Deutschland – Island: die Spielerinnen in der Einzelkritik
Im abschließenden Gruppenspiel der Frauenfußball-Europameisterschaft in Finnland gelang der deutschen Frauenfußball-Nationalmannschaft der dritte Sieg, ein 1:0-Erfolg gegen Island. Womensoccer unterzieht die deutschen Spielerinnen einer individuellen Bewertung.
Nadine Angerer Auch im dritten Spiel bekam die Nationaltorhüterin wenig Arbeit. Einmal parierte sie mit einer Faust, sonst gab es nur wenig zu tun. Hatte einmal Glück, dass eine Mitspielerin auf der Linie rettete, insgesamt strahlte Angerer aber erneut Ruhe und Souveränität aus.
Sonja Fuss Die Duisburgerin kam zu ihrem ersten Einsatz, allerdings auf der ungewohnten rechten Abwehrseite, die Umstellung fiel ihr sichtlich schwer. Hatte mehrfach Glück, dass sie keine Gelbe Karte sah, und konnte auch sonst dem deutschen Spiel kaum Impulse geben.
Ariane Hingst Auch im dritten Spiel fehlte es Hingst noch an Konstanz. Auch gegen Island passierten einfache Fehler, es läuft noch nicht rund. Auf der Suche nach der Form von vor der Verletzung hatte sie unter anderem Glück, dass Margrét Lára Vidarsdóttir einen Stellungsfehler nicht mit einem Tor bestrafte.
Annike Krahn In der ersten Halbzeit verrichtete Krahn ihre Arbeit solide, in den zweiten 45 Minuten wurde auch sie schwächer und leistete sich gelegentliche Unkonzentriertheiten, die von den in der Offensive harmlosen Isländerinnen aber nicht bestraft wurden. Auch sie muss sich ab dem Viertelfinale steigern.
Babett Peter Die Postdamer Verteidigerin bot gegen Island ihre bisher beste Turnierleistung. Auf der linken Außenbahn strahlte sie mit ihrer ruhigen und gelassenen Spielweise Souveränität aus, gelegentlich gelang es ihr, offensive Akzente zu setzen. Peter gehört bisher zu den Gewinnerinnen des Turniers.
Saskia Bartusiak Die Mittelfeldspielerin konnte auf der Sechserposition dem deutschen Aufbauspiel nur wenig Impulse geben. In der ersten Halbzeit hatte sie zweimal Glück, dass sie nicht die Gelbe Karte sah, die eine Sperre für ein Spiel nach sich gezogen hätte. Wirkte insgesamt oft unsicher.
Simone Laudehr Bei ihrem ersten langen Einsatz nach der Knieverletzung lief bei Laudehr nur wenig zusammen. War zwar stets bemüht, doch der Duisburgerin waren die Folgen der dreiwöchigen Pause deutlich anzumerken. Gegen Ende der Partie konnte sie sich allerdings minimal steigern.
Anja Mittag Die Potsdamerin begann bei ihrem zweiten EM-Einsatz stark, als sie mehrfach als Vorbereiterin für Martina Müller glänzte. Doch in der Folge fanden viele Pässe nicht ihr Ziel, im Abschluss mangelte es an Torgefahr, vor allem im Strafraum fehlten die Ideen, um die isländische Abwehr auszuhebeln.
Birgit Prinz Gegen Island sollte Prinz mit einem Torerfolg neues Selbstvertrauen tanken. Doch gestern lief nicht viel zusammen. Prinz war anzumerken, dass sie mit angezogener Handbremse spielte, um eine Verletzung zu vermeiden. Wurde deswegen zu Recht zur Pause ausgewechselt und für das Viertelfinale geschont.
Fatmire Bajramaj Zuletzt hatte Bajramaj im deutschen Team die Jokerrolle, gegen Island durfte sie von Beginn an ran, nutzte ihre Chance aber nicht. Spielte unauffällig und konnte über ihre Außenposition anders als Melanie Behringer in den Spielen zuvor kaum Druck entwickeln. Auch bei Standardsituationen war sie schwach, lieferte aber die Vorlage zum Tor.
Martina Müller Die Wolfsburger Stürmerin wurde gegen Island nicht zu Unrecht zur Spielerin des Spiels gewählt. Stets bemüht, war sie eine der wenigen, die die isländische Hintermannschaft an diesem Tag vor Probleme stellte. Hatte mit einem Lattentreffer gleich zu Beginn Pech, doch im Abschluss fehlte das letzte Quäntchen Glück.
Kerstin Stegemann 45 Minuten lang durfte Stegemann auf der rechten Außenbahn agieren. Die mangelnde Spielpraxis war der Neu-Gütersloherin noch anzumerken, sie leistete sich zwar keine groben Fehler, konnte aber anders als früher im Spiel nach vorne kaum Druck entfachen und Akzente setzen.
Célia Okoyino da Mbabi Okoyino da Mbabi kam für die verletzte Grings und durfte diesmal eine halbe Stunde ran. Hatte bei einem Schuss eine gute Szene, sonst agierte sie aber unauffälliger als bei ihren Einsätzen zuvor und konnte ebenfalls dem Angriffsspiel kaum Impulse geben.
Inka Grings Grings kam in der zweiten Halbzeit für Birgit Prinz ins Spiel und brachte sofort kam Schwung ins deutsche Angriffsspiel. Erzielte beim 1:0 ihren zweiten Turniertreffer, verletzte sich aber dabei am rechten Knie und musste nach 14 Minuten bereits wieder vom Feld. War zu kurz im Einsatz, um benotet zu werden.