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2009

Bundesligafinale: Wer holt sich die Meisterschale?

1 890 Minuten stand jedes der zwölf Bundesligateams in dieser Saison bisher auf dem Platz, doch erst die letzten 90 Minuten der Saison werden die Antwort auf die Frage liefern, wer sich den Meistertitel sichert.

Tabellenführer 1. FFC Turbine Potsdam kann sich gegen den VfL Wolfsburg aus eigener Kraft zum Titel schießen, doch der FC Bayern München will bei Absteiger TSV Crailsheim die Tormaschine anwerfen. Lachender Dritter wird jedoch möglicherweise der FCR 2001 Duisburg, der vom großen Nervenflattern der Konkurrenz profitieren könnte.

Spannender Titelkampf Die herbe 0:4-Heimniederlage der Bayern gegen Duisburg am vergangenen Mittwoch hat dem Titelkampf noch einmal neues Leben eingehaucht. „Das vergrößert auch den Druck auf unsere Mannschaft noch einmal enorm“, so Potsdams Stürmerin Anja Mittag. Das Team von Trainer Bernd Schröder will nun seinen Mini-Bonus von einem Tor Vorsprung über die Ziellinie retten, doch in erster Linie Platz 2 und somit die Champions-League-Teilnahme sichern.

Potsdam hat alles in der Hand Die junge Turbine-Mannschaft steht vor der Situation alles gewinnen, aber auch noch alles verlieren zu können. „Ich kann mich nicht erinnern, solch eine Situation schon einmal erlebt zu haben“, so Mittag. Nach der 0:7-Klatsche im DFB-Pokalfinale am vergangenen Samstag gilt es, gegen den VfL Wolfsburg vor allem schnell die Verunsicherung aus den Gliedern zu schütteln. Doch gegen die Wolfsburgerinnen wird es kein leichtes Spiel werden, denn bei den Niedersachsen agieren einige Ex-Turbinen, von denen einige sogar noch in Potsdam wohnen. Sie werden bis in die Haarspitzen motiviert sein und den Potsdamerinnen alles abverlangen.

München braucht viele Tore Ähnlich schwierig gestaltet sich die Ausgangslage für den FC Bayern München. Mit einem Sieg ist man sicher für die Champions League qualifiziert, um noch Meister zu werden, gilt es aber Absteiger TSV Crailsheim aus dem Schöneburgstadion mit so vielen Toren wie möglich zu schießen. Bei einem Remis oder einer Niederlage droht der Sturz auf Platz drei. Fällt der Sieg ein Tor höher als der angenommene Potsdamer Sieg gegen den VfL Wolfsburg aus, so ist Bayern Meister.

Hat Bayern die Nerven im Griff? Auch für die Bayern wird es darum gehen, die bittere Niederlage gegen Duisburg aus den Köpfen zu kriegen und durch ein frühes Führungstor schnell zum eigenen Spiel zu finden. Von der Papierform her ist das Spiel in Crailsheim eine mehr als lösbare Aufgabe, doch in der Vergangenheit taten sich die Bayern hier nie leicht und man muss sehen, wie gut man mit der neuen Drucksituation umgehen kann, denn in den vorigen beiden Spielen zeigte das Team Nerven. Bayern-Trainer Günther Wörle erklärt: „Wir werden sehr hart für den Sieg arbeiten. Ich freue mich auf ein Wiedersehen in Crailsheim.“ Dort war er bis Dezember 2007 tätig, ehe er wegen seines Wechsels nach München vor die Tür gesetzt wurde.

Duisburg rechnet nicht mit Wunder Bei UEFA- und DFB-Pokalsieger Duisburg rechnet man allerdings nicht mehr mit einem kleinen Wunder. „Selbst am Mittwoch beim 4:0 in München haben wir noch einmal bewiesen, dass wir absolut das Potenzial zur Meisterschaft hatten, leider haben wir einige Punkte leichtfertig liegengelassen“, so Duisburgs Trainerin Martina Voss nicht ganz ohne Wehmut. Dennoch will sich die „gewachsene Einheit“ mit einem Sieg das letzte Fünkchen Hoffnung auf den Titel wahren.

Trainer tippen auf Bayern Recht eindeutig fällt das Votum der Bundesligatrainer aus, elf von zwölf Trainern tippen auf den FC Bayern München. Einzig Crailsheims Trainer Hubert Müller glaubt, dass die Potsdamerinnen ihren Vorsprung verteidigen werden. DFB-TV überträgt am Sonntag ab 14.00 Uhr alle drei Partien live auf der offiziellen DFB-Website.