Aufregung um Hope Powell
Vor wenigen Wochen führte Englands Nationaltrainerin Hope Powell ihr Team ins Finale der Frauenfußball-Europameisterschaft in Finnland. Doch schon bald könnte die 42-Jährige einem Zeitungsbericht zufolge Trainerin eines englischen Viertligavereins bei den Männern werden.
Wie das „Lincolnshire Echo“ berichtete , soll Powell eine Kandidatin auf den Trainerposten bei Viertligist Grimsby Town sein. Dort wurde Trainer Mike Newell am vergangenen Sonntag nach der 0:2-Niederlage gegen Rochdale entlassen, sein Team war auf den 23. Platz der Liga zwei abgerutscht.
Powell nicht abgeneigt Bereits 2007 hatte Powell ihr Interesse daran bekundet, einmal einen Männerverein zu trainieren, eine Verpflichtung würde Fußballgeschichte über die englischen Grenzen hinaus schreiben. Doch der englische Fußballverband (FA) dementiert : „Es gab weder von Grimsby noch von einem anderen Verein eine Anfrage. Wir wissen nicht, woher das kommt, soweit wir wissen, steckt kein Körnchen Wahrheit dahinter.“
Powell seit elf Jahren Nationaltrainerin Seit 1998 trainiert Powell die englische Frauenfußball-Nationalmannschaft, bei der EM in Finnland musste man sich erst im Finale gegen Deutschland mit 2:6 geschlagen geben. Ein Grimsby-Sprecher erklärte: „Wir haben noch nicht alle Bewerbungen gesichtet, das machen wir nächste Woche. Wenn sich Hope bewerben würde, würden wir das genauso ernst nehmen, wie jede andere Bewerbung.“
Grimsby dementiert Grimsby-Vorsitzender John Fenty erklärt : „Es ist ermutigend, dass wir bereits rund 40 Bewerbungen erhalten haben. Ich habe aber niemals mit dieser Frau gesprochen, auch wenn ich mich angeblich mit ihr in einem Restaurant nahe Scunthorpe getroffen haben soll.“ Er fügt augenzwinkernd an: „Hätte ich das wirklich gemacht, wäre meine Frau wohl nicht allzu begeistert.“
Heißer Flirt oder pures Gerücht?
Willkommene Publicity Doch ganz unrecht scheint Grimsby die Publicity nicht zu sein, auf der vereinseigenen Homepage prangte gestern den ganzen Tag ein Powell-Foto als Aufmacher. Im englischen Fußball hat bisher erst ein einziges Mal eine Frau, einen Männerverein trainiert. Donna Powell durfte kurzzeitig den Sechstligaverein Fisher Athletic trainieren, als Belohnung dafür, dem Verein neue Geldquellen erschlossen zu haben.
Vorbild Carolina Morace Die einzige Frau, die bisher ein professionelles Männerteam trainierte, war die Italienerin Carolina Morace, heute Nationaltrainerin der kanadischen Frauenfußball-Nationalmannschaft. Sie betreute 1999 den italienischen Serie-C-Verein Viterbese, doch auch ihr Gastspiel war nur kurz, bereits nach zwei Spieltagen trat sie unter dem wachsenden Druck der Medien zurück.
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