DFB-Elf will Finaltraum wahr werden lassen

12

In Tours trifft die deutsche Auswahl heute im Halbfinale der U19-EM auf Norwegen (live ab 17.45 Uhr auf Eurosport). Doch selbst wenn man sich der Schwere der Aufgabe in der deutschen Mannschaft bewusst ist, strahlten die Spielerinnen am Tag vor dem Duell mit den Skandinavierinnen Souveränität und Gelassenheit aus. An einem heißen Sommernachmittag sorgte eine Minigolf-Partie für willkommene Abwechslung, bevor man heute zum fünften Mal in Folge ein EM-Halbfinale bestreiten wird.

Schnell hat die DFB-Auswahl den 7:0-Kantersieg gegen Schottland abgehakt und sich mit Videostudien auf den nächsten Gegner vorbereitet, der sein Quartier weiterhin in Blois hat, so dass sich die Spielerinnen beider Teams erst im Stadion „Vallée du Cher“ begegnen werden.

Zwar hat man gegen Norwegen erst kurz vor der EM ein Testspiel im norwegischen Klepp mit 3:2 gewonnen, doch gut die Hälfte der damaligen Spielerinnen findet man nicht mehr im norwegischen Kader. Man ist also gewarnt, zumal gegen die mit drei schnellen Spitzen agierenden Norwegerinnen heute Schwerstarbeit auf die deutsche Verteidigung warten dürfte. Die Bilanz der Norwegerinnen in der Vorrunde liest sich auf dem Papier zwar eher durchwachsen mit einem Sieg, einem Remis und einer Niederlage, doch in allen drei Partien war Norwegen die überlegene Mannschaft.

Wenig Grund zum Wechseln
Im Tor der Deutschen dürfte vermutlich erneut Desirée Schumann stehen, die sich mit guten Leistungen gegen Schweden und vor allem Schottland für weitere Einsätze empfahl. Auch sonst dürfte Trainerin Maren Meinert in der Anfangsformation wohl nur wenige Wechsel vornehmen. Allerdings dürfte man defensiver als gegen die Schottinnen zu Werke gehen.

Eve Chandraratne, die in der Qualifikation zur Stammformation gehörte, scheint nach ihrem Fehler, der zum Ausgleichstreffer der Schwedinnen führte, derzeit eher schlechte Karten zu haben. Zu ausgeglichen präsentiert sich derzeit der starke 18er-Kader.

Hochrangiger Besuch
Für besondere Motivation wird heute hochrangiger Besuch sorgen. Denn sowohl DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger als auch WM-OK-Chefin Steffi Jones haben ihr Kommen angekündigt, mit dabei sind auch einige der U19-Spielerinnen, die in der Qualifikation zum Einsatz kamen, wegen Verletzungen aber nicht den Sprung zur EM geschafft haben, wie etwa Marith Prießen.

Es ist also alles bereit für ein tolles Halbfinale, bei dem die deutsche Elf hoffentlich erneut den Finaleinzug schaffen wird.

FRAUENFUSSBALL - Weltmeisterschaften 1991 bis 2019: Enzyklopädie des Sports
1 Bewertungen
FRAUENFUSSBALL - Weltmeisterschaften 1991 bis 2019: Enzyklopädie des Sports
  • Roland M. Weissbarth
  • Herausgeber: Independently published
  • Taschenbuch: 272 Seiten

Letzte Aktualisierung am 9.10.2019 / * = Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

12
Hinterlasse einen Kommentar

avatar
12 Kommentar-Themen
0 Themen-Antworten
0 Follower
 
Kommentar, auf den am meisten reagiert wurde
Beliebtestes Kommentar-Thema
6 Kommentatoren
oliistSvenjaMax DiderotSteffenschmiddi Neueste Kommentartoren
  Abonnieren  
neueste älteste meiste Bewertungen
Benachrichtige mich bei
Max Diderot
Max Diderot

In der ersten Halbfinalpartie sind gerade Italien und Schweden zugange. Gespielt sind ungefähr 80 Minuten und die Skandinavierinnen scheinen von der Squadra Azzurra regelrecht vorgeführt zu werden – 4:0 führt Italien!

