Deutschland – Island: die Spielerinnen in der Einzelkritik

Von am 31. August 2009 – 8.08 Uhr 28 Kommentare

Im abschließenden Gruppenspiel der Frauenfußball-Europameisterschaft in Finnland gelang der  deutschen Frauenfußball-Nationalmannschaft der dritte Sieg, ein 1:0-Erfolg gegen Island. Womensoccer unterzieht die deutschen Spielerinnen einer individuellen Bewertung.

Nadine Angerer
Auch im dritten Spiel bekam die Nationaltorhüterin wenig Arbeit. Einmal parierte sie mit einer Faust, sonst gab es nur wenig zu tun. Hatte einmal Glück, dass eine Mitspielerin auf der Linie rettete, insgesamt strahlte Angerer aber erneut Ruhe und Souveränität aus.

Note: 2,5

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Sonja Fuss
Die Duisburgerin kam zu ihrem ersten Einsatz, allerdings auf der ungewohnten rechten Abwehrseite, die Umstellung fiel ihr sichtlich schwer. Hatte mehrfach Glück, dass sie keine Gelbe Karte sah, und konnte auch sonst dem deutschen Spiel kaum Impulse geben.

Note: 4,5

Ariane Hingst
Auch im dritten Spiel fehlte es Hingst noch an Konstanz. Auch gegen Island passierten einfache Fehler, es läuft noch nicht rund. Auf der Suche nach der Form von vor der Verletzung hatte sie unter anderem Glück, dass Margrét Lára Vidarsdóttir einen Stellungsfehler nicht mit einem Tor bestrafte.

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Note: 4

Annike Krahn
In der ersten Halbzeit verrichtete Krahn ihre Arbeit solide, in den zweiten 45 Minuten wurde auch sie schwächer und leistete sich gelegentliche Unkonzentriertheiten, die von den in der Offensive harmlosen Isländerinnen aber nicht bestraft wurden. Auch sie muss sich ab dem Viertelfinale steigern.

Note: 3,5

Babett Peter
Die Postdamer Verteidigerin bot gegen Island ihre bisher beste Turnierleistung. Auf der linken Außenbahn strahlte sie mit ihrer ruhigen und gelassenen Spielweise Souveränität aus, gelegentlich gelang es ihr, offensive Akzente zu setzen. Peter gehört bisher zu den Gewinnerinnen des Turniers.

Note: 2,5

Saskia Bartusiak
Die Mittelfeldspielerin konnte auf der Sechserposition dem deutschen Aufbauspiel nur wenig Impulse geben. In der ersten Halbzeit hatte sie zweimal Glück, dass sie nicht die Gelbe Karte sah, die eine Sperre für ein Spiel nach sich gezogen hätte. Wirkte insgesamt oft unsicher.

Note: 4,5

Simone Laudehr
Bei ihrem ersten langen Einsatz nach der Knieverletzung lief bei Laudehr nur wenig zusammen. War zwar stets bemüht, doch der Duisburgerin waren die Folgen der dreiwöchigen Pause deutlich anzumerken. Gegen Ende der Partie konnte sie sich allerdings minimal steigern.

Note: 4,5

Anja Mittag
Die Potsdamerin begann bei ihrem zweiten EM-Einsatz stark, als sie mehrfach als Vorbereiterin für Martina Müller glänzte. Doch in der Folge fanden viele Pässe nicht ihr Ziel, im Abschluss mangelte es an Torgefahr, vor allem im Strafraum fehlten die Ideen, um die isländische Abwehr auszuhebeln.

Note: 3,5

Birgit Prinz
Gegen Island sollte Prinz mit einem Torerfolg neues Selbstvertrauen tanken. Doch gestern lief nicht viel zusammen. Prinz war anzumerken, dass sie mit angezogener Handbremse spielte, um eine Verletzung zu vermeiden. Wurde deswegen zu Recht zur Pause ausgewechselt und für das Viertelfinale geschont.

Note: 5

Fatmire Bajramaj
Zuletzt hatte Bajramaj im deutschen Team die Jokerrolle, gegen Island durfte sie von Beginn an ran, nutzte ihre Chance aber nicht. Spielte unauffällig und konnte über ihre Außenposition anders als Melanie Behringer in den Spielen zuvor kaum Druck entwickeln. Auch bei Standardsituationen war sie schwach, lieferte aber die Vorlage zum Tor.

Note: 4,5

Martina Müller
Die Wolfsburger Stürmerin wurde gegen Island nicht zu Unrecht zur Spielerin des Spiels gewählt. Stets bemüht, war sie eine der wenigen, die die isländische Hintermannschaft an diesem Tag vor Probleme stellte. Hatte mit einem Lattentreffer gleich zu Beginn Pech, doch im Abschluss fehlte das letzte Quäntchen Glück.

