Leverkusen – Köln: Wegweisendes Gipfeltreffen
Ein Blick auf die Tabelle der 2. Frauenfußball-Bundesliga Süd offenbart schnell die Brisanz, die in der Partie zwischen Spitzenreiter Bayer 04 Leverkusen und dem Tabellenzweiten 1. FC Köln heute Abend steckt. Die Kölnerinnen sind nach der überraschenden Heimniederlage gegen Sindelfingen unter Zugzwang, wollen sie nicht frühzeitig im Kampf um den Aufstieg möglicherweise vorentscheidend ins Hintertreffen geraten.
Drei Punkte beträgt der Rückstand des Teams aus der Domstadt vor dem Duell in Leverkusen, eine weitere Niederlage würde den Leverkusenerinnen ein ordentliches Sechs-Punkte-Polster verschaffen. Nur eines der beiden Teams kann in der kommenden Saison den heiß begehrten Platz in der 1. Frauenfußball-Bundesliga einnehmen, denn die auf Basis von Entfernungen erfolgte Staffeleinteilung des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) kannte vor Saisonbeginn keine Gnade, so dass beide Teams in die Südstaffel eingeordnet wurden.
Jugend trifft Erfahrung Leverkusen gegen Köln ist auch das Duell zweier unterschiedlicher Philosophien. Während die Gastgeberinnen verstärkt auf junge Talente setzen, holte man in Köln erfahrene Erstligaspielerinnen ins Boot, wie Sonja Fuss, Patricia Hanebeck oder Charline Hartmann. Am Kurtekotten wird man heute Abend um 20 Uhr sehen, welche der beiden Philosophien derzeit besser greift.
Köln wieder mit Defterli Beide Teams setzten bei ihren Bemühungen vor allem auf ihre starke Offensive, jeweils 30 Tore haben die beiden Kontrahenten nach neun Ligaspielen bereits auf der Habenseite, mehr als drei pro Spiel im Schnitt. Für Köln traf alleine Bilgin Defterli 13 Mal, die gegen Sindelfingen wegen ihrer Abstellung zur türkischen Nationalmannschaft (0:5 gegen Spanien) schmerzlich vermisst wurde. In Leverkusen ist sie wieder mit dabei, doch 90 Länderspielminuten beim 0:3 gegen England am Donnerstag in Izmir dürften Kraft gekostet haben.
Ohne Hartmann, Hanebeck fraglich Trotz seines mit einigen Routiniers gespickten Kaders weist Kölns Trainer Klaus Schmischke die Favoritenrolle von sich. „Wir gehen als Aufsteiger in das Spiel, sind damit Außenseiter.“ Zumal sein Team auf Charline Hartmann (Ermüdungsbruch) und möglicherweise auch auf Patricia Hanebeck und somit gleich zwei Schlüsselspielerinnen verzichten muss. Dennoch ist er guter Dinge. „Wir haben das 0:1 gegen Sindelfingen gut verkraftet.“
Wiedersehen In Nina Windmüller, Maike Seuren und Lena Fehrenbach stehen in Kölner Reihen gleich drei Spielerinnen, die bis zur Sommerpause noch in Leverkusen kickten. Welche Brisanz in dem Duell steckt, deutete sich bereits in einem Saisonvorbereitungsspiel an, in dem die Leverkusenerinnen mit 3:1 die Oberhand behielten. Damals sah Leverkusen Lisa Schmitz nach einem Revanchefoul an Patricia Hanebeck die Rote Karte.
Leverkusen gibt sich entspannt Leverkusens Trainerin Doreen Meier weiß um die große Chance ihres Teams . „Wir haben uns eine sensationelle Ausgangsposition erarbeitet, die mit drei Punkten heute noch besser wäre, das ist völlig logisch.“ Sie sieht ihr Team im Vorteil. „Wir wollen gerne aufsteigen, wir müssen aber nicht.“ Doch Meier weiß auch, dass der Gegner nicht leicht zu bezwingen ist. „Das ist eine ganz erfahrene Mannschaft, gespickt mit tollen Individualistinnen, die in der zweiten Liga eigentlich völlig schlecht aufgehoben sind.“
Prominente Zaungäste Das Spiel stößt auf breites Interesse – so haben auch die Bundesligateams aus Essen, Duisburg, Wattenscheid und Bad Neuenahr ihren Besuch angekündigt. „Einige haben sogar ihr Training verlegt, um dabei sein zu können. Dieses Spiel elektrisiert”, so Meier.
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