Champions League: Schaulaufen für deutsche Teams

Von am 7. Oktober 2009 – 11.08 Uhr 22 Kommentare

Nach den klaren Hinspielerfolgen im Sechzehntelfinale der Champions League vor einer Woche müssen die drei deutschen Teams aus Duisburg, München und Potsdam in den heutigen Rückspielen den Spagat bewältigen, bei den Fans Werbung in eigener Sache für die nächsten Spiele zu treiben, aber auch nicht zu viel Energie vor den kommenden Aufgaben in der Bundesliga zu vergeuden.

Auch wenn Titelverteidiger FCR 2001 Duisburg durch das 5:1 vor einer Woche bei WFC Universitet Vitebsk sportlich die Weichen für das Achtelfinale mehr als gestellt hat, hofft man bei der Premiere im Niederrheinstadion von Oberhausen auf eine ordentliche Kulisse von zumindest 1 500 Zuschauern. Trainerin Martina Voss-Tecklenburg appelliert an die Fans: „Wir sind immerhin aktuell die beste Mannschaft Europas. Die Fans von Vitebsk haben mich beeindruckt: Auch nach dem 0:4 haben sie ihr Team weiter lautstark angefeuert.“

Duisburg fast in Bestbesetzung
Trotz des müden Eindrucks, den das Team beim 2:0-Sieg gegen die SG-Essen-Schönebeck am vergangenen Samstag hinterließ, will Voss ihr Team in Bestbesetzung antreten lassen. „Das ist ja schließlich Champions League, da wollen alle ran. Inka Grings und Annike Krahn würden mir an den Hals springen, wenn sie da nicht spielen dürften“, so Voss. Der Einsatz von Torhüterin Ursula Holl ist wegen Knieproblemen fraglich, Jennifer Oster könnte zu einem Kurzeinsatz kommen, nachdem sie am Dienstag wieder ins Training eingestiegen ist.

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Jubiläum für Turbine
Noch komfortabler ist die Ausgangsposition für Meister 1. FFC Turbine Potsdam nach dem fulminanten 8:1 beim finnischen Meister FC Honka Espoo. „Ein Klassenunterschied“, wie Turbine-Trainer Bernd Schröder meinte, der dem Gegner aber bescheinigte, nie aufgeben zu haben. Für Turbine ist das heutige Rückspiel der 25. Auftritt auf internationalem Parkett und Schröder kündigt an: „Wir wollen den Zuschauern unseren offensiven Kombinationsfußball zeigen.“

Verschnaufpause für Neuzugänge
Ordentlich präsentieren und so weit wie möglich kommen heißt die Maxime des 67-Jährigen. Auch in Potsdam hofft man trotz der eindeutigen sportlichen Lage auf eine vierstellige Zuschauerzahl. Die Neuzugänge Nadine Keßler und Corina Schröder sollen eine Verschnaufpause erhalten, für sie sollen Tabea Kemme und Marie-Louise Bagehorn von Beginn an spielen, auch Stürmerin Leni Larsen Kaurin winkt ein Platz in der Startformation. Das Tor wird wie in München Desirée Schumann hüten.

Bayern ohne Rech
Der von Verletzungen geplagte Vizemeister FC Bayern München muss beim Rückspiel gegen den ungarischen Meister Viktória FC Szombathely auf Bianca Rech verzichten, die sich beim 3:3 gegen den 1. FFC Turbine Potsdam eine Bänderdehnung im linken Fuß zuzog. „Das Innenband im Knöchel ist überdehnt und das Außenband wohl angerissen. Aber für Sonntag sieht es ganz gut aus“, gab die 28-Jährige Entwarnung. Im Kader zurück ist die zuletzt erkrankt fehlende Torhüterin Kathrin Längert. Nach dem 5:0 im Hinspiel ist auch bei der Partie im Sportpark Aschheim der Spannungsfaktor gering.

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Kräfte sparen für Frankfurt-Spiel
Trotz elf fehlender Spielerinnen sollte also nichts mehr anbrennen. „Wir gehen sicherlich als Favorit in diese Begegnung“, so Bayern-Trainer Günther Wörle. „Aber die gegnerische Trainerkollegin hat bei der Pressekonferenz in Ungarn angedeutet, dass sie mit ihrem Team so gestärkt auftreten will, wie es ihnen vor allem in der zweiten Spielhälfte in Szombathely gelungen ist.“ Allzu sehr verausgaben werden sich die Münchenerinnen sicherlich nicht, steht doch schon Sonntag beim 1. FFC Frankfurt das nächste schwere Bundesligaspiel auf dem Programm.

Potenzielle Achtelfinalgegner
Im Achtelfinale am 4. und 11. November warten auf das deutsche Trio dann Gegner anderen Kalibers. Duisburg bekommt es dann aller Voraussicht nach mit dem schwedischen Vizemeister Linköpings FC zu tun, Potsdam könnte ein Wiedersehen mit dem dänischen Meister Brøndby feiern, der vor drei Jahren zum Stolperstein wurde und die Münchenerinnen könnten es mit Montpellier Hérault SC aus Frankreich zu tun bekommen.

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

22 Kommentare »

  • Ralf sagt:

    @Detlef

    🙂
    Dann muss er aber wirklich Wasserball trainiern lassen, und das ist ja dann immer regelwidriges Handspiel!

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  • Detlef sagt:

    @Ralf,
    Die TURBINEN spielen den Ball natürlich absolut Regelkonform mit Kopf oder Fuß, auch wenn ihnen das Wasser bis zum Hals steht!!!

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