Deutschland – Frankreich: Spielerinnen in der Einzelkritik

Von am 28. August 2009 – 8.33 Uhr 27 Kommentare

Im zweiten Spiel der Frauenfußball-Europameisterschaft in Finnland gelang der  deutschen Frauenfußball-Nationalmannschaft ein klarer 5:1-Sieg gegen Frankreich. Womensoccer unterzieht die Spielerinnen einer individuellen Bewertung.

Nadine Angerer
Wie gegen Norwegen verlebte die deutsche Nummer Eins auch gegen Frankreich in der ersten Halbzeit einen ruhigen Nachmittag. In den zweiten 45 Minuten musste sie erstmals im Turnier hinter sich greifen. Beim Tor war sie machtlos, sonst war sie der gewohnt sichere Rückhalt.

Note: 3

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Bianca Schmidt
Zum zweiten Mal in Folge verdrängte die Potsdamer Verteidigerin Kerstin Stegemann aus der Startformation.  Ließ auf der rechten Außenbahn zumeist nichts anbrennen, leistete sich aber diesmal anders als gegen Norwegen einige Schnitzer.

Note: 3

Ariane Hingst
Ähnlich wie gegen Norwegen war die Frankfurter Innenverteidigerin in der ersten Halbzeit stärker. macht unter dem französischen Druck der zweiten Halbzeit Fehler und wusste sich oft nur mit weiten Bällen nach vorne zu helfen. Sollte noch mit mehr Übersicht agieren.

Note: 3,5

Annike Krahn
Der Duisburger Innenverteidigerin gelang in ihrem 53. Länderspiel mit einem Distanzschuss das vierte Länderspieltor. Spielerisch nicht immer eine Augenweide, doch sie ist meist zur Stelle, wenn es gilt, Fehler kompromisslos auszubügeln.

Note: 2,5

Babett Peter
Löste anders als im Spiel gegen Norwegen ihre Aufgabe nicht immer fehlerfrei. In manchen Aktionen war sie gegen die flinken französischen Stürmerinnen zu zaghaft, wie etwa gegen Elodie Thomis Mitte der zweiten Halbzeit. Dennoch insgesamt eine solide Leistung der Potsdamerin.

Note: 3

Kim Kulig
Die Spielerin des Spiels gegen Norwegen musste diesmal nach einer guten Stunde vom Feld. Doch sie bewies erneut eine erstaunliche Präsenz auf ihrer Position im defensiven Mittelfeld. Spielte mit viel Selbstvertrauen, muss aber noch mehr nach hinten arbeiten.

Note: 2

Linda Bresonik
Hatte auch diesmal ein wenig Glück, dass ihr Elfmeter wie gegen Norwegen den Weg ins Tor fand. Technisch versiert, ging sie diesmal zumeist mit viel Übersicht zu Werke und zog die Fäden im deutschen Spiel. Wurde anschließend zur Spielerin des Spiels gewählt.

Note: 2

Kerstin Garefrekes
Die Frankfurter Mittelfeldspielerin kam, obwohl sehr bemüht, auch gegen Frankreich nie so recht in Schwung.  Von den kraftvollen Antritten am rechten Flügel, die sie früher auszeichneten, ist derzeit nur wenig zu sehen. Kann sich nicht so in Szene setzen, wie ihre Mitspielerinnen.

Note: 4

Melanie Behringer
Spielte diesmal nur 45 Minuten, gehörte aber eindeutig wieder zu den Stärkeren im Team. Über die linke Seite versuchte sie immer wieder Druck auszuüben. Starke Freistöße und Ecken sorgen immer wieder für Unruhe, ihr gelang der wichtige dritte Treffer. Muss aber noch präziser werden.

Note: 2,5

Inka Grings
Gegen Norwegen wurde ihr ein Kopfballtreffer wegen Abseits noch verwehrt, diesmal drückte sie den Ball über die Linie, nachdem sie zuvor Birgit Prinz den Ball mustergültig aufgelegt hatte. Wirkte noch entschlossener als zum Auftakt und beschäftigte immer wieder die französische Defensive.

Note: 2

Birgit Prinz
Sie glänzte unter den Augen ihres Managers Siegfried Dietrich als zweifache Torvorbereiterin. Zögerte vor der Pause zu lange, als sie das 3:0 auf dem Fuß hatte. Schafft mit ihrer Präsenz Räume für ihre Mitspielerinnen, findet aber noch nicht richtig ins Spiel. Ein Tor würde ihr gut tun.

Note: 2,5

Célia Okoyino da Mbabi
War in dem für sie besonderen Spiel nicht so auffällig wie zum Auftakt der EM gegen Norwegen. Kam aber auch zu einem Zeitpunkt ins Spiel, als die Französinnen mehr Spielanteile hatten und die deutsche Elf nicht mehr so zielgerichtet agierte, wie in der ersten Halbzeit.

