DFB-Elf will Rhythmus und Laune bewahren

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Die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft hat zwar bei der Europameisterschaft in Finnland noch nicht ihr höchstes Niveau abgerufen, doch dank der deutlichen Siege gegen Norwegen und Frankreich hat man das Teilziel Gruppensieg erreicht und scheint auf dem besten Weg, die Leistungskurve Richtung K.-o.-Runde weiter nach oben schrauben zu können.

Doch vor dem Viertelfinale am kommenden Freitag in Lahti gilt es nun am Sonntag gegen Island (ab 15.15 Uhr live im ZDF), den Spagat zu bewältigen, zwar die Spielerinnen 12 bis 22 mit Einsätzen bei Laune zu halten, aber auch, nicht die gesamte Stammelf auseinanderzureißen.

Eine sichtlich gut gelaunte und entspannte Bundestrainerin Silvia Neid meinte vor der Partie gegen die Isländerinnen: „Wir ziehen Wechsel in Erwägung, aber wir haben immer noch keine Entscheidung getroffen.

Ohne Bresonik und Kulig
Fest steht bisher aber bereits, dass Kim Kulig und Linda Bresonik wegen ihrer Gelben Karten nicht zum Einsatz kommen werden. „Es wäre dumm, wenn wir dieses Risiko eingehen würden.“ Anders verhält es sich jedoch mit der dritten deutschen Spielerin im Bunde, Saskia Bartusiak, die ebenfalls mit einer Gelben Karte vorbelastet ist.

„Sie kann auf jeden Fall spielen. Wir können ja nicht auf alle Spielerinnen Rücksicht nehmen, sonst haben wir bald keine mehr, die wir einsetzen können. Sie kann ja auch auf der Sechs spielen.“

Neid will rotieren
Neid verteidigt ihre Wechselabsichten gegen Bedenken, ihre Spielerinnen könnten durch eine Pause von mehr als einer Woche zwischen zweitem Gruppenspiel und Viertelfinale aus dem Rhythmus gebracht werden. „Man hat auch schon erlebt, dass man im entscheidenden Spiel zu müde war und man ausgeschieden ist, wenn man vorher nicht gewechselt hat.“

Und so dürfen sich wohl einige Spielerinnen berechtigt Hoffnung machen, gegen die Isländerinnen von Beginn an auf dem Feld zu stehen. Neben Bartusiak dürfte dies auch für Simone Laudehr, Kerstin Stegemann, Fatmire Bajramaj, Anja Mittag und möglicherweise auch Célia Okoyino da Mbabi und Sonja Fuss gelten.

Gesteigertes Selbstbewusstsein
Nach den beiden Auftaktsiegen ist das Selbstbewusstsein bei Neid und ihrem Team weiter gewachsen, Fitness und mentale Stärke gehen derzeit Hand in Hand, so dass man weiß, dass sich die deutsche Elf im Moment fast nur selber schlagen kann. Dennoch warnt die Bundestrainerin davor, die Zügel schleifen zu lassen. „Wir sollten den Ball flach halten. Wir sind sehr zufrieden, froh und stolz, dass wir zwei Riesennationen geschlagen haben, dennoch wissen wir, dass das entscheidende Spiel am Freitag ist.“

Mit einem Erfolg gegen Island will man dennoch den guten Lauf beibehalten. Die lange Vorbereitungszeit hat das Team in einen Zustand versetzt, von dem Neid bei den Olympischen Spielen im Vorjahr nur träumen konnte. „Vor Peking hatten wir nur drei Wochen Zeit, da war alles sehr geballt. In China mussten wir viel mit dem Flugzeug reisen, hinzu kamen die hohen Temperaturen. Es fehlte einfach die mentale Frische.“

Prinz will endlich treffen
Birgit Prinz hofft, dass endlich der Knoten platzt und sie einen Treffer erzielt. „Ich bin im Moment noch nicht ganz zufrieden mit meiner Leistung“, räumt sie ein. Auch wenn sie sich in den vergangenen Jahren ihre Rolle von der Torjägerin zur Torvorbereiterin gewandelt hat („Damit kann ich mich anfreunden“), hofft sie als Stürmerin dennoch, endlich wieder ins Schwarze zu treffen, nachdem sie in beiden ersten Spielen einige gute Möglichkeiten ausließ.