Note: 2

Kerstin Stegemann
45 Minuten lang durfte Stegemann auf der rechten Außenbahn agieren. Die mangelnde Spielpraxis war der Neu-Gütersloherin noch anzumerken, sie leistete sich zwar keine groben Fehler, konnte aber anders als früher im Spiel nach vorne kaum Druck entfachen und Akzente setzen.

Note: 3,5

Célia Okoyino da Mbabi
Okoyino da Mbabi kam für die verletzte Grings und durfte diesmal eine halbe Stunde ran. Hatte bei einem Schuss eine gute Szene, sonst agierte sie aber unauffälliger als bei ihren Einsätzen zuvor und konnte ebenfalls dem Angriffsspiel kaum Impulse geben.

Note: 3,5

Inka Grings
Grings kam in der zweiten Halbzeit für Birgit Prinz ins Spiel und brachte sofort kam Schwung ins deutsche Angriffsspiel. Erzielte beim 1:0 ihren zweiten Turniertreffer, verletzte sich aber dabei am rechten Knie und musste nach 14 Minuten bereits wieder vom Feld. War zu kurz im Einsatz, um benotet zu werden.

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

28 Kommentare »

  • Dietmar sagt:

    @Spocky

    Ja gezittert haben wir auch, allerdings vor dem Fernseher und nicht im schönen Finnland 😉
    Na ja…. geschafft und jetzt nur noch ein Schritt zum Traumfinale gegen die Mädels von der Insel.
    Sitze heute Abend wieder vor der Glotze und werde mitfiebern. Vielleicht könnt ihr ja vor Ort einen Daumen für mich mit drücken. Bei Sieg aber anschließend auf alle Fälle aus der Distanz mit mir anstoßen.
    Grüß‘ mir alle Fans besonders Doris D. und Silvia U. und weiterhin viel Spaß bis zum Finale!!!

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  • Dirk sagt:

    Guten Morgen….

    ich habe gerade auf sport1.de die voraussichtliche deutsche Aufstellung gelesen und kann nur hoffen, dass sich das so nicht bewahrheitet.

    Bresonik steht da in der 4er Kette, Schmidt ist raus, Bartusiak oder Fuss für AH, ansonsten mal wieder die Mädels, die sich bisher noch gar nciht bewährt haben, wie bsp KG, BP oder auch SL.

    Haben da 4 schwache Spiele immer noch nicht gereicht?

    Nun sitzen 4 deutsche Meister auf der Bank 🙂 Muss ich nicht verstehen…

    im Übrigen spielen Schmidt und Peter bei Turbine gemeinsam in der Innenverteidigung, was dafür spricht, dass die beiden überhaupt keine Ahnung von dieser Position haben (Frau Schmidt hat übrigens in zwei Ligaspielen Frau Prinz komplett abgemeldet). Nun also Fuss oder Bartusiak, die bisher beide eher enttäuschend waren…

    Aber keine Frage, da zählt ausschließlich das Leistungsprinzip 🙂

    Fast wünschte man sich, dass das mal in die Hose geht, damit das da mal kritisch durchleuchtet wird.

    Das wird aber nicht passieren, da das Leistungsgefälle zwischen Deutschland und dem Rest Europas immer noch zu groß zu sein scheint. Da kann Herr Zwanziger warnen, wie er will…

    Nun ja, wir werden sehen, wie BP wieder drei Gegenspieler bindet 😉 und Garefrekes weiter ihrer früheren Form hinterherläuft.

    Oder hoffen wir wieder auf 5 geniale Baijramaj/Mittag-Minuten in der Nachspielzeit?

    Nichts für Ungut, aber langsam sind die Entscheidungen einer Frau Neid nicht mehr nachvollziehbar…

    Liebe Grüße an Euch alle…

    Dirk

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  • Steffen sagt:

    Saskia Bartusiak hat kein schlechtes Spiel gemacht. In der Viererkette war nur Bianca Schmidt schlecht, dass hat sich dann ja zum Glück von selbst gelöst, weil Deutschland offensiver werden musste und Garefrekes übernommen hat. Die hat dann als Rechtsaußen besser gespielt wie die dafür Geschulte. Super Spiel Kerstin Garefrekes. Und Laudehr war der Oberhammer. Super Spiel auch. Kulig kommt nicht mehr an die Leistung der ersten Spiele ran. Bresonik war auch nicht so stark. Hat sich dann mit Laudehr gut gelöst. Behringer war platt, und Bajramaj hat durchschnittlich gespielt. Birgit Prinz war heute wieder besser, weiter so, dann klappt’s auch wieder! Inka Grings war auch gut, sie kann auch nicht in jedem Spiel treffen! Ach ja, Celia Okoyino da Mbabi war auch wirklich stark. Alle drei eingewechselten Spielerinnen schießen ein Tor! 🙂

    Die einzige Spielerin von Turbine Potsdam, die zurecht in der Startelf steht, ist Babett Peter. Also Turbine-Angestellter kann man ohnehin nicht objektiv sein!

