UEFA-Pokal: 1. FFC Frankfurt droht vorzeitiges Aus

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Titelverteidiger 1. FFC Frankfurt musste im Hinspiel des UEFA-Pokal-Viertelfinales vor 2.180 Zuschauern im Stadion am Brentanobad eine bittere 1:3 (0:3)-Niederlage hinnehmen. Dabei boten die Frankfurterinnen über weite Strecken der ersten Halbzeit gegen einen keineswegs überragenden FCR 2001 Duisburg eine desolate Vorstellung. Doch der schöne Treffer von Birgit Prinz Mitte der zweiten 45 Minuten hält die Frankfurter Hoffnungen noch aufrecht.

Die von Silvia Neid ob ihrer mangelnden Treffsicherheit in wichtigen Spielen in der Vergangenheit gescholtene Duisburger Stürmerin Inka Grings schickte bereits in der 7. Minute eine Grußkarte zur auf der Tribüne weilenden Bundestrainerin. Die Führende in der Bundesliga-Torschützinnenliste nutzte mit ihrer ersten Chance einen Fehler von Frankfurts Verteidigerin Tina Wunderlich trocken zur frühen Duisburger 1:0-Führung.

Grings: „Hoch verdient gewonnen“
„Wir sind richtig gut drauf und haben hoch verdient gewonnen. Wir haben endlich einmal umgesetzt, was wir können. Mit dieser Dominanz haben wir allerdings nicht gerechnet“, so Grings nach der Partie etwas verwundert.

Das Team von Trainerin Martina Voss wirkte von Beginn an selbstbewusster und auch spritziger in seinen Aktionen. In einem zerfahrenen Spiel führte die erste Duisburger Ecke zum 2:0 – Annemieke Kiesel trat sie von links herein, die auf der linken Abwehrseite eingesetzte Christina Plessen beförderte den Ball unglücklich ins eigene Tor (19.).

Duisburg drückend überlegen
Mit der Zwei-Tore-Führung im Rücken übernahmen die Duisburgerinnen nun deutlich das Kommando. Allein Grings vergab in der Folge gleich mehrfach beste Chancen, die Führung in die Höhe zu schrauben. Dies gelang allerdings Bresonik, die Frankfurts Torhüterin Stephanie Ullrich überwand (37.). Frankfurt war mit dem Drei-Tore-Rückstand zur Pause gut bedient. „Ich bin schockiert, das ist ein Klassenunterschied“, so die verletzte Frankfurter Torhüterin Silke Rottenberg in der Halbzeit.

Duisburg wechselte zur Pause die defensiver ausgerichtete Corina Schröder für Simone Laudehr ein, was dem Spiel der Duisburgerinnen nicht so gut bekam. Zu passiv waren die meisten Aktionen jetzt, Duisburg war auf das Halten des Ergebnisses bedacht und Frankfurt fand nach und nach besser in die Partie.

Frankfurt zu harmlos
Allerdings erst nach einer guten Stunde vergab Petra Wimbersky mit einem Volleyschuss aus 17 Metern die erste ernsthafte Frankfurter Chance (65.). Die ansonsten blasse Birgit Prinz sorgte mit einer feinen Einzelleistung dann für einen Hoffnungsschimmer. Mit einer geschickten Drehung ließ sie Verteidigerin Annike Krahn an der Strafraumgrenze aussteigen und platzierte den Ball perfekt im Winkel (67.).

Die Frankfurterinnen agierten nun mit mehr Mumm und Druck und lehnten sich noch einmal gegen die drohende Niederlage auf, doch richtig in Gefahr kam die Duisburger Defensive selten, obwohl sie angefangen von der nervösen Torhüterin Kathrin Längert an diesem Tag nicht den sichersten Eindruck hinterließ. Kerstin Garefrekes und die eingewechselte India Trotter vergaben in den Schlussminuten einen möglichen zweiten Treffer, der die Chancen für das Rückspiel deutlich erhöht hätte.

Wegmann: „Wir geben nicht auf“
Frankfurts Trainer Günter Wegmann gab in der ersten Enttäuschung, wie schon nach der DFB-Pokal-Niederlage beim FC Bayern München, eine etwas eigenwillige Analyse der Partie: „Das Ergebnis ist nach dem Spielverlauf schon überraschend, denn wir hatten mehr Spielanteile. Aber wenn man dem Gegner diese Möglichkeiten in der ersten Halbzeit bietet, muss man sich nicht wundern. Die zweite Halbzeit hat gezeigt, dass wir es auch in Duisburg noch schaffen können. Wir geben nicht auf, aber Glückwunsch an Duisburg.“

Das Rückspiel findet am kommenden Donnerstag, 13. November, um 18.00 Uhr, statt. Die Duisburgerinnen gehen mit einem komfortablen Vorsprung ins Spiel, denn selbst ein 2:0-Sieg würde den Frankfurterinnen in Duisburg nicht reichen. Aber noch sind 90 Minuten zu spielen, die Chancen sind für beide Teams noch intakt.

1.FFC Frankfurt – FCR Duisburg 1:3 (0:3)

Frankfurt: Ullrich – T. Wunderlich, Lewandowski, Plessen (57. Marciak) – Garefrekes, Günther, Weber, Bartusiak – Prinz, Wimbersky, Brenner (79. Trotter)

Duisburg: Längert – Hauer, Fuss, Krahn, van Bonn – Kiesel (61. Bajramaj), Bresonik, Oster (80. Hartmann), Hegering, Grings, Laudehr (46. Schröder)

Tore: 0:1 Grings (7.), 0:2 Plessen (19./Eigentor), 0:3 Bresonik (37.), 1:3 Prinz (67.)

Schiedsrichterin: Kateryna Monzul (Ukraine)

Gelbe Karte: Günther

Zuschauer: 2.180

Letzte Aktualisierung am 15.11.2019 / * = Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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djane
djane

ist eigentlich bekannt, ob sich irgendeine TV-Anstalt erbarmt, auch das Rückspiel im TV zu übertragen ? Oder wenigsten ein Live-Stream ?

Markus Juchem
Markus Juchem

Was bisher zu hören war, leider nein. Nur eine Zusammenfassung auf DFB-TV einen Tag später. 🙁

djane
djane

na danke. Das UEFA-Cup Rückspiel scheint wohl nicht so wichtig wie die Buli Begegnung FFC-FCR am 22. 11., die wird von DFB-TV ab 14.00h nämlich live übertragen. Irgendwie hat man es beim DFB nicht so mit einer Prioritätensetzung…

djane
djane

laut Quelle „der westen“ erlitt Annemieke Kiesel beim Zusammenprall mit Elena Hauer übrigens einen Kreuzbandriss.

Markus Juchem
Markus Juchem

Hast Du einen Link?

In dem Artikel, den ich gefunden habe, steht nämlich Nasenbeinbruch. Und sie hielt sich ja auch die Nase, als sie vom Feld runter ist.

„Das änderte sich erst in der 60 Minute, als Kiesel von der eigenen Mitspielerin (Elena Hauer) unglücklich im Gesicht getroffen wurde.“

djane
djane

Ich muß aber zugeben, daß von den Bildern her ein erneuter Nasenbeinbruch wahrscheinlicher ist

Markus Juchem
Markus Juchem

Das würde mich sehr wundern. Vor allem müsste ein Kreuzbandriss ja erstmal diagnostiziert werden, so schnell geht das gar nicht.

djane
djane

vielleicht stammt die Info ja vom HR, der behauptet auf seiner HP auch, dass Jennifer Oster nach schöner Vorbereitung von Linda Bresonik das 3:0 erzielte… doch eher andersrum.

Markus Juchem
Markus Juchem

Immerhin haben sie korrigiert, dass der Trainer nicht Günther Beckmann heißt… 🙂

Markus Juchem
Markus Juchem

Lyon führt in Verona nach einer guten halben Stunde bereits 3:0, der nächste Gegner der deutschen Teams scheint schon festzustehen. Bei Arsenal – Umea heißt es derzeit 1:1.

djane
djane

Spielt nicht die amerikanische Natio-Keeperin Hope Solo bei Lyon ? na das könnte heiter werden, die hat bei den Olympischen Spielen durchaus beeindruckt

djane
djane

…wohl doch nicht mehr laut wikipedia, aber Bente ist auch nicht gerade ohne. Naja, est mal abwarten ob es überhaupt so weit kommt

Markus Juchem
Markus Juchem

Lyon war schon vor Saisonbeginn mein Topfavorit auf den Titel, ausgezeichneter Kader, und viel Spielgeld in der Schatulle. 😉

djane
djane

also auf der FFC HP wird Martina Voss auch mit den Worten zitiert „Annemieke Kiesel musste raus, weil sie sich erneut das Nasenbein gebrochen hat“.
Quelle

Markus Juchem
Markus Juchem

Ich denke mal, das war es auch. Alles andere war zumindest den Fernsehbildern nach nicht zu sehen.

Markus Juchem
Markus Juchem

In Verona steht es immer noch 3:0 für Lyon nach zwei Treffern von Lotta Schelin und einem Tor von Camille Abily. Umea ist bei Arsenal mit 2:1 in Führung gegangen.

djane
djane

das heißt dann wohl falls sie beim Rückspiel spielen kann, dann nur mit dieser Hannibal Lector Gedächtnismaske, die sie schon mal anhatte…

Markus Juchem
Markus Juchem

Arsenal schießt das 2:2, scheint ein spannendes Spiel zu sein.

djane
djane

3:2 Arsenal und 4:0 für Lyon, stimmt das Markus ? der futbol Ticker spinnt ja gelegentlich…

Markus Juchem
Markus Juchem

Arsenal dreht einen 1:2-Rückstand und gewinnt 3:2, Lyon führt inzwischen 4:0 dank eines Treffers der eingewechselten Corine Franco.