Die Tops und Flops der vergangenen Woche
Im Mittelpunkt der positiven sowie negativen Ereignisse der vergangenen Woche stehen heute bei uns ein Rekord in der zweiten Liga, mehr Teilnehmer bei der Weltmeisterschaft, Durcheinander bei TeBe Berlin und die Negativserie eines Aufstiegskandidaten.
Das WM-Teilnehmerfeld wird vergrößert Bei der Weltmeisterschaft 2015 werden erstmals 24, statt bislang 16, Mannschaften mitmachen. Lange hatte es gebraucht, bis man sich zu dieser Entscheidung durchringen konnte, da man zu große Leistungsunterschiede und ein somit fallendes Niveau befürchtet hatte. Schon bei der Europameisterschaft in diesem Jahr hatte man ähnliches erwartet – eingetreten ist es allerdings nicht. Spiele mit „Neulingen“ waren knappe Spiele, die Niederländerinnen schafften es bis ins Halbfinale. Man sollte längerfristig denken und somit die besseren Entwicklungschancen für Länder, die bislang knapp an der Qualifikation scheitern, im Blick haben. Außerdem sind im jetzigen Modus Europa und Asien, gemessen am Leistungsniveau, unterrepräsentiert.
Herford stellt neuen Rekord auf Die Herbstmeisterschaft in der Zweiten Bundesliga Nord schaffte der Herforder SV bereits in der vergangenen Woche durch einen 1:0-Heimsieg gegen SV BW Hohen Neuendorf. Mit dem 3:0 bei Werder Bremen sorgten die Ostwestfälinnen dafür, dass sie in der gesamten Hinrunde ohne einen einzigen Punktverlust blieben. Das hat vor ihnen noch niemand geschafft. Elf Spiele, elf Siege und ein Torverhältnis von 32:8. Der Vorsprung auf einen Nicht-Aufstiegsplatz beträgt bereits 13 Punkte.
Hohen Neuendorf gelingt erster Saisonsieg Mit einem 4:2 gegen den FFC Oldesloe hat Tabellenschlusslicht BW Hohen Neuendorf seinen ersten Saisonsieg eingefahren. Die vier erzielten Treffer waren dabei mehr, als die Brandenburgerinnen bislang in der ganzen Saison erzielt hatten. Fünf Punkte stehen mittlerweile auf der Habenseite, der Rückstand auf den Relegationsplatz beträgt nur noch zwei Zähler – der Abstiegskampf ist wieder spannend.
Goddard schafft Hattrick Wichtige drei Punkte gelangen auch der SG Essen-Schönebeck im Abstiegskampf der Ersten Bundesliga. 3:2 gewann die SGS gegen Schlusslicht SC Freiburg. Alle drei Treffer erzielte Stephanie Goddard. Der letzte gelang ihr dabei in der 82. Minute beim Stand von 2:2 per Foulelfmeter. Die Ruhrpöttlerinnen verlassen somit die Abstiegsränge.
WM-Ticketverkauf auf dem Weihnachtsmarkt Das Organisationskomitee der Weltmeisterschaft 2011 greift beim Ticketverkauf zu neuen Maßnahmen. Die Eintrittskarten für die Titelkämpfe werden ab Ende der Woche auch auf ausgewählten Weihnachtsmärkten in Deutschland erhältlich sein. „Mit dem Verkauf der Städte-Serien auf den Weihnachtsmärkten möchten wir uns gezielt an die Einwohner der Spielorte während der Weihnachtszeit wenden“, sagt OK-Präsidentin Steffi Jones. Erhältlich sind die Tickets in den acht Spielorten sowie in Braunschweig, Duisburg und Dortmund.
Weiter Unruhe bei TeBe Berlin Die Erstligafußballerinnen von TeBe Berlin haben seit Mittwoch eine neue Abteilungsleitung, kommen jedoch auch weiter nicht zur Ruhe. Die Wahlen auf der Mitgliederversammlung sorgten für viel Wirbel, Trainer Thomas Grunenberg und der Vorsitzende des Fördervereins, Erhard Rösler, hätten die Wahl eines Vorsitzenden gerne bis Sommer vertagt und selbst jemanden für die Spitze vorgeschlagen. Die Abteilung entschied sich dagegen, wählte Oliver Ronneberger – doch der Streit geht weiter.
