Näkemiin Helsinki

Von am 11. September 2009 – 14.28 Uhr 5 Kommentare

Auf Wiedersehen, Helsinki! Einige von Euch erwarten jetzt hier möglicherweise wieder eine Einzelkritik, wie ich sie nach den bisherigen Spielen angeboten habe. Aber ich denke, nach einem derart packenden Finale mit acht Toren, dem siebten EM-Titel im Gepäck, gar dem fünften in Folge, wäre es nicht angemessen, einzelne Spielerinnen zu loben oder zu kritisieren, alle 22 haben in Finnland einen guten Job verrichtet und sich durch das furiose 6:2 gegen keineswegs schlechte Engländerinnen den Titel auch verdient.

Erstaunlich war dennoch, dass im Endspiel gerade die erfahrenen Spielerinnen der Partie ihren Stempel aufdrücken konnten. Die zweifachen Torschützinnen Birgit Prinz und Inka Grings zeigten vor immerhin fast 16 000 Zuschauern, dass sie noch nicht zum alten Eisen gehören. Und selbst eine Kerstin Garefrekes konnte ihre bis zum Finale enttäuschende Leistung im Endspiel verbessern. In der ewigen Torschützenliste der EM stehen nun gar gleich drei deutsche Spielerinnen mit zehn Toren in der Rangliste vorne: Inka Grings, Heidi Mohr und Birgit Prinz.

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Ansturm abgewehrt
Obwohl  es für die DFB-Elf spielerisch nicht immer gut lief im Turnier, hielt sie dem Ansturm der Konkurrenz stand, die sich eingestehen muss, dass Deutschland nach wie vor die europäische Messlatte ist. England zeigte, dass man offensiv über großes Potenzial verfügt, doch die Defizite im Abwehrverhalten offenbarten sich auch wieder im Finale. Erstaunlich war jedoch, dass Englands Trainerin Hope Powell nach dem Treffer zum 2:4 nicht gleich noch einmal frische Spielerinnen einwechselte, um noch einmal ein Signal zu setzen, denn einige auf dem Feld ließen sichtlich die Köpfe hängen nach dem neuerlichen Rückschlag.

Peter eine der Entdeckungen
Stellvertretend möchte ich eine deutsche Spielerin herauspicken, die nur selten im Rampenlicht steht, aber in Finnland mit konstant guten Leistungen mächtig punktete. Babett Peter auf der linken Abwehrseite gehört zu den größten Gewinnerinnen des Turniers. „Wenn Du Anfang des Jahres gesagt hättest, dass ich Deutscher Meister und Europameister werden, hätte ich wohl geschmunzelt und ungläubig geschaut“, meinte die Potsdamerin nach dem gewonnenen EM-Titel. „Ich habe alle Spiele durchgespielt, eine konstante Leistung gebracht, ich bin zufrieden.“

Partystimmung
Im Nachtklub „The Tiger“, im sechsten Stock über den Dächern von Helsinki gelegen, feierten die Spielerinnen, stimmten „We are the Champions“ an und ließen sich von Bundestrainerin Silvia Neid und Inka Grings auf der Tanzfläche mächtig einheizen, bis um 3.45 Uhr einige rüde Ordner die Spielerinnen und rund 150 geladene Gäste vor die Tür komplementierten, da in Finnland per Gesetz um 4.00 Uhr Zapfenstreich zu sein hat. Doch im Bus zurück zum Teamhotel „Holiday Inn“ wurde kräftig weitergefeiert, ehe es am frühen Morgen zurück nach Frankfurt ging.

Doch groß Zeit zum Feiern und Verschnaufen bleibt nicht, denn schon in neun Tagen steht der erste Spieltag der Frauenfußball-Bundesliga auf dem Programm. Einen etwas ausführlicheren Rückblick auf die EM in Finnland gibt es in den nächsten Tagen.

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Markus Juchem (51) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

5 Kommentare »

  • marush sagt:

    Tolles Turnier und verdienter Sieger
    Herzlichen Glückwunsch Deutschland!!

    Auf Hinblick für die WM 2011 hoffe ich das Grings und Prinz weiterhin für die Nationalmannschaft spielen.Sie sind nicht mehr die Jüngsten,aber solche Tormaschinen muss man erstmal wieder finden.
    Auch wenn es für Prinz nicht immer so gut lief bei diesem Turnier.Jeder kann sagen was er will aber diese beiden sind eine Waffe.Prinz ist mehr die Dynamische und immer Torgefährlich.Grings ist eine richtige Knipserin die fast nicht zu sehen ist und dann zuschlägt.
    Im Mittelfeld haben wir die Qual der Wahl.Mal sehen wie Kessler und Maroszan einschlagen in der BL.

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  • Marcel sagt:

    Herzlichen Glückwunsch an unsere Mädels

    Das beste bis zum Schluss aufgehoben könnte man sagen auf jedenfall absolut verdient.Was mich besonders gefreut hat das sie wirklich eine verschworen Mannschaft sind wie eigentlich immer könnte man sagen aber wohl kaum selbsverständlich nach den ganzen Erfolgen.

    @marush

    Beziehst du das über Grings aufs Finale den da konnte man sie eigentlich kaum übersehen.

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  • Ulf sagt:

    apropos Einzelkritik:
    Frau Neid: 6 im Endspiel:
    bei einer 4-Tore-Führung ist man wohl zu arrogant überhaupt noch eine 3. Spielerin (namens Stegemann!,die ja bekanntlich aufhört!) einzuwechseln.

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  • Steffen sagt:

    sie hat ja gegen Island gespielt, und warum ein Risiko eingehen, wenn sich eine Spielerin noch verletzt, muss man mit 10 zu Ende spielen, und England war zu gut, um sie zu unterschätzen.

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  • Dirk sagt:

    Ach Steffen, dann dürfte man ja nie wechseln…

    Ich hätte mich natürlich auch für Jenny Zietz gefreut, die sich zwar 45 Minuten lang warm machgen durfte, aber leider dann doch nicht mehr zu Ihrem „symbolischen“ Einsatz kam.

    Gesten sind offenbar nicht die Sache der Frau N.

    nun ja, Jenny sieht es zum Glück recht locker…

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