Umeå IK kämpft gegen den Konkurs
Bislang ist man vom schwedischen Meister Umeå IK eher positive Meldungen gewöhnt. Auch nach dem Abgang von Weltfußballerin Marta führte der zweimalige UEFA-Cup-Sieger bis gestern die schwedische Liga an. Doch am Wochenende gab es nicht nur eine bittere 1:4-Niederlage gegen Hammarby, auch finanziell sieht es in Nordschweden ernst aus. Eventuell ist das Thema Frauenfußball in Umeå bereits in diesem Monat beendet.
Einbruch bei den Sponsoren UIK vermeldet einen Einbruch bei den Sponsorengeldern um vierzig Prozent, Hauptgrund ist die Finanzkrise, die die Partner des Erfolgsvereins zu Sparmaßnahmen zwingt – davon ist auch das Sponsoring nicht ausgenommen. Das Budget bei UIK ist kleiner geworden, die Sparmaßnahmen größer. Eine Krisensitzung mit verbliebenen Partnern in diesem Monat stimmte die Verantwortlichen zwar positiv. Die Sparmaßnahmen haben erste Wirkungen gezeigt, aber noch ist die Lage alles andere als stabil – auch die Septemberlöhne wurden noch nicht ausgezahlt.
Sportliche Auswirkungen Die 1:4-Niederlage gegen Hammarby am Wochenende war ein Paukenschlag – insgesamt aber nur der Gipfel des Dilemmas. UIK verlor die Tabellenführung an Linköping, insgesamt war es bereits die dritte Saisonniederlage. Im Poker um eine mögliche (vorübergehende) Rückkehr Martas nach Schweden hatte sich UIK frühzeitig zurück ziehen müssen – das Geld für die Weltfußballerin war schlicht nicht vorhanden.
Insolvenz noch in diesem Monat? Zusätzlich zu den Löhnen werden in diesem Monat die Steuern und Sozialabgaben fällig. Stichtag dafür ist der 12. Oktober – hat der Verein bis dahin nicht genug Geld, muss er Insolvenz anmelden. Um das zu verhindern, hat man nicht nur noch einmal mit den Sponsoren gesprochen, man erhofft sich nun auch Hilfe aus der Bevölkerung. Mit dem Aufruf „UIK kämpft um seine Zukunft“ will der Club seine herausragende Position in der Sportlandschaft Schwedens unterstreichen und wirbt offensiv um Spenden. Die Solidarität der Bevölkerung hatte schon bis zu Martas Wechsel in die Vereinigten Staaten ihr Engagement in Umeå gesichert.
Finanzprobleme auch bei anderen Vereinen Umeå IK ist nicht der einzige Verein, der mit finanziellen Problemen kämpft. Ein Drittel der schwedischen Liga, neben Umeå auch Djurgården, Kristianstad und Linköping, hat in diesem Jahr bereits seine Finanznot publik gemacht.
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