Røa will in Potsdam für Überraschung sorgen
Wenn Røa IL am Mittwoch im Karl-Liebknecht-Stadion gegen den 1. FFC Turbine Potsdam spielt, betreten die Norwegerinnen Neuland. Noch nie hat der Verein aus Oslo das Viertelfinale in der Champions League erreicht. Trainer Geir Nordby spricht daher gegenüber Womensoccer vom „wichtigsten Spiel in der Vereinsgeschichte“ und hat sich vorgenommen, Potsdam mehr als nur zu ärgern.
„Meine Spielerinnen brennen auf das Match gegen Potsdam“, so Nordby, der mit seiner Mannschaft erstmals ein Trainingslager in der Algarve absolvierte. „Wir hatten in Norwegen einen wunderschönen Winter, über den wir uns auch sehr gefreut haben, aber trainieren konnten wir wegen des vielen Schnees fast nur in der Halle.“ Traditionell war die gesamte Liga bereits eine Woche im gemeinsamen Trainingslager im spanischen La Manga, mittlerweile sind viele Spiele auch draußen absolviert worden. Doch dass Potsdam mitten in der Saison steckt, während in Norwegen die neue Spielzeit erst im April beginnt, sieht Nordby als klaren Vorteil für den Deutschen Meister.
Schwerer Weg ins Viertelfinale In Røa hat man mit dem Erreichen des Viertelfinals bereits Geschichte geschrieben, „historisch“ nennt Nordby den Sieg seiner Mannschaft gegen Vorjahresfinalist Zvezda-2005 im Achtelfinale. Doch mehr als die Russinnen haben ihn die Engländerinnen von Everton im Sechzehntelfinale begeistert. Das Hinspiel hatte Røa mit 3:0 gewonnen, das Rückspiel mit 0:2 verloren. „Ich war von Everton sehr beeindruckt. Eine taktisch und technisch starke Mannschaft – definitiv stärker als Zvezda.“
Erfahrene Nationalspielerin bei Røa IL: Marit Christensen
Røa will überraschen Von den „Turbinen“ hat Nordby dagegen bislang wenig gesehen. Um sich ein Spiel vor Ort im Stadion anzuschauen, fehlte die Zeit – es stand daher die Videoanalyse im Vordergrund. Was der Trainer allerdings über den UEFA-Cup-Sieger von 2005 weiß, lässt ihn zu der Schlussfolgerung kommen, dass es ein schweres Spiel im „Karli“ wird: „Potsdam spielt als Mannschaft sehr gut zusammen und ist auf allen Positionen gut besetzt – wir werden gegen eins der besten Teams in Europa antreten.“
Doch der Trainer bleibt selbstbewusst, die größte Schwäche der Potsdamerinnen? „Dass sie uns schlagen müssen. Unsere Stärke ist der Auftritt als Team, wir arbeiten sehr gut zusammen und sind ein starkes Kollektiv.“ Gespickt ist dieses Kollektiv mit fünf Nationalspielerinnen, unter anderem Marit Christensen und Lene Mykjåland .
Der Traum vom Finale „Das Hinspiel wird der Schlüssel sein. Wir haben alle Möglichkeiten, uns eine gute Ausgangsposition zu erarbeiten – und wir werden Löcher im Spiel der Potsdamerinnen finden.“ Sollte das den Norwegerinnen gelingen, würden sie im Halbfinale entweder auf Arsenal LFC oder den FCR 2001 Duisburg treffen. Einen Favoriten hat Nordby nicht; „Wir müssen jeden schlagen, wenn wir ins Finale wollen.“ Und wenn die „Turbinen“ besiegt werden können, ist sich Nordby ohnehin sicher: „Dann werden wir auch das Finale gewinnen.“
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