25er-Olympia-Kader ohne Mittag und Grings, aber mit Rech

30

Für die deutsche Frauen-Nationalmannschaft fängt am 26. Juni mit dem ersten Lehrgang die heiße Phase der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele in Peking an. Bundestrainer Silvia Neid hat dafür jetzt einen 25 Spielerinnen umfassenden Kader eingeladen, der vier Torfrauen und 21 Feldspielerinnen umfasst. Er muss noch auf 18 Spielerinnen reduziert werden.

Im Tor dürfen Alisa Vetterlein und Lisa Weiß erste Erfahrung sammeln, ein Fingerzeig auf die Zeit nach Olympia. Nicht mit im 25-er-Kader ist Bundesliga-Topstürmerin Inka Grings. Doch die Begründung für ihre Nicht-Nominierung überrascht.

„Ich kann Inka Grings nicht mehr berücksichtigen, da sie sich selbst von der Liste, der für die Olympischen Spiele in Frage kommenden Spielerinnen gestrichen hat. Sie hat nicht die für das China-Visum notwendigen Unterlagen eingereicht – und das trotz mehrfacher Aufforderung seitens des DFB. Außerdem war sie schon im Februar die einzige Spielerin, die nicht an der internistischen und an der orthopädischen Untersuchung für die Nationalmannschaft teilgenommen hat“, erklärt Silvia Neid.

Mittag nur auf Abruf
Für den Sturm nominierte Neid neben der gesetzten Birgit Prinz das Frankfurter Trio Sandra Smisek, Conny Pohlers und Petra Wimbersky, dazu Martina Müller vom VfL Wolfsburg. „Deswegen steht Anja Mittag nur auf Abruf bereit“, so Neid.

Bewährte Defensive
In der Abwehr setzt Neid auf eine eingespielte Viererkette. Schon bei der WM 2007 bildeten Kerstin Stegemann, Annike Krahn, Ariane Hingst und Linda Bresonik den Abwehr-Verbund. „Erstes Kriterium bei der Auswahl ist natürlich die Leistung“, erklärt die DFB-Trainerin, „aber wir haben diesmal ein spezielles Augenmerk auf die Flexibilität der Spielerinnen gelegt. Da wir mit 18 Spielerinnen nur einen sehr kleinen Kader mitnehmen dürfen, ist es für uns wichtig, dass sie vielseitig einsetzbar sind.“ Diese Qualität bringen Navina Omilade und Babett Peter mit, die in der Innen- und Außenverteidigung, aber auch im defensiven Mittelfeld eingesetzt werden können.

Rech statt Fuss und Zietz
Das Kriterium trifft aber auch auf Bianca Rech zu. Die Defensivspezialistin des FC Bayern München erhielt den Vorzug vor Sonja Fuss und Jennifer Zietz. „Das war eine schwere Entscheidung. Aber Bianca Rech spielt schon seit Wochen in sehr guter Form, insofern hat sie sich die Nominierung verdient“, erklärt Neid.

Lingor auf gutem Weg
Im Mittelfeld hat die DFB-Trainerin in Renate Lingor, Simone Laudehr, Saskia Bartusiak, Lena Goeßling und Célia Okoyino da Mbabi fünf Kandidatinnen für die Position 6 berufen. „Renate Lingor ist nach der Schultereckgelenksprengung, die sie sich im Finale um den DFB-Pokal zugezogen hat, voll im Soll. Bei ihr kommt es jetzt darauf an, wie weit sie fußballspezifisch ist. Ich bin in diesem Punkt jedoch optimistisch, weil sie eine spielintelligente Spielerin ist. Außerdem wird sie weiterhin hart an sich arbeiten. Sie macht nicht wie die anderen Spielerinnen nach dem letzten Bundesliga-Spieltag für zehn Tage Urlaub, sondern wird in gruppentaktischer Hinsicht trainieren. Wir werden dann in den Lehrgängen sehen, ob es für sie reicht. Ich würde mich freuen, wenn sie es schafft, sie hat schließlich schon häufig genug bewiesen, wie wichtig sie für die Nationalmannschaft sein kann“, erklärt Neid.

Hoffen auf da Mbabi
Ähnlich sieht die Situation bei Célia Okoyino da Mbabi aus. „Sie befindet sich seit der Rückrunde wieder im Spielbetrieb. Allerdings hatte sie in jüngster Vergangenheit noch ein paar Probleme durch den Nagel und die Schrauben, die ihr nach dem Schienbeinbruch im Frühjahr des vergangenen Jahres noch nicht entfernt wurden. Wir haben sie deswegen durch unseren Mannschaftsarzt Dr. Bernd Lasarzewski in der Sportklinik Hellersen durchchecken lassen und auch unser Konditionstrainer Dr. Norbert Stein hat mit ihr intensive Belastungstests gemacht. Beide Male fielen die Ergebnisse sehr positiv aus. Jetzt müssen wir schauen, ob sie das auch fußballspezifisch umsetzen kann oder ob sie verletzungsanfällig ist“, berichtet Neid, die für die Außenpositionen im Mittelfeld Kerstin Garefrekes, Isabell Bachor, Melanie Behringer und Fatmire Bajramaj vorgesehen hat.

Start der Vorbereitung am 26. Juni
Die Vorbereitung auf die Olympischen Spiele beginnt am 26. Juni. Vier Lehrgänge wird Silvia Neid mit ihrer Mannschaft absolvieren, ehe der DFB-Tross am 30. Juli in Richtung Shenyang aufbrechen wird. Im ersten Lehrgang werden Athletik und Passspiel die Schwerpunkte sein. Im zweiten Trainingslager wird das Abwehrverhalten trainiert. Die Überschrift für den dritten Lehrgang heißt „Spielaufbau“. Und im vierten und letzten Lehrgang gilt es den Feinschliff für den Angriff vorzunehmen und Standardsituationen einzustudieren.

