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2008

Bayern Münchens Kampfansage an die Konkurrenz

Meister 1. FFC Frankfurt ist nach dem ersten Spieltag gleich wieder Tabellenführer und auch Vizemeister FCR 2001 Duisburg startete mit dem erwarteten Pflichtsieg. Doch für das fulminanteste Ausrufezeichen zum Saisonauftakt sorgte der FC Bayern München.

Beim 3:0-Auswärtssieg gegen Turbine Potsdam brachte man dem Gegner nicht nur die höchste Heimniederlage seit Dezember 2006 bei, die Art und Weise des Siegs deutete an, dass die Momentaufnahme das Zeug hat, eine der spannendsten Geschichten der Saison zu schreiben.

„Dass wir drei Punkte in Potsdam holen werden und dann gleich so, konnte ich nicht erwarten”, freute sich Bayern Münchens neuer Trainer Günther Wörle. Den 1.279 Zuschauern beim bestbesuchten Bundesliga-Spiel des Tages, darunter WM-OK-Chefin Steffi Jones , wurde rasch klar, welch ambitionierter Verein die Bundesliga in dieser Saison bereichern wird.

Führung durch Aigner Ballsicher, strukturiert und mit einem klaren System übernahmen die hellwachen Bayern von Beginn an das Kommando. Der toll heraus gespielte Treffer zum 1:0 von Nina Aigner mit einem Drehschuss aus 15 Metern nach Vorarbeit von Bianca Rech war der erste Paukenschlag des neu formierten Bayern-Orchesters. Gespielt waren gerade einmal zehn Minuten, die Ouvertüre war viel versprechend.

Und im gleichen Takt ging es weiter: Stefanie Mirlach hatte nur Augenblicke später nach schöner Flanke von Neuzugang Melanie Behringer das 2:0 auf dem Kopf, doch ihr Ball landete in den Armen von Desirée Schumann, die auch bei einem Freistoß von Aigner auf der Hut war.

Plus im Mittelfeld Julia Simic durfte neben Sylvie Banecki als Stürmerin ran - wie schon in einigen Spielen der U19-EM - und bedankte sich mit dem geschlenzten 2:0 auf Vorlage ihrer Sturmpartnerin nach 36 Minuten für das Vertrauen des Trainers.

Behringer und Trainer-Tochter Tanja Wörle hatten bereits im Training angedeutet, welche Gefahr von ihnen ausgehen würde. Und so kombinierten sie munter weiter, als hätten sie schon immer zusammen gespielt. Doch auch die anderen Mannschaftsteile griffen harmonisch ineinander.

Potsdam hatte seine besten Möglichkeiten durch Leni Larsen Kaurin, die nach Behringer-Fehler im Mittelfeld zu wenig aus einer aussichtsreichen Position machte, Bayern-Keeperin Ulrike Schmetz hielt kurz vor der Pause stark gegen Jessica Wich, nachdem sie einen Schuss von Anja Mittag zuvor nur abklatschen konnte.

Kerschowski trifft nur den Pfosten Die Viererkette der Bayern ließ, angetrieben von der Schweizerin Sandra de Pol, an diesem Nachmittag aber nicht viel anbrennen und hatte auch das nötige Quäntchen Glück, wie etwa, als Isabell Kerschowski in der Anfangsphase der zweiten Halbzeit und einer Drangperiode der Potsdamerinnen nur den Pfosten traf.

Doch die eiskalten Bayern schlugen noch einmal zu. Die 16-jährige Ivana Rudelic leistete bei ihrem Bundesligadebüt in Halbzeit zwei nach 68 Minuten die Vorarbeit zu Behringers gestochertem 3:0, die Team-Verantwortlichen durften sich bereits nach einer guten Stunde über die gelungene Einkaufspolitik und einen mehr als erfolgreichen Auftakt freuen. Zum ersten Mal im 17. Anlauf blieben die Bayern-Spielerinnen gegen Potsdam ohne Gegentreffer.

Perfekter Tag „Das heutige Spiel, der heutige Tag, war einfach der Tag des FC Bayern. Das 3:0 ist verdient, wenngleich eine Idee zu hoch ausgefallen”, so Wörles Fazit. Die Handschrift des neuen Trainers und die Neuzugänge scheinen für das zu sorgen, was dem Team bis vor kurzem zu fehlen schien: Siegermentalität.

„Alle drei Neuzugänge überzeugten: Melanie Behringer und Tanja Wörle bestimmten im zentralen Mittelfeld. Ivana Rudelic arbeitete nach ihrer Einwechslung sehr gut und hatte mit der Vorbereitung zum 3:0 gleich ein Erfolgserlebnis.”

Am kommenden Wochenende gilt es, mit einem Sieg gegen die SG Essen-Schönebeck den Auftakterfolg zu untermauern. Doch unabhängig vom Ergebnis, verspricht diese neue Bayern-Elf schon jetzt, an den verbleibenden 21 Spieltagen noch für viel Freude und Kopfzerbrechen bei den Gegnern zu sorgen.