„Wenn wir unsere Torchancen nicht besser verwerten, kann es auch mal eng werden.“ Auch Neid drückt die Daumen: „Das wünsche ich ihr sehr. Sie ist absolut wichtig für unsere Mannschaft. Im Spiel gegen Norwegen war es ihr Einsatz, der zum Elfmeter geführt hat, gegen Frankreich hat sie das wichtige 1:0 vorbereitet und sie zieht immer ein, zwei Spielerinnen auf sich. Das macht sie richtig gut.“

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SteffenDirkMarkus JuchemSloanSCW Neueste Kommentartoren
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Steffen
Steffen

@ Markus

Was passiert mit den gelben Karten, sofern man nur eine hat? Werden die vor oder nach dem Viertelfinale gelöscht? Da gib’s doch was, damit man im Finale nicht gesperrt sein kann. Ich weiß auch nicht, bei wem das so ist, fifa oder uefa?

eisbär
eisbär

Anstelle von Bartusiak könnte Silvia Neid doch auch Zietz auf die 6 neben Laudehr stellen.

SCW
SCW

Die Karten werden nach dem Viertelfinale gelöscht:

Bei einem großen Turnier die Gelben Karten erst nach dem Viertelfinale gestrichen.Vorbelastete Spieler ziehen somit Gelb-frei ins Halbfinale und riskieren bei einer weiteren „Gelben“ keine Sperre für das Finale.

Quelle: Uefa.

Sloan
Sloan

Woher stammt denn die Info, dass nach dem Viertelfinale die Gelben Karten gelöscht werden? Im offiziellen Regelwerk (https://www.uefa.com/multimediafiles/download/regulations/uefa/others/80/35/28/803528_download.pdf) konnte ich jedenfalls dazu nichts finden (dort wird nur die Löschung nach Ende der Qualifikation erwähnt).

Dirk
Dirk

die Ausführungen von Frau Neid zum Thema BP uns SB finde ich schon wieder höchst amüsant. Und lustig wird es dann, wenn Sie ihr „Leistungsprinzip“ ins Spiel bringt. Ich bin wirklich sehr gespannt, wen sie da heute aus dem Hut zaubert 🙂 Klar hofft sie, dass BP heute gegen (die sicherlich nicht wirklich ernst zu nehmenden) Isländerinnen trifft, das nimmt ihr ein wenig den Erklärungsdruck… Dann darf bestimmt heute auch KG wieder „zaubern“ und Bartusiak ist ja nun schon auf der „6“ gesetzt. Ich habe eigentlich heuten mal gehofft, unsere „A“ Mannschaft zusehen, aber es wird wohl wieder nur das… Weiterlesen »

Markus Juchem
Markus Juchem

@ SCW: Woher hast Du denn diese Info? Wie sloan schon bemerkt hat, werden die Gelben Karten weder nach der Gruppenphase, noch nach dem Viertelfinale gelöscht. Das heißt also, im gesamten Turnierverlauf zieht eine zweite Gelbe Karte eine automatische Sperre von einem Spiel nach sich. Allerdings stimmt es, dass es die von SCW erwähnte Regelung bei der Männer-WM 2006 gab, soweit ich das recht in Erinnerung habe.

Dirk
Dirk

so, Aufstellung ist raus, Schmidt für Fuss, Zietz für Bartusiak und Grings für Prinz, dann wären wir nah an der „A“ – elf…

Steffen
Steffen

Da braucht man nicht bei den Männern suchen! Bei den Frauen gib’s das schon lange, siehe letzte WM. Andernfalls hätten 2 Brasilianerinnen das Finale von der Seitenlinie aus ertragen müssen!