Svenja
Svenja

Schön, dann spielen wir eben im Finale gegen Italien 😉

Max Diderot
Max Diderot

Am Ende hilft möglicherweise eine göttliche Eingebung. Schwer zu sagen. Aber das, was die jungen Damen des DFB bis jetzt, 114. Spielminute darbieten, empfinde ich als arg enttäuschend. Wenig Struktur, schnelle Ballverluste, einige Spielerinnen scheinen zudem mental indisponiert zu sein. Vergleiche ich die Darbietungen der DFB-Auswahlmmannschaften U17 und U19 miteinander, sofern es überhaupt fair ist, das aktuelle Spiel des älteren Jahrgangs als repräsentativ zu erachten, erkenne ich einen eleganteren Systemfußball bei den jüngeren Elevinnen.

Steffen
Steffen

Kannn man mal einer sagen, warum Jana Burmeister nicht im Tor stand?

Ruhrschnellweg
Ruhrschnellweg

Vorschlag zur Überschrift Spielbericht: sich selbst geschlagen!

MD hat recht: ganz unreife Vorstellung! Ballverliebt, einfache Bälle nicht gespielt, lieber den Kunstpass, Ball reintragen wollen und dann isses wie so oft: als Torwart bisse der Depp, was sich in so einem Spiel im 11erschießen fortsetzt.
Das Ausscheiden ist nicht schlimm, aber das Spiel schon.

schmiddi
schmiddi

Max, ich glaube, deine Analyse ist treffend!

Habe einige Spiele beider Teams anschauen dürfen und komme zur selben Schlußfolgerung.

Steffen
Steffen

Es tut weh, so zu verlieren, aber Norwegen hat alles abgewehrt und unseren Fehler ausgenutzt, sich ins Elfmeterschießen gerettet und gewonnen.

Svenja
Svenja

Trotz der Dominanz der deutschen Mannschaft ein enttäuschendes Spiel und nicht nur aufgrund des Endresultats.
Man dominiert 110 von 120 Minuten das Spiel, lässt aber haufenweise Chancen auch aufgrund einiger unnützer Alleingänge ungenutzt und fängt sich dann auch noch ein dummes Tor.
Zwar haben die Norwegerinnen nicht aufgrund ihrer spielerischen Leistung gewonnen, aber am Ende zählt wer mehr Tore geschossen hat und nicht wer mehr oder bessere Chancen hatte.

Max Diderot
Max Diderot

Auf der DFB-Seite ist die Rede davon, dass es sich um ein gutes und schnelles Spiel gehandelt hätte. Ich will nicht voreilig urteilen, vor allem teile ich aber Ruhrschnellwegs Resümee, dass das Ausscheiden nicht schlimm sei, über die Art und Weise wie von Seiten der deutschen Mannschaft gespielt wurde, bin ich aber erstaunt. Ich sah diesen U19-Jahrgang zum ersten Mal. Bei der überwiegenden Zahl der deutschen Akteurinnen, die meisten Norwegerinnen standen ihnen da nicht nach, missfielen mir die koordinativen körperlichen Fähigkeiten. Kurz, einige der DFB-Spielerinnen bewegten sich arg hüftsteif. Es schien auch so, als würde kein offensives Mittelfeld bestehen, dass… Weiterlesen »

Max Diderot
Max Diderot

Ach ja, sollten einige frustriert sein über diese Halbfinal-Niederlage, möchte ich als quasi therapeutische Maßnahme den gerade angelaufenen Film „Mamma mia“ empfehlen. Macht gute Laune und hinterlässt im Kopf ein melodisches Potpourri.

Svenja
Svenja

^^ du kannst den Spielerinnen ja Freikarten schenken, die könne die jetzt wohl am ehesten gebrauchen

oliist
oliist

Für das vierte Spiel in neun Tagen war das definitiv ein schnelles Spiel. Die deutschen Mädchen waren offensichtlich zu sehr darauf bedacht Tore möglichst umständlich herauszuspielen.Dieser Absicht standen aber immer mehrere Norwegerinnen im Weg. Diese wiederum spielten frohen Mutes genau das,was sie wirklich können(?).Nämlich lange Bälle.Pässe konnte man dieses weggekicke,dem sich die deutsche Auswahl im weiteren Spielverlauf mehr und mehr anpasste,wahrhaftig nicht nennen.Da auch diese Bälle praktisch nie eine Abnehmerin finden konnten,entstand halt ein immer weiter auf Kampf und Krampf hinauslaufendes Spiel. Mein unfaires(nach schließlich nur einem gesehenden Match)Fazit: die deutsche U19 hatte zumindest Ansätze von Spielkutur,die norwegische nicht einmal… Weiterlesen »