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2009

Bayern München freut sich über Punktsieg

Nur selten zuvor hat man im Sportpark Aschheim in Reihen des FC Bayern München nach einem Unentschieden dermaßen strahlende Gesichter gesehen. Denn eine gute Stunde lang hielt die arg dezimierte Rumpfelf des Vizemeisters den mit fünf Europameisterinnen angetretenen Meister 1. FFC Turbine Potsdam im Spitzenspiel der Frauenfußball-Bundesliga in Schach und führte gar 2:0. Doch auch wenn man den Zwei-Tore-Vorsprung noch aus der Hand gab, durfte sich der Gastgeber beim 3:3 (1:0) am Ende wie der moralische Sieger fühlen.

1 020 Zuschauer sahen bei besten äußeren Bedingungen ein spannendes und gutklassiges Spitzenspiel der Frauenfußball-Bundesliga, bei dem die Bewertung der Trainer aus München und Potsdam am Ende unterschiedlicher nicht hätte ausfallen können. Bayern-Trainer Günther Wörle meinte: „Insgesamt ist das Remis wie ein Sieg zu bewerten, man darf nicht vergessen, dass Potsdam fünf Europameisterinnen auf dem Feld hatte.“

Bayern gibt Zwei-Tore-Vorsprung aus der Hand Dass sein Team noch eine 2:0-Führung aus der Hand gab, konnte er schnell erklären. „Die Verletzung von Bianca Rech hat uns weh getan, denn wir standen auf der Doppel-Sechs sehr gut, danach sind wir anfälliger geworden. Und das 2:1 ist zu schnell gefallen, sonst hätten wir auch gewinnen können.“

Starke Schmetz In der Anfangsphase hatten die Münchenerinnen allerdings Glück nicht in Rückstand zu geraten, denn Anja Mittag scheiterte früh aus aussichtsreicher Position gegen die per Fußabwehr klärende starke Bayern-Torhüterin Ulrike Schmetz (9.), die ihr Team auch wenige Minuten später vor einem Rückstand bewahrte, als sie einen Querschläger der unsicheren Sandra de Pol über die Latte lenkte (15.). Doch dann war es erst einmal vorbei mit der Turbine-Herrlichkeit.

Mangelndes Zweikampfverhalten „Wir standen zu weit weg von den Gegenspielerinnen“, so Turbine-Trainer Bernd Schröder. „Wir haben mehr reagiert als agiert, obwohl wir die bessere Mannschaft sind. Aber Bayern hat sehr guten Fußball gespielt, bis zum 2:0 sogar optimal.“ Die Bayern-Spielerinnen ließen den Ball kombinationssicher durch die eigenen Reihen laufen, begünstigt durch das halbherzige Zweikampfverhalten der Potsdamerinnen. Und die wenigen Chancen wurden eiskalt und effektiv genutzt. Mit einem Drehschuss erzielte Bianca Rech aus elf Metern die Führung (30.).

Zietz trifft doppelt Und als Julia Simic nach einer tollen Kombination von Carina Wenninger und Vanessa Bürki den Ball zum 2:0 in die Maschen setzte, drohte Potsdam gar die erste Saisonniederlage (63.). „Man kann so ein Spiel auch verlieren, wenn wir nicht den schnellen Anschlusstreffer gemacht hätten“, räumte Schröder ein, dessen Team durch die Treffer der ansonsten unauffälligen Jennifer Zietz (65. und 75.) schnell in die Partie zurückfand. Die eingewechselte Leni Larsen Kaurin schien ihr Team auf die Siegerstraße zu bringen (82.), gegen nun müde wirkende Bayern-Spielerinnen, die auch noch Rech wegen einer Bänderverletzung im linken Fuß ersetzen mussten.

Bürki rettet Remis Doch der Schweizer Nationalspielerin Vanessa Bürki gelang kurz vor Spielende der nicht mehr erwartete Ausgleich (87.). Schröder sprach von einem „nachträglichen Geburtstagsgeschenk“ zum 60. Geburtstag von Bayern-Trainer Wörle am Donnerstag. Wenig begeistert war Schröder vor allem darüber, dass man sich nach der 3:2-Führung kurz vor Spielende noch einmal die Butter vom Brot nehmen ließ. „Ich verstehe das nicht, wir hatten uns hier klar einen Sieg ausgerechnet.“

Schröder-Kritik Vor allem die Psychologie macht er für den zaghaften Auftritt seiner Schützlinge verantwortlich. „Unsere letzten Spiele waren hervorragend, einige von uns können offenbar damit nicht umgehen. Jeder hat sich mit sich selbst beschäftigt.“ Mit Neuzugang Fatmire Bajramaj war Schröder genauso wenig zufrieden („Sie hat sich nur mit Fouls beschäftigt und immer wieder diskutiert.“) wie mit Anja Mittag („Sie muss in der Anfangsphase einfach die Tore machen, dann fangen die Bayern das Zweifeln an und kassieren fünf Gegentreffer.“).

Mangelnder Wille Und auch Europameisterin Babett Peter räumte ein: „Ich hatte das Gefühl, dass der letzte Wille gefehlt hat. Das darf nicht passieren, denn wir wussten ja, um was es geht.“ Erst in der Schlussphase zeigten die Potsdamerinnen ihre Klasse. Mit schnellem Kombinationsspiel und hohem Tempo setzten sie die Bayern-Spielerinnen immer mehr unter Druck.

Gute Werbung Umso glücklicher war Wörle über den Ausgleich. „Mit dem 3:3 durch Bürki war nicht mehr zu rechnen.“ Schröder konnte dem Spiel am Ende dennoch etwas Positives abgewinnen. „Sechs Tore in einem Spitzenspiel sind gut für den Frauenfußball und immerhin haben wir anders als in den beiden Jahren zuvor hier nicht verloren. Man kann mit dem Punkt also schon leben.“

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