Sieg mit Glück, Leidenschaft und Moral erkämpft“, meinte Kahlert.

Die Potsdamerinnen sind drei Spieltage vor Saisonende nun mit fünf Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze. Die Meisterschaft ist dem Titelverteidiger nur schwer zu nehmen. Der Kampf um den zweiten Platz, der zur Teilnahme an der Champions League berechtigt, bleibt jedoch spannend. Der FCR 2001 Duisburg, der noch ein Spiel in der Hinterhand hat, und Frankfurt haben beide 45 Punkte auf dem Konto; die Duisburgerinnen liegen jedoch wegen des um neun Treffer besseren Torverhältnisses momentan vor den Hessinnen.

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46 Kommentare »

  • Winter sagt:

    @jeanwood
    Sehe ich genauso.

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  • Lucy sagt:

    @jeanwood

    Was willst du mir jetzt sagen ? Ich denke, der FFC Frankfurt hat genug Fans. Nur tummeln die sich anscheinend nicht alle in iwelchen Foren rum und stänkern dauernd gegen andere Mannschaften oder Fans. Manche scheinen es ja im Schutze des Internets wirklich nötig zu haben, ständig beleidigend gegen andere aufzutreten. Wahrscheinlich sind diese Personen in Wirklichkeit so kleine schüchterne Wichte, denen es an Selbstvertrauen fehlt ! Ein Hesse hat im Lotto gewonnen – na und, sei nicht so neidisch und gönne anderen auch mal was !

    Zum zweiten Absatz:

    Könnte tatsächlich so eintreten, wie du vermutest, aber man weiß ja nie…

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  • jeanwood sagt:

    @lucy
    Uuuups, da komme ich nach der Arbeit nach Hause und muss feststellen- anderthalb Sätze bringen Dich so auf die Palme, dass Du beleidigend und persönlich wirst- Na ja. Da kann ich ja froh sein, dass Du mir nicht noch andere Eigenschaften angedichtest hast. Hoffentlich geht es Dir jetzt besser. Übrigens die Bemerkung mit dem Lottogewinn ist ein bonmot bei Lottospielern. Deshalb habe ich auf einen smiley verzichtet. Und da ich seit etlichen Jahren beruflich im Bereich „legales Glücksspiel“ tätig bin und dort häufig Spiele mit hohen Einsätzen und Gewinnen erlebe, ist mir Neid bei jedem Glücksspiel gänzlich fremd.

    Ich habe keine Lust, zusätzlich Öl ins Feuer zu giessen. Deshalb biete ich Dir die Friedenspfeife an ( als Nichtraucher ). Schliesslich geht es ja doch nur um Fussball und das entsprechende Umfeld und nicht um Bürgerkrieg.

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  • Lucy sagt:

    @jeanwood

    Tut mir leid, wenn ich dich falsch eingeschätzt haben sollte, aber nach deinen Aussagen habe ich dich halt so gesehen, wie oben beschrieben… 😉

    Es nervt halt einfach manchmal, wenn an jedem Pfürzchen, der so manchem Potse-Fan quer liegt, immer gleich Frankfurt Schuld sein soll. Dabei sollte man besser selbst aufpassen, was man so isst… 😉

    Von mir aus können wir eine rauchen, bin zwar auch NR, aber vielleicht hustet es sich zu zweit ja besser.

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  • jeanwood sagt:

    Ok, ich besorge den Tabak und vorsichtshalber ein Sauerstoffzelt. Danke, dass Du mir einen mitgegeben hast. Dadurch reflektiert man schon mal eher wieder sein eigenes Verhalten und Geschreibsel.

    Du bist ein Frankfurt-Fan und das ist zwar ein Fehler, aber Du bist kein virtueller Punchingball oder Sandsack. Ok genug der Lobhudelei. Übrígens bin ich eher FCR Fan und in sofern müssen wir uns immer wieder mal in die Wolle kriegen, aber ich bemühe mich, das fair und ohne Beleidigung zu tun. Versprochen.

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  • Lucy sagt:

    Ich kann damit leben, dass du FCR Fan bist. DU stehe ich jedenfalls näher, als Potsdam 😉

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