U17-WM: DFB-Team zittert sich ins Viertelfinale
Die deutsche U17-Frauenfußball-Nationalmannschaft hat ihr erstes Teilziel erreicht. Durch einen verdienten, aber hart erkämpften 3:2 (2:0)-Sieg gegen Ghana ( zeitversetzte Übertragung ab 10.45 Uhr auf Eurosport ) steht das Team von Trainer Ralf Peter vorzeitig im Viertelfinale. Doch anders als bei der überzeugenden Vorstellung gegen Costa Rica hatte Deutschland mächtig Mühe, die starken Westafrikanerinnen in Zaum zu halten.
Peter änderte seine Startformation gegenüber dem Costa-Rica-Spiel auf einer Position: Für die leicht angeschlagene Turid Knaak spielte Isabelle Linden von Beginn an auf der rechten Seite. Und die DFB-Elf erwischte einen Start nach Maß.
Traumstart Nach einem klaren Foul von Linda Eshun an Tabea Kemme verwandelte Dzsenifer Marozsan den fälligen Foulelfmeter sicher zur schnellen Führung (5.). Doch diese gab dem Team nicht die erwartete Sicherheit. Ganz im Gegenteil.
Es waren die Ghanaerinnen, die sich in der Folge mehr Spielanteile erarbeiteten. Die nur 1,54 Meter große, aber blitzschnelle Juliet Acheampong hatte mit einem Kopfball die erste Chance für ihr Team, sie alleine beschäftigte die deutsche Hintermannschaft immer wieder.
Ghana setzt Akzente Die DFB-Elf hatte weiter Probleme, gegen das schnelle und druckvolle Spiel des technisch und taktisch versierten Gegners den eigenen Spielrhythmus zu finden. Viel mehr als lange Bälle in die Spitze zu spielen, fiel den Deutschen nicht ein.
Die fleißige, aber unglücklich agierende Alexandra Popp setzte einen Kopfball neben das Tor (18.), auf der Gegenseite musste Valeria Kleiner im letzten Moment einen Schussversuch von Acheampong aus aussichtsreicher Position abblocken (22.).
Marozsan verwandelt direkten Eckball Ghana setzte Deutschland weiter unter Druck, ohne sich aber zwingende Torchancen zu erarbeiten. Das sollte sich rächen. Denn in der 35. Minute verwandelte Marozsan in unnachahmlicher Manier einen perfekt getretenen Eckball von der linken Seite direkt – ihr zweiter Doppelpack im zweiten Spiel, ihr 19. Treffer im 17. Länderspiel.
Die Afrikanerinnen waren weiter bemüht, fanden aber kein rechtes Mittel, die konzentriert agierende deutsche Hintermannschaft aus den Angeln zu heben. Lynn Mester hatte mit einem Schuss, der in den Armen von Ghanas Torhüterin Patricia Mantey landete, die letzte Chance vor der Pause (44.).
Doppeltes Pech für Popp Zur zweiten Halbzeit kam Svenja Huth für Linden, die in den ersten 45 Minuten keine rechte Bindung zum deutschen Spiel fand. Nur wenige Minuten waren gespielt, da hatte Popp die Chance zur Entscheidung. Nach Flanke von Kemme scheiterte die Duisburgerin kurioserweise jedoch gleich zweimal per Kopf an der Latte (50.), eine Minute später parierte Mantey einen erneuten Kopfballversuch Popps glänzend (51.).
In die deutsche Druckphase hinein waren es diesmal die Afrikanerinnen, die trafen. Gleich zweimal in Folge zeigte Anna Felicitas Sarholz im deutschen Tor ungewohnte Unsicherheiten, eine davon wurde bestraft. Florence Dadson gelang der zu diesem Zeitpunkt etwas glückliche Anschlusstreffer (65.). Doch Peters Schützlinge bewiesen erneut Effizienz und Kaltschnäuzigkeit. Nur wenige Minuten später stellte Leonie Maier nach einem wunderbaren Solo den alten Abstand wieder her (69.). Doch Ghana gab sich nicht geschlagen.
Spannung in der Schlussphase Ein Platzfehler an der Strafraumgrenze, der einem langen Ball eine unerwartete Richtungsänderung verpasste, ließ Sarholz erneut schlecht aussehen. Isha Fordjour bedankte sich per Kopfball (86.) und machte die Partie noch einmal spannend. Die Afrikanerinnen drängten in den Schlussminuten noch einmal vehement auf den Ausgleich, doch mit etwas Glück und Geschick brachte Deutschland den knappen Erfolg über die Runden.
Insgesamt war das Spiel dennoch eine lehrreiche Erfahrung für das DFB-Team in einem Duell auf gutem Niveau gegen einen unbequem agierenden Gegner, der den Spielerinnen mehr abverlangte, als man das vorher möglicherweise erwartet hat. Zum Abschluss der Gruppenphase wartet nun am 4. November Nordkorea und somit im dritten Spiel das dritte Team von einem anderen Kontinent. Dort gilt es, sich für das Viertelfinale einzuspielen, indem man auf eine Mannschaft aus der Gruppe A treffen wird, voraussichtlich Kanada, Kolumbien oder Dänemark.