Lebenszeichen der Totgesagten
Zuletzt mussten der 1. FFC Frankfurt und der FC Bayern München in der Frauenfußball-Bundesliga noch herbe Niederlagen einstecken, doch nach den Siegen am Wochenende wittern beide Teams noch einmal Morgenluft im Kampf ums internationale Geschäft. Und auch am Tabellenende hat der SC Freiburg mit einem wertvollen Dreier neue Hoffnung geschöpft.
Während der 1. FFC Frankfurt bereits am Samstag einen unerwartet souveränen 2:0-Auswärtssieg beim UEFA-Pokal-Sieger einfuhr, hatte der FC Bayern München beim 2:1 (0:1)-Erfolg gegen den VfL Wolfsburg das Glück auf seiner Seite.
Wolfsburg dominant Denn eine Halbzeit lang bestimmten die Niedersachsen vor 310 Zuschauern in Aschheim das Geschehen, Rebecca Smith sorgte per Kopf für die verdiente Führung (35.), die höher hätte ausfallen können, hätte Bayern-Torhüterin Kathrin Längert nicht zweimal glänzend gegen Martina Müller reagiert (17. und 29.). Die beste Bayern-Chance ließ Stefanie Mirlach per Kopf nach Flanke von Nina Aigner aus (19.).
Vetterlein patzt Besser machte es Mirlach in der 49. Minute, als Wolfsburgs Torhüterin Alisa Vetterlein bei einem Schuss von Bianca Rech nicht gut aussah und ihr den Ball maßgerecht zum 1:1 vor die Füße legte. Die Bayern nutzten nun die kurze Schwächephase der Wölfinnen eiskalt aus, Julia Simic gelang nach schöner Vorlage von Mirlach von der Strafraumgrenze der Siegtreffer (53.) für ansonsten durchschnittlich agierende Bayern.
Harmlose Offensive In der Folge kamen erneut die Gäste einem Treffer näher, doch in der Offensive waren die Wolfsburgerinnen zu harmlos, die blasse Melissa Wiik musste zur Pause vom Feld, Selina Wagner als Müllers Sturmpartnerin hatte, anders als noch beim 4:0-Hinspielerfolg, ebenfalls nicht ihren besten Tag erwischt.
Bayern will dran bleiben Bayern-Trainer Günther Wörle räumte nach der Partie ein: „Wir hätten uns heute sicherlich über ein Unentschieden nicht beschweren dürfen“, schickte aber gleich eine Kampfansage hinterher: „Mit vier Siegen aus fünf Spielen sind wir die beste Rückrundenmannschaft der Bundesliga. Und wenn wir in Saarbrücken und Potsdam gewinnen, dann können wir noch einmal ganz oben mitmischen.“
Spielerisch auf Augenhöhe Gäste-Trainer Ralf Kellermann meinte: „Es ist unglaublich, dass wir heute ohne Punkte nach Hause fahren, denn wir waren die bessere Mannschaft. Aber wir nehmen hier mit, dass wir mit einer Mannschaft wie Bayern München spielerisch mithalten können.“
Potsdam marschiert Meister 1. FFC Turbine Potsdam ließ sich bei der SG Essen-Schönebeck durch einen 0:1-Rückstand nicht aus der Ruhe bringen, am Ende stand ein souveräner 5:1 (3:1)-Sieg. Essen ging durch Sarah Freutel in Führung (10.), doch Nadine Keßler (22.), Babett Peter (38.), Anja Mittag (43.), Fatmire Bajramaj (50.) und Yuki Nagasato (85.) hielten die Potsdamerinnen weiter auf Titelkurs.
Hoffnung in Freiburg Der SC Freiburg feierte im Duell zweier Kellerkinder einen wichtigen 1:0 (1:0)-Sieg gegen den 1. FC Saarbrücken, Juliane Maier erzielte kurz vor der Pause den Siegtreffer (45.). Freiburgs Trainer Ede Beck erklärte: „Nun haben wir zwei Spiele in Folge gewonnen und die Rote Laterne abgegeben, dürfen aber nicht euphorisch werden, sondern müssen unseren Rückstand Schritt für Schritt aufholen, um unser Ziel, den zehnten Tabellenplatz, zu erreichen.” Gäste-Trainer Stephan Fröhlich meinte: „Glückwunsch an den SC Freiburg, sie haben heute verdient gewonnen. Wir haben heute unser schlechtestes Spiel in dieser Saison abgeliefert, wir sind zu keinem Zeitpunkt richtig ins Spiel gekommen, haben zu viele einfache Fehler gemacht und nie das abgerufen, was wir eigentlich können.”
Pflichtsieg für Jena Der FF USV Jena bewältigte die Auswärtsaufgabe bei Tennis Borussia Berlin beim 3:0 (1:0) fehlerfrei. Genoveva Anonma brach den Bann (42.), ein verwandelter Foulelfmeter von Yvonne Hartmann (75.) sowie ein Treffer von Sylvie Arnold in der Nachspielzeit vergrößerten die Abstiegsnöte des Aufsteigers. Jenas Trainerin Heidi Vater meinte: „Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Nicht ganz so zufrieden mit dem Spiel, wir haben uns zu viele Abspielfehler geleistet im Vorwärtsgang. Letztendlich sind das aber ganz wichtige Punkte, die wohl für uns eine Vorentscheidung gegen den Abstieg sein sollten.“ Gegenüber Thomas Grunenberg erklärte: „Ich bin wahnsinnig enttäuscht. Obwohl der Gegner nicht seinen besten Tag hatte, konnten wir dies nicht nutzen. Meine Mannschaft ist in den Spielen gegenüber den Trainingsleistungen nicht wieder zu erkennen.“
HSV stoppt Bad Neuenahr Ebenfalls ein Dreier gelang dem Hamburger SV beim 2:1 (2:0)-Sieg gegen den SC 07 Bad Neuenahr. Ana Crnogorcevic (4.) und Maja Schubert (44.) schossen in der ersten Halbzeit eine Zwei-Tore-Führung heraus, den Gästen gelang durch Lena Goeßling durch einen verwandelten Foulelfmeter nur noch der Ehrentreffer (65.).
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