Zwei Länderspiele
Zudem stehen zwei Länderspiele an. Am 17. Juli trifft die DFB-Auswahl in Unterhaching auf England (18.00 Uhr, live in der ARD). Und am 23. Juli findet für den amtierenden Welt- und Europameister in Sandefjord gegen Norwegen (18.00 Uhr, live in der ARD) die Generalprobe für Olympia statt.

Letzte Aktualisierung am 7.12.2019 / * = Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

30
Hinterlasse einen Kommentar

avatar
30 Kommentar-Themen
0 Themen-Antworten
0 Follower
 
Kommentar, auf den am meisten reagiert wurde
Beliebtestes Kommentar-Thema
10 Kommentatoren
DetlefSvenjaViolACrackflyIdgie-Jonsi-Fan Neueste Kommentartoren
  Abonnieren  
neueste älteste meiste Bewertungen
Benachrichtige mich bei
Jens Eisern Union
Jens Eisern Union

Das mit Inka Grings scheint ungewöhnlich, aber auffällig ist, das sich potsdam fast komplett aus der Nationalmannschaft verabschiedet hat. Wer aber z.b. das spiel Potsdam – HSV gesehen hat, weiß auch warum, man hat einfach kein gutes gefühl, wenn man sieht, mit wie wenig Selbstbewußtsein die Spielerinnen in Potsdam agieren (müssen, dürfen, können?)
Bei einem 18er kader scheint es mir auch unvernünftig, angeschlagenen Spielerinnen mitzunehmen, da sollten auch „Altverdienste“ und persönliche Motive keine Rolle spielen., ach wenn es für spielerinnen die am Ende ihrer laufbahn stehen, sicher hart ist.

Crackfly
Crackfly

Sorry, aber Sonja Fuss spielt ebenfalls in einer bestechenden Form in der Innenverteidigung. Ausserdem kann sie auch auf den Aussenpositionen spielen, und im defensiven Mittelfeld! Ich finde sie besser als eine Omilade!

Was Inka Grings betrifft: Wenn man ein Visum bräuchte, könnte man auch mit Sicherheit noch eins bekommen!

Steffen
Steffen

Ich frage mich, warum das Inka Grings so gemacht hat.

Solange Silvia Neid Trainerin und Birgit Prinz in der Nationalmannschaft spielt und damit eine kleine quirlige Spielerin wie Smisek, Pohlers oder Müller als zweite Stürmerin in Frage kommen, werden wir Inka Grings nicht für Deutschland spielen sehen, auch wenn sie mit 10 Toren Vorsprung Torschützenkönigin wird.

Und wenn Birgit bis zur WM 2011 spielt, dann ist sie 33 Jahre, sieht es für Inka Grings schlecht aus, da sie nur ein Jahr jünger ist, also schon 32 Jahre wäre.

Steffen
Steffen

Also gegen Frankfurt hat die Sonja Fuss wirklich gut gespielt.

Crackfly
Crackfly

@ Steffen:
Prinz hat auch mit Grings zusammen schon ein gutes Sturmduo gebildet! Siehe EM 2005, also daran scheiterts bestimmt nicht. Und eine Smisek? Was macht die bitte im Sturm, wenn die das Tor nicht trifft?

Steffen
Steffen

@Crackfly

Zur EM 2005 war ja auch noch TTM die Nationaltrainerin.

helena
helena

Naja, das mit den Visa ist schon nicht ganz so einfach, jedoch wichtiger ist ja wohl die Tatsache, daß IG ganz offensichtlich sich nicht darum bemüht hat und das ist das Entscheidende, nicht so sehr die Frage, ob sie noch eines bekäme oder nicht. Daß man sie nicht mehrfach darum bitten würde, hätte ihr ja schon klar sein müssen, ebenso wie zu den medizinischen Untersuchungen. Wenn alle anderen dahin gehen, kann man nicht als einzelne – ungesetzte – Spielerin außen vor bleiben. Insofern ist SN’s Aufstellung zu verstehen – nicht jedoch hinsichtlich Smisek und Omilade.

oliist
oliist

Definition Gringsen im Duden: wie man sich durch Äußerungen,Taten und Unterlassen möglichst schnell und konsequent selbst demontiert. 😉

Svenja
Svenja

Sollten Grings und Neid jemals noch mal auf einen gemeinsamen Nenner kommen, dann wird dieses Ereignis sicherlich in die Geschichtsbücher Einzug halten.
Mich wundert eher, warum Bajramaj nach dem tollen Spiel gegen Wales nicht dabei ist.

Svenja
Svenja

Ach wer lesen kann, ist im Vorteil. Ich nehmen den Teil mit Bajramaj zurück.

Ikrit
Ikrit

@ Svenja: Bajramaj ist doch dabei!

Detlef
Detlef

Die Sache mit Inka Grings ist einfach zu durchsichtig!!! Und wenn sie mit 10 Visa angekommen wär, und doppelt so viele Untersuchungen über sich ergehen ließe, sie wär trotzdem nicht dabei gewesen!!! ANJA MITTAG gehört zur Zeit nicht in den Kader, dafür sind ihre Leistungen, in den letzten Spielen nicht ausreichend!!! Ihre letzte Verletzung hat sie erneut zurück geworfen!!! Es ist zu wenig, wenn ihre große Klasse nur hin und wieder mal aufblitzt, dass reicht einfach im Moment für die Natio nicht aus!!! Und wenn man jetzt gleiche Kriterien auf Renate Lingor, Sandra Smisek , Kerstin Stegemann und Saskia Bartusiak… Weiterlesen »

oliist
oliist

Die Sache mit den Comments hier ist einