Chronik 2007 — 2019 8451 Beiträge 513 Transfers145 Vereine 540 Profile
WomenSoccer

2008

UEFA-Pokal: 1. FFC Frankfurt droht vorzeitiges Aus

Titelverteidiger 1. FFC Frankfurt musste im Hinspiel des UEFA-Pokal-Viertelfinales vor 2.180 Zuschauern im Stadion am Brentanobad eine bittere 1:3 (0:3)-Niederlage hinnehmen. Dabei boten die Frankfurterinnen über weite Strecken der ersten Halbzeit gegen einen keineswegs überragenden FCR 2001 Duisburg eine desolate Vorstellung. Doch der schöne Treffer von Birgit Prinz Mitte der zweiten 45 Minuten hält die Frankfurter Hoffnungen noch aufrecht.

Die von Silvia Neid ob ihrer mangelnden Treffsicherheit in wichtigen Spielen in der Vergangenheit gescholtene Duisburger Stürmerin Inka Grings schickte bereits in der 7. Minute eine Grußkarte zur auf der Tribüne weilenden Bundestrainerin. Die Führende in der Bundesliga-Torschützinnenliste nutzte mit ihrer ersten Chance einen Fehler von Frankfurts Verteidigerin Tina Wunderlich trocken zur frühen Duisburger 1:0-Führung.

Grings: „Hoch verdient gewonnen“ „Wir sind richtig gut drauf und haben hoch verdient gewonnen. Wir haben endlich einmal umgesetzt, was wir können. Mit dieser Dominanz haben wir allerdings nicht gerechnet“, so Grings nach der Partie etwas verwundert.

Das Team von Trainerin Martina Voss wirkte von Beginn an selbstbewusster und auch spritziger in seinen Aktionen. In einem zerfahrenen Spiel führte die erste Duisburger Ecke zum 2:0 – Annemieke Kiesel trat sie von links herein, die auf der linken Abwehrseite eingesetzte Christina Plessen beförderte den Ball unglücklich ins eigene Tor (19.).

Duisburg drückend überlegen Mit der Zwei-Tore-Führung im Rücken übernahmen die Duisburgerinnen nun deutlich das Kommando. Allein Grings vergab in der Folge gleich mehrfach beste Chancen, die Führung in die Höhe zu schrauben. Dies gelang allerdings Bresonik, die Frankfurts Torhüterin Stephanie Ullrich überwand (37.). Frankfurt war mit dem Drei-Tore-Rückstand zur Pause gut bedient. „Ich bin schockiert, das ist ein Klassenunterschied“, so die verletzte Frankfurter Torhüterin Silke Rottenberg in der Halbzeit.

Duisburg wechselte zur Pause die defensiver ausgerichtete Corina Schröder für Simone Laudehr ein, was dem Spiel der Duisburgerinnen nicht so gut bekam. Zu passiv waren die meisten Aktionen jetzt, Duisburg war auf das Halten des Ergebnisses bedacht und Frankfurt fand nach und nach besser in die Partie.

Frankfurt zu harmlos Allerdings erst nach einer guten Stunde vergab Petra Wimbersky mit einem Volleyschuss aus 17 Metern die erste ernsthafte Frankfurter Chance (65.). Die ansonsten blasse Birgit Prinz sorgte mit einer feinen Einzelleistung dann für einen Hoffnungsschimmer. Mit einer geschickten Drehung ließ sie Verteidigerin Annike Krahn an der Strafraumgrenze aussteigen und platzierte den Ball perfekt im Winkel (67.).

Die Frankfurterinnen agierten nun mit mehr Mumm und Druck und lehnten sich noch einmal gegen die drohende Niederlage auf, doch richtig in Gefahr kam die Duisburger Defensive selten, obwohl sie angefangen von der nervösen Torhüterin Kathrin Längert an diesem Tag nicht den sichersten Eindruck hinterließ. Kerstin Garefrekes und die eingewechselte India Trotter vergaben in den Schlussminuten einen möglichen zweiten Treffer, der die Chancen für das Rückspiel deutlich erhöht hätte.

Wegmann: „Wir geben nicht auf“ Frankfurts Trainer Günter Wegmann gab in der ersten Enttäuschung, wie schon nach der DFB-Pokal-Niederlage beim FC Bayern München, eine etwas eigenwillige Analyse der Partie: „Das Ergebnis ist nach dem Spielverlauf schon überraschend, denn wir hatten mehr Spielanteile. Aber wenn man dem Gegner diese Möglichkeiten in der ersten Halbzeit bietet, muss man sich nicht wundern. Die zweite Halbzeit hat gezeigt, dass wir es auch in Duisburg noch schaffen können. Wir geben nicht auf, aber Glückwunsch an Duisburg.“

Das Rückspiel findet am kommenden Donnerstag, 13. November, um 18.00 Uhr, statt. Die Duisburgerinnen gehen mit einem komfortablen Vorsprung ins Spiel, denn selbst ein 2:0-Sieg würde den Frankfurterinnen in Duisburg nicht reichen. Aber noch sind 90 Minuten zu spielen, die Chancen sind für beide Teams noch intakt.

1.FFC Frankfurt - FCR Duisburg 1:3 (0:3)

Frankfurt: Ullrich - T. Wunderlich, Lewandowski, Plessen (57. Marciak) - Garefrekes, Günther, Weber, Bartusiak - Prinz, Wimbersky, Brenner (79. Trotter)

Duisburg: Längert – Hauer, Fuss, Krahn, van Bonn – Kiesel (61. Bajramaj), Bresonik, Oster (80. Hartmann), Hegering, Grings, Laudehr (46. Schröder)

Tore: 0:1 Grings (7.), 0:2 Plessen (19./Eigentor), 0:3 Bresonik (37.), 1:3 Prinz (67.)

Schiedsrichterin: Kateryna Monzul (Ukraine)