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2009

DFB-Elf will Rhythmus und Laune bewahren

Die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft hat zwar bei der Europameisterschaft in Finnland noch nicht ihr höchstes Niveau abgerufen, doch dank der deutlichen Siege gegen Norwegen und Frankreich hat man das Teilziel Gruppensieg erreicht und scheint auf dem besten Weg, die Leistungskurve Richtung K.-o.-Runde weiter nach oben schrauben zu können.

Doch vor dem Viertelfinale am kommenden Freitag in Lahti gilt es nun am Sonntag gegen Island (ab 15.15 Uhr live im ZDF), den Spagat zu bewältigen, zwar die Spielerinnen 12 bis 22 mit Einsätzen bei Laune zu halten, aber auch, nicht die gesamte Stammelf auseinanderzureißen.

Eine sichtlich gut gelaunte und entspannte Bundestrainerin Silvia Neid meinte vor der Partie gegen die Isländerinnen: „Wir ziehen Wechsel in Erwägung, aber wir haben immer noch keine Entscheidung getroffen.

Ohne Bresonik und Kulig Fest steht bisher aber bereits, dass Kim Kulig und Linda Bresonik wegen ihrer Gelben Karten nicht zum Einsatz kommen werden. „Es wäre dumm, wenn wir dieses Risiko eingehen würden.“ Anders verhält es sich jedoch mit der dritten deutschen Spielerin im Bunde, Saskia Bartusiak, die ebenfalls mit einer Gelben Karte vorbelastet ist.

„Sie kann auf jeden Fall spielen. Wir können ja nicht auf alle Spielerinnen Rücksicht nehmen, sonst haben wir bald keine mehr, die wir einsetzen können. Sie kann ja auch auf der Sechs spielen.“

Neid will rotieren Neid verteidigt ihre Wechselabsichten gegen Bedenken, ihre Spielerinnen könnten durch eine Pause von mehr als einer Woche zwischen zweitem Gruppenspiel und Viertelfinale aus dem Rhythmus gebracht werden. „Man hat auch schon erlebt, dass man im entscheidenden Spiel zu müde war und man ausgeschieden ist, wenn man vorher nicht gewechselt hat.“

Und so dürfen sich wohl einige Spielerinnen berechtigt Hoffnung machen, gegen die Isländerinnen von Beginn an auf dem Feld zu stehen. Neben Bartusiak dürfte dies auch für Simone Laudehr, Kerstin Stegemann, Fatmire Bajramaj, Anja Mittag und möglicherweise auch Célia Okoyino da Mbabi und Sonja Fuss gelten.

Gesteigertes Selbstbewusstsein Nach den beiden Auftaktsiegen ist das Selbstbewusstsein bei Neid und ihrem Team weiter gewachsen, Fitness und mentale Stärke gehen derzeit Hand in Hand, so dass man weiß, dass sich die deutsche Elf im Moment fast nur selber schlagen kann. Dennoch warnt die Bundestrainerin davor, die Zügel schleifen zu lassen. „Wir sollten den Ball flach halten. Wir sind sehr zufrieden, froh und stolz, dass wir zwei Riesennationen geschlagen haben, dennoch wissen wir, dass das entscheidende Spiel am Freitag ist.“

Mit einem Erfolg gegen Island will man dennoch den guten Lauf beibehalten. Die lange Vorbereitungszeit hat das Team in einen Zustand versetzt, von dem Neid bei den Olympischen Spielen im Vorjahr nur träumen konnte. „Vor Peking hatten wir nur drei Wochen Zeit, da war alles sehr geballt. In China mussten wir viel mit dem Flugzeug reisen, hinzu kamen die hohen Temperaturen. Es fehlte einfach die mentale Frische.“

Prinz will endlich treffen Birgit Prinz hofft, dass endlich der Knoten platzt und sie einen Treffer erzielt. „Ich bin im Moment noch nicht ganz zufrieden mit meiner Leistung“, räumt sie ein. Auch wenn sie sich in den vergangenen Jahren ihre Rolle von der Torjägerin zur Torvorbereiterin gewandelt hat („Damit kann ich mich anfreunden“), hofft sie als Stürmerin dennoch, endlich wieder ins Schwarze zu treffen, nachdem sie in beiden ersten Spielen einige gute Möglichkeiten ausließ.

„Wenn wir unsere Torchancen nicht besser verwerten, kann es auch mal eng werden.“ Auch Neid drückt die Daumen: „Das wünsche ich ihr sehr. Sie ist absolut wichtig für unsere Mannschaft. Im Spiel gegen Norwegen war es ihr Einsatz, der zum Elfmeter geführt hat, gegen Frankreich hat sie das wichtige 1:0 vorbereitet und sie zieht immer ein, zwei Spielerinnen auf sich. Das macht sie richtig gut.“

Schlagwörter: A-Nationalmannschaft • Europameisterschaft 2009