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2009

Näkemiin Helsinki

Auf Wiedersehen, Helsinki! Einige von Euch erwarten jetzt hier möglicherweise wieder eine Einzelkritik, wie ich sie nach den bisherigen Spielen angeboten habe. Aber ich denke, nach einem derart packenden Finale mit acht Toren, dem siebten EM-Titel im Gepäck, gar dem fünften in Folge, wäre es nicht angemessen, einzelne Spielerinnen zu loben oder zu kritisieren, alle 22 haben in Finnland einen guten Job verrichtet und sich durch das furiose 6:2 gegen keineswegs schlechte Engländerinnen den Titel auch verdient.

Erstaunlich war dennoch, dass im Endspiel gerade die erfahrenen Spielerinnen der Partie ihren Stempel aufdrücken konnten. Die zweifachen Torschützinnen Birgit Prinz und Inka Grings zeigten vor immerhin fast 16 000 Zuschauern, dass sie noch nicht zum alten Eisen gehören. Und selbst eine Kerstin Garefrekes konnte ihre bis zum Finale enttäuschende Leistung im Endspiel verbessern. In der ewigen Torschützenliste der EM stehen nun gar gleich drei deutsche Spielerinnen mit zehn Toren in der Rangliste vorne: Inka Grings, Heidi Mohr und Birgit Prinz.

Ansturm abgewehrt Obwohl es für die DFB-Elf spielerisch nicht immer gut lief im Turnier, hielt sie dem Ansturm der Konkurrenz stand, die sich eingestehen muss, dass Deutschland nach wie vor die europäische Messlatte ist. England zeigte, dass man offensiv über großes Potenzial verfügt, doch die Defizite im Abwehrverhalten offenbarten sich auch wieder im Finale. Erstaunlich war jedoch, dass Englands Trainerin Hope Powell nach dem Treffer zum 2:4 nicht gleich noch einmal frische Spielerinnen einwechselte, um noch einmal ein Signal zu setzen, denn einige auf dem Feld ließen sichtlich die Köpfe hängen nach dem neuerlichen Rückschlag.

Peter eine der Entdeckungen Stellvertretend möchte ich eine deutsche Spielerin herauspicken, die nur selten im Rampenlicht steht, aber in Finnland mit konstant guten Leistungen mächtig punktete. Babett Peter auf der linken Abwehrseite gehört zu den größten Gewinnerinnen des Turniers. „Wenn Du Anfang des Jahres gesagt hättest, dass ich Deutscher Meister und Europameister werden, hätte ich wohl geschmunzelt und ungläubig geschaut“, meinte die Potsdamerin nach dem gewonnenen EM-Titel. „Ich habe alle Spiele durchgespielt, eine konstante Leistung gebracht, ich bin zufrieden.“

Partystimmung Im Nachtklub „The Tiger“, im sechsten Stock über den Dächern von Helsinki gelegen, feierten die Spielerinnen, stimmten „We are the Champions“ an und ließen sich von Bundestrainerin Silvia Neid und Inka Grings auf der Tanzfläche mächtig einheizen, bis um 3.45 Uhr einige rüde Ordner die Spielerinnen und rund 150 geladene Gäste vor die Tür komplementierten, da in Finnland per Gesetz um 4.00 Uhr Zapfenstreich zu sein hat. Doch im Bus zurück zum Teamhotel „Holiday Inn“ wurde kräftig weitergefeiert, ehe es am frühen Morgen zurück nach Frankfurt ging.

Doch groß Zeit zum Feiern und Verschnaufen bleibt nicht, denn schon in neun Tagen steht der erste Spieltag der Frauenfußball-Bundesliga auf dem Programm. Einen etwas ausführlicheren Rückblick auf die EM in Finnland gibt es in den nächsten Tagen.

Schlagwörter: A-Nationalmannschaft • Babett Peter