Potsdam verdrängt Duisburg von der Spitze
Der neunte Spieltag der Frauenfußball-Bundesliga hatte es in sich. Der FCR 2001 Duisburg verspielte im Heimspiel gegen Aufsteiger 1. FC Saarbrücken überraschend zwei Punkte und die Tabellenführung, Meister 1. FFC Turbine Potsdam zerstörte jäh die neue Hoffnung des 1. FFC Frankfurt und der FC Bayern München kam bei Tennis Borussia Berlin nicht ungeschoren davon.
Die Potsdamerinnen gewannen gegen Frankfurt dank einer Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit verdient mit 4:1 (0:0) und eroberten dank der besseren Tordifferenz gegenüber Duisburg die Tabellenspitze.
Drei Tore von Mittag Zur Spielerin des Spiels avancierte Anja Mittag, die zunächst für die Führung sorgte (54.) und mit zwei weiteren Treffern maßgeblichen Anteil am Erfolg hatte (68., 78.). Kapitänin Jennifer Zietz hatte per Foulelfmeter das zwischenzeitliche 2:0 erzielt (57.) und mit dem schnellen zweiten Treffer die Moral der Gäste gebrochen. Sandra Smisek gelang ebenfalls per Foulelfmeter nur noch der Ehrentreffer (80.).
Schröder zufrieden „Wir sind auf einem guten Weg. Heute haben wir gewonnen, weil wir das bessere Angriffsspiel hatten“, freute sich Turbine-Trainer Bernd Schröder. Die dreifache Torschützin Mittag hatte von ihrem Trainer in der Halbzeitpause eine Motivationsspritze bekommen. „Der Trainer hat mich in der Halbzeitpause aufgemuntert und gesagt, ich würde noch zwei Tore schießen. jetzt sind es sogar drei geworden“, so eine zufriedene Mittag.
Kahlert gratuliert Potsdam FFC-Cheftrainer Sven Kahlert meinte: “Meinen Glückwunsch an die Potsdamer, die aufgrund der zweiten Halbzeit verdient das Spiel gewonnen haben. Ich möchte meiner Mannschaft trotzdem ein Kompliment aussprechen, dass sie bis zur letzten Minute versucht hat das Ergebnis besser zu gestalten.”
Duisburg verliert Punkte, Tabellenführung und Grings Bereits am Samstag war Duisburg gegen den 1. FC Saarbrücken nicht über ein enttäuschendes 1:1 (0:1) hinausgekommen. Cynthia Uwak hatte für die überraschende Gäste-Führung gesorgt (32.), Inka Grings war per verwandeltem Foulelfmeter (71.) nur noch der Ausgleich gelungen, ehe sie wegen Meckerns die Gelb-Rote Karte sah. Die Kritik von Duisburgs Trainerin Martina Voss-Tecklenburg fiel dennoch zumindest öffentlich gemäßigt aus: „Wir haben nicht das gespielt, was unserem Anspruch entspricht, besonders beim letzten Zuspiel; wir waren auch in der Offensive nicht gut gestaffelt.“
Bad Neuenahr in Torlaune Neuer Tabellendritter ist der SC 07 Bad Neuenahr, nach einem 6:2 (3:1)-Sieg gegen den FF USV Jena. Genoveva Anonma hatte die Thüringerinnen bereits in der ersten Minute in Führung gebracht, doch Célia Okoyino da Mbabi (11., 26.), Yunhee Cha (23.), Lena Goeßling (48., 70. jeweils Foulelfmeter) und Lydia Neumann (60.) machten das halbe Dutzend voll, Ivonne Hartmann sorgte mit einem verwandelten Foulelfmeter für etwas Ergebniskosmetik (85.).
Bayern weiter außer Tritt Vizemeister FC Bayern München büßte beim 2:2 (1:1) bei Tennis Borussia Berlin neuerlich wertvolle Punkte ein. Bianca Rech (16.) und Nina Aigner (54.) brachten die Münchnerinnen beim Aufsteiger zweimal in Führung, doch TeBe gelang durch Anna Fechner (24.) und Constanze Heß (56.) jeweils der Ausgleich. „Es hat heute nicht sollen sein. Schade!”, so der lapidare Kommentar von Bayern-Trainer Günther Wörle nach der enttäuschenden Punkteteilung.
Freiburg feiert ersten Saisonsieg Erleichterung machte sich beim SC Freiburg breit, nachdem beim 1:0 (1:0) beim Hamburger SV der erste Saisonsieg unter Dach und Fach gebracht werden konnte. Juliane Maier stellte bereits nach 13 Minuten den Endstand her, so dass sich der neue Trainer Ede Beck über einen perfekten Einstand freuen durfte. „Wir haben heute unheimlich gekämpft und einen guten Schritt gemacht. Wir sind wieder dabei, das soll nicht der letzte Dreier gewesen sein.” HSV-Trainer Achim Feifel war hingegen wenig begeistert: „Jedes Jahr vergeigen wir es gegen den Tabellenletzten, jetzt spielen wir wieder gegen den Abstieg, statt um unser Saisonziel. Mit der Leistung von heute muss man sich damit auch abfinden.”
Remis in Essen In einem weiteren Samstagsspiel trennten sich die SG Essen-Schönebeck und der VfL Wolfsburg 2:2 (1:0), die Gastgeber untermauerten ihren Aufwärtstrend. Kyra Malinowski (12.) und Caroline Haman (69.) erzielten die Treffer für die Gastgeberinnen, Stephanie Bunte (53.) und Selina Wagner (68.) waren für Wolfsburg erfolgreich. Wermutstropfen für Essen: Spielführerin Melanie Hoffmann sah in der 89. Minute wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte und fehlt nun im Spiel gegen den 1. FC Saarbrücken.