U20-WM: Hochs und Tiefs in der DFB-Elf
Nach dem olympischen Frauenfußball-Turnier in Peking und der U17-Weltmeisterschaft in Neuseeland hat bei der U20-WM in Chile zum dritten Mal in diesem Jahr eine deutsche Mannschaft Platz 3 bei einem internationalen Turnier belegt.
Doch zum ganz großen Wurf hat es bei keiner der drei mit großem Ehrgeiz angetretenen deutschen Auswahlen gereicht. Nicht ohne Grund, wie selbst Bundestrainerin Maren Meinert einräumt.
„Wenn wir im internationalen Bereich bestehen wollen, müssen unsere Frauenmannschaften ihre individuelle Technik und Taktik gegen große Teams zeigen. Da hat uns ein Stück gefehlt. Das ist ein Stück, woran die Spielerinnen jetzt arbeiten müssen“, spricht Maren Meinert im DFB-Interview ungewohnt deutlich die Defizite deutscher Frauenfußball-Nationalmannschaften an.
Beste Leistung gegen Brasilien Bei den vier Turniersiegen gegen Kongo, Kanada, Brasilien und Frankreich bot die deutsche Mannschaft phasenweise ansprechenden und überzeugenden Fußball, die beste Leistung zeigte die DFB-Elf im Spiel gegen die Südamerikanerinnen.
Doch es setzte auch zwei Niederlagen, ein 1:2 im Gruppenspiel gegen Japan und eine 0:1-Niederlage im Halbfinale gegen die USA, deren knappes Ergebnis eher darüber hinwegtäuscht, dass die DFB-Elf im Spiel gegen die Amerikanerinnen chancenlos war.
Starkes US-Team Gerade die US-Frauen zeigten noch einmal bei ihrem 2:1-Finalsieg gegen Nordkorea, dass sie in punkto Ballsicherheit, Passgenauigkeit und auch athletischer Robustheit gegenüber den deutschen Spielerinnen einen Vorsprung haben. Doch das Gesamtfazit Meinerts fiel dennoch positiv aus: „Wir sind mit Bronze zufrieden.“
Nur noch wenige Spielerinnen des aktuellen Kaders werden 2010 bei der nächsten U20-Weltmeisterschaft im eigenen Land mit dabei sein können. Als Gastgeber ist die DFB-Elf bereits automatisch qualifiziert, so dass frühzeitig mit den Vorbereitungen auf das Turnier begonnen werden kann.
Wertvolle Erfahrung „Es wird schwer, Weltmeister zu werden, aber das ist das Ziel, worauf wir hinarbeiten werden. Wir haben absichtlich einige Spielerinnen (Bianca Schmidt, Marina Hegering, Stefanie Mirlach, Kim Kulig und Desirée Schumann) zur WM in Chile mitgenommen, die auch 2010 teilnehmen könnten. Die Erfahrung, die diese Spielerinnen gesammelt haben, ist unbezahlbar.“
Vier bis fünf Spielerinnen im Team haben sicherlich das Potenzial, bei optimalem Verlauf später einmal Fuß im Kader der A-Nationalmannschaft zu fassen. „Viele Spielerinnen haben sich sehr positiv entwickelt und gezeigt, dass sie international bestehen können.“
Viel Arbeit Doch die WM hat auch gezeigt, wie viel Arbeit noch vor den potenziellen Kandidatinnen für die WM 2011 liegt. Vielleicht liegt es auch daran, dass Meinerts Worte eher vorsichtig optimistisch klingen. „Wir müssen erst die WM genau auswerten. Ich hoffe, dass wir 2011 einige Spielerinnen des Chile-Kaders auf dem Platz sehen werden.“