Note: 3

Saskia Bartusiak
Kam für Kim Kulig ins Spiel und fiel bei ihrem EM-Debüt nur einmal besonders auf, als sie sich eine Gelbe Karte einfing. Doch auch für sie war es wie für Da Mbabi schwer, richtig Bindung ans deutsche Spiel zu finden. Vielleicht darf sie gegen Island noch einmal ran.

Note: 4

Simone Laudehr
Feierte nach ihrer Knieverletzung ein gelungenes Comeback. Am Anfang hatte sie noch etwas Probleme, später fand sie besser in die Partie und stieß mal über links, mal über rechts nach vorne. In der Schlussminute setzte sie mit einem kraftvollen Schuss den Schlussakkord.

Note: 2,5

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

27 Kommentare »

  • Steffen sagt:

    Der auf Eurosport ist noch schlimmer. Der spricht immer von Verona Svensson. Und das Zvezda 2005 Perm den UEFA Women’s Cup gewonnen hat. Daran merkt man einfach immer wieder, wieviel die Kommentatoren doch eigentlich über Frauenfussball wissen bzw. wie sie sich vorbereitet haben.

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  • suplo sagt:

    Sollten wir bei unserer Kritik nicht auch berücksichtigen, dass die Mädels bei einem Stand von 4:0 zur Mitte der 2.HZ einen Gang zurück geschaltet haben?
    Dann würde gerechterweise eigentlich nur die erste Hälfte des Spiels in die Bewertung der Leistungen eingehen und die Noten entsprechend anders ausfallen.

    Was die Kritik an BP angeht; ich glaube, dass die meisten ihre Leistungen erst dann zu würdigen wissen wenn sie nicht mehr auf dem Platz steht. Unterschätzt nicht den Effekt den sie verursacht wenn immer zwei-drei Gegenspielerinnen auf sie konzentriert sind und dadurch Freiräume für die anderen Spielerinnen geschaffen werden! Außerdem ist sie m.M. immer noch die Torvorbereiterin schlechthin.

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  • Fee sagt:

    Galeske hat doch garnicht kommentiert, der ist doch beim ZDF und die Spiele wurden von ARD und Eurosport übertragen.

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  • Jarmusch sagt:

    Beide Spiele der deutschen Mannschaft wurden von Bernd Schmelzer kommentiert. Und den finde ich von allen (Öffentlich-Rechtliche & Eurosport) noch am erträglichsten.
    Ganz schlimm finde ich hingegen Ralf ‚insistieren‘ Itzel von Eurosport. Der weiß immer schon vorher alles und erzählt sein Halbwissen, wenn ihm nix anderes mehr einfällt, auch gerne mal in der Wiederholschleife innerhalb eines einzigen Spieles.

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  • Ralf sagt:

    @Jarmusch

    Umso wichtiger, das wir alle mit Beharrlichkeit – wenn auch manchmal stur und unbequem und zur Nervensägerei neigend – daran mithelfen, dass das anderst wird! Kann doch nur besser werden, im Sinne von den FF in der Öffentlichkeit pushen, wenn ein wenig Renitenz mit im Spiel ist! 🙂
    Hr. Itzel Böswilligkeit zu unterstellen, ist glaub‘ ich nicht ganz fair – aber ich geb‘ Dir recht, besser vorbereitet sein könnt‘ er schon! 😉

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  • SCW sagt:

    @suplo: Stimme dir bzgl. BP zu!!

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  • Mosan sagt:

    Gute Spielerkritik. Würde bei der Benotung Prinz und Kulig eine halbe Note runterstufen. Prinz reisst zwar Löcher auf und versteht es andere einzusetzen, aber lässt immer noch sehr viel von ihrer Torgefährlichkeit vermissen. Kulig wieder stark, jedoch wirkte sie auf mich bisweilen beinahe übermutig in den Zweikämpfen.

    Zur Abwehrleistung muss man hinzufügen, dass gefühlte 90% der Arbeit schon vom defensiven Mittelfeld erledigt werden. Peter und Schmidt gefallen mir sehr. Ausgerechnet bei der erfahrensten im Verbund (Ari) wird man das Gefühl von Unsicherheit und mangelnder Übersicht nicht los. Auf Fuss braucht man bei Neid jedoch garnit erst hoffen.

    Neben Sassi sind die Standards ein klarer Kritikpunkt, den man mal ganz direkt an die Hauptverantwortliche Frau Neid richten sollte.

    Ich persönlich mochte in der Vergangenheit die Eurosport Kommentatoren, da sie über das Geschehen aus einer sportlichen Perspektive berichteten. Bei Ard/ZDF sind Stereotype, Klischees und die nationale Brille oftmals unerträglich. Leider haben die Jungs bei Eurosport in letzter Zeit abgebaut.

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