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  • Steffen sagt:

    Ach ja, und wenn ich sage, dass Bianca Schmidt nicht in der Startelf stehen sollte, damit will ich sagen, dass sie einfach nicht gut spielt, und wenn man für Deutschland spielt sollte man auf seiner Position überragend sein, und nicht nur dort spielen, weil die Vorgängerin in die Jahre gekommen ist und es keine bessere gibt!

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  • Steffen sagt:

    Die Turbine-Spielerinnen haben mit Glück bzw. durch die „Dummheit“ der Bayern die Meisterschaft geholt. (Ich will jetzt keine Bayern-Fans beleidigen, ich meine einfach, die hätten sich das Heft nicht mehr aus der Hand nehmen lassen sollen und wenigstens am letzten Spieltag mehr Tore schießen sollen.) Bernd Schröder hat ja selbst zugegeben, dass die Meisterschaft eigentlich für diese jungen Spieler zu früh kommt. Aber besser als kein Meister!

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  • Dirk sagt:

    Guten Morgen Steffen,

    ich erspare mir jetzt mal jeden Kommentar zu Deinen geistigen Ergüssen 🙂

    Ich wünsche Dir jedenfals einen schönen Tag mit einem leckeren Äppler am Main 🙂

    Dirk

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  • Dietmar sagt:

    @Dirk und Steffen

    Ich glaube ihr seht zu sehr durch die Vereinsbrille!
    Die Natio sollte die Besten Spielerinnen für ein Turner im Kader haben. Da ist es völlig egal aus welchem Verein die dann kommen, oder?
    Das Birgit Prinz ihren Zenit vermutlich überschritten hat, dürfte jedem klar sein. Das sie damit aber immer noch stärker ist als viele andere Bundesligaspielerinnen sollte man auch akzeptieren.
    In der Natio sollte übrigens jede Spielerin in der Lage sein auch auf einer anderen Position zu spielen als im Verein (zumindest im entsprechenden Mannschaftsteil), sonst muss sie sich selbst hinterfragen.
    Wenn Silvia Neid an erfahrenen Spielerinnen fest hält, so macht sie da nichts Anderes als ein Herr Löw bei den Herren oder auch die Bundesligatrainer bei Frauen und Männern. Wie laut würdet ihr schreien, wenn sie nur junge und (Turnier-)unerfahrene Spielerinnen aufstellen würde um dann vielleicht schon in der Vorrunde auszuscheiden?

    Also haltet es wie unsere Mädels und verhaltet euch wie ein Team, atmet kräftig durch und denkt an den gemeinsamen Erfolg.
    Ab nächster Woche, wenn wir hoffentlich Europameister(in) sind, bin ich dann auch wieder auf eurer Seite und hoffe das viele der Jungen (ich finde z.B. die Spielweise von Celia OdM auch 10x besser als die selbstgefällige Art einer Frau Grings) bis zur WM 2011 mehr Einsatzzeit bekommen und so entsprechende Erfahrung. Dann können sie auch Ansprüche anmelden und setzen Frau Neid zwangsläufig unter Druck wenn es bei den ‚Erfahrenen‘ mal nicht läuft.

    Jetzt aber Schluss mit Vereinsbrille bzw. Hetze gegen Vereine und Spielerinnen und die Daumen fürs Finale schon mal zum Drücken bereit halten.

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  • Dirk sagt:

    @Dietmar

    vermutlich hjast Du Recht, allerdings habe ich gar keine Vereinsbrille 🙂

    Zumindest bis ich Steffens komentare gelesen habe. Es ist mir neu, dass man mit Glück Deutscher Meister werden kann…

    Ich freue mcih auch bei der Natio über jede gute Leistung einer deutschen Spielerin, egal von welchen Verein sie kommt. Allerdings habe ich den großen Frevel begangen, Mrs. FFC zu kritisoeren, und Frau Garefrekes ncoh dazu. Allerdings nicht, weil sie aus Frankfurt kommen, sondern weil ich mit der leistung nciht einverstanden bin, und das „Huldigen“ einer ehemaligen großen und verdienten Spielerin nicht mehr hören und lesen kann.

    Übrigens, zum Thema Brille: Bianca Schmidt vom 1.FFC Turbine Potsdam (!!) hat gestern einen grausamen Tag erwischt und ist völlig zurecht ausgewechselt worden. 🙂

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