Köln verliert Boden im Aufstiegskampf Der 1. FC Köln hat in den letzten drei Spielen nur einen Punkt erringen können. Lediglich in der Partie gegen den Tabellenführer, Bayer 04 Leverkusen, gelang dem FC ein Unentschieden. Die Begegnungen gegen den VfL Sindelfingen und die Zweitvertretung des FCR 2001 Duisburg endeten im eigenen Stadion mit einer Niederlage. Damit beträgt der Rückstand der Kölnerinnen auf Leverkusen beträgt bereits sechs Punkte, auch Sindelfingen ist am FC vorbei gezogen.
Weltfußballerinnen-Wahl mit Schwächen Immer im Winter ist es soweit: die Nominierungen zur Weltfußballerin des Jahres werden bekannt gegeben, und immer wieder sorgt der Modus für Gesprächsstoff. Die Liste der zehn vorgeschlagenen Spielerinnen wurde jetzt auf fünf reduziert. Am Ende wird sich wohl die Akteurin durchsetzen, die sich international den größten Namen gemacht hat, nicht die, die wirklich das beste Jahr hinter sich hat. Die Wahl ist schon immer umstritten, Fußball sei ein Mannschaftssport, man könne keine Einzelakteurin wählen. Offensivkräfte haben immer die größten Chancen, weil sie durch Tore glänzen – Defensivspieler/innen können weniger stark auf sich aufmerksam machen. Genau dies wird auch in den Top 5 repräsentiert: Kelly Smith, Birgit Prinz, Marta, Inka Grings und Cristiane – alles Offensivspielerinnen. Interessant wird am Ende die Analyse der Stimmen sein. Wie viele Stimmen aus Europa fallen auf Birgit Prinz, die bei der EM sich weniger gut präsentierte, als in den vergangenen Jahren? Wie stimmen die Nationen, in denen Frauenfußball eine untergeordnete Rolle spielt? Dort wählte man in den vergangenen Jahren verstärkt „die großen Namen“ unter den Spielerinnen – weil der Überblick fehlt, sagen Kritiker, um die Gesamtsituation des Sports beurteilen zu können.
Top-Spielerinnen verlassen Europa In der vergangenen Woche wurden gleich mehrere Wechsel in die US-amerikanische Profiliga WPS bekannt. Was für die Spielerinnen eine große Chance darstellt, ist für den europäischen Vereinsfußball weniger von Vorteil. Schweden kehrten mit Kosovare Asllani, Caroline Seger und Jessica Landström gleich drei Akteurinnen den Rücken, die Finnin Laura Österberg Kalmari (in Schweden aktiv) folgte. Für die Champions League ist darüber hinaus der Wechsel von Katie Chapman zu den Chicago Red Stars von Bedeutung. Für viele Experten war sie die beste Engländerin bei der Europameisterschaft. Der Verlust einer defensiven Mittelfeldspielerin von diesem Format wird für Arsenal LFC, Viertelfinalgegner des FCR 2001 Duisburg, auf internationalem Niveau kaum gleichwertig zu kompensieren sein.
Niedrige Zuschauerzahlen Das Wetter spielte am Wochenende nicht überall mit, und die Zuschauerzahlen waren bei manchen Begegnungen teils erschreckend niedrig. Auch das Spitzenspiel zwischen dem FCR 2001 Duisburg und dem FC Bayern München verfolgten nur etwas mehr als 1.000 Zuschauer. In der Zweiten Bundesliga war das Niveau ebenfalls niedrig. Selbst Mannschaften, wie Victoria Gersten, die einen der höchsten Zuschauerschnitte der Liga haben, vermeldeten lediglich 210 Zuschauer: Zum Nordderby zwischen dem Hamburger SV II und Holstein Kiel fanden sich gerade 70 Anhänger ein. Von den über 1.300 Menschen, die die Partie zwischen dem 1. FFC Frankfurt und dem SC 07 Bad Neuenahr verfolgt hatten, blieben gerade 83 im Stadion, um die Zweitvertretung gegen Wacker München zu sehen.