Die Tops und Flops des dritten Bundesliga-Spieltags
Womensoccer blickt auf die positiven wie negativen Höhepunkte des dritten Spieltags der Frauenfußball-Bundesliga zurück. Im Blickfeld stehen diesmal starke Thüringerinnen und treffsichere Stürmerinnen, aber auch schwächelnde Aufsteiger und eine Live-Übertragung, die keine war.
Jenas Höhenflug hält an Der FF USV Jena, als Aufsteiger im vergangenen Jahr als einer der Top-Abstiegskandidaten gehandelt, hat sich mit seinen internationalen Neuverpflichtungen in der Winterpause zu einer angesehenen Adresse im deutschen Frauenfußball entwickelt. In der laufenden Saison feierten die Thüringerinnen nach dem Erfolg beim SC Freiburg nun auch beim Hamburger SV einen Auswärtssieg, die Woche zuvor unterlag man nur knapp Vizemeister FC Bayern München mit 1:2. Saisonübergreifend ist Jenas Bundesligabilanz noch eindrucksvoller - in den vergangenen sieben Spielen gab es sechs Siege und nur eine Niederlage bei einem Torverhältnis von 19:7.
Bayern München mobilisiert Zuschauer Das Duell Vizemeister gegen Meister elektrisierte am Sonntag im Sportpark Aschheim endlich auch einmal die Zuschauer. Am Kassenhäuschen bildete sich vor dem Spiel eine ungewohnte Schlange, 1 020 Zuschauer wollten sich das Duell zwischen dem FC Bayern München und dem 1. FFC Turbine Potsdam trotz des zeitgleich stattfindenden Oktoberfests nicht entgehen lassen. Sie wurden mit Sonnenschein, einem strahlend blauen Himmel und einem spannenden Spiel mit sechs Toren belohnt und dürften ihr Kommen nicht bereut haben.
Da Mbabi gelingt Hattrick Drei Spiele, drei Siege – die Erfolgsserie des SC 07 Bad Neuenahr geht zu einem großen Teil auf das Konto von Célia Okoyino da Mbabi. Im Spiel bei Aufsteiger 1. FC Saarbrücken (4:0) gelang der frisch gebackenen Europameisterin in der zweiten Halbzeit ein Hattrick. 22 Minuten benötigte sie, um es zwischen der 67. und 89. Minute im Kasten der Saarbrückerinnen dreimal klingeln zu lassen. Mit nun bereits fünf Saisontoren liegt sie auf Platz zwei der Torschützenliste. Bleibt Da Mbabi gesund, dürfte sie in Zukunft noch häufiger positive Schlagzeilen schreiben.
Treffsichere Grings Topstürmerin Inka Grings vom FCR 2001 Duisburg ist weiter in bester Torlaune. Selbst eine lange Europameisterschaft in Finnland und zwischenzeitliche Knieprobleme hinderten sie nicht daran, in bisher jedem Bundesligaspiel ins Schwarze zu treffen. Ob beim Hamburger SV, gegen Tennis Borussia Berlin oder gegen die SG Essen-Schönebeck – die 30-Jährige war in jedem Spiel zur Stelle und führt nach nur drei Spieltagen mit sechs Treffern die Torschützenliste an. Gegen Essen bezwang sie Nationaltorhüterin Lisa Weiß mit einem platzierten Flachschuss von der Strafraumgrenze.
Joker Del Rio sticht Und auch eine weitere Stürmerin konnte am Wochenende Akzente setzen. Die Spanierin Laura del Rio kam erneut als Einwechselspielerin zum Einsatz, wie schon im Heimspiel gegen den 1. FC Saarbrücken gelang ihr auch dieses Mal beim Gastspiel in Freiburg, obwohl leicht angeschlagen, ein Torerfolg. Mit einem schönen Schlenzer ins lange Eck sorgte sie für das entscheidende 2:0, auch sonst bestach sie durch ihre Torgefährlichkeit. Ihr erster Einsatz über 90 Minuten dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein, sobald der letzte konditionelle Rückstand wettgemacht ist.
Punkt- und torloser 1. FC Saarbrücken Dass es Aufsteiger 1. FC Saarbrücken nach den zahlreichen Abgängen nicht einfach haben würde, war klar. Doch nach dem dritten Bundesligaspiel wartet das Team weiterhin nicht nur auf den ersten Punkt, sondern auch auf das erste Tor. Drei Spiele, drei Niederlagen, 0:11-Tore lautet die ernüchternde Bilanz. Nach dem 0:4 gegen den SC 07 Bad Neuenahr meinte Trainer Stephan Fröhlich: „Das war unsere schlechteste Leistung bislang.“ Früh scheinen sich die Befürchtungen zu bestätigen, dass der Klassenerhalt für das Team ein extrem schweres Unterfangen werden wird.
67 Zuschauer bei TeBe Bereits zum ersten Heimspiel von Aufsteiger Tennis Borussia Berlin gegen den SC 07 Bad Neuenahr hatten sich nur 160 Zuschauer ins Mommsen-Stadion verirrt. Die Geschehnisse hinter den Kulissen um die entmachtete Gaby Wahnschaffe scheinen bei den wenigen Fans für eine zusätzliche Negativreaktion gesorgt zu haben. Gegen den VfL Wolfsburg waren es diesmal ganze 67 Zuschauer, die die Spielerinnen beider Teams locker per Handschlag hätten begrüßen können. Eine für die Bundesliga unwürdige Kulisse.
Heimschwäche des HSV Mit großen Ambitionen ist der Hamburger SV in die neue Bundesligasaison gestartet. War die erste Heimniederlage gegen den FCR 2001 Duisburg noch zu verschmerzen, dürfte den Verantwortlichen die 1:3-Schlappe gegen den FF USV Jena sauer aufgestoßen sein. Bei kühlem Wetter wurde auch das Team in der Partie gegen die Thüringerinnen nie richtig warm. Gut, dass zumindest das erste Auswärtsspiel nach 0:2-Rückstand bei der SG Essen-Schönebeck zuvor noch 3:2 gewonnen werden konnte, sonst wäre der komplette Fehlstart perfekt gewesen.
Ausgeknockt Gerade noch hatte Turbine-Torhüterin Anna Felicitas Sarholz ihr erfolgreiches Debüt in Bundesliga und Champions League geben, schon streckte sie ein grippaler Infekt im Kampf um die Nummer-1-Position im Potsdamer Tor nieder. Für sie stand nach überstandener Verletzungspause wieder Desirée Schumann beim Meister zwischen den Pfosten. Auch beim Gegner FC Bayern München gab es im Tor einen krankheitsbedingten Ausfall, Kathrin Längert musste nach ihrem starken Auftritt in Jena passen, Ulrike Schmetz bedankte sich trotz dreier Gegentreffer mit einer nicht minder starken Leistung. Auch in München ist derzeit noch unklar, welche der beiden Keeperinnen die Nummer 1 werden wird.
Live oder nicht live? Am Samstagmittag kündigte die DFB-Website mehrere Stunden lang eine vermeintliche Liveübertragung der Partie FCR 2001 Duisburg gegen SG Essen-Schönebeck auf DFB-TV ab 14.00 Uhr an. Selbst nach Spielbeginn war dort noch zu lesen: „Heute zeigt DFB-TV das Spitzenspiel des dritten Spieltags zwischen den Revierrivalen FCR 2001 Duisburg und SG Essen-Schönebeck seit 14 Uhr als Livestream im Internet.“ Livebilder der Partie gab es jedoch nicht zu sehen. Der Fehler wurde erst später korrigiert. Immerhin gab es am Abend dann Highlights der Partie zu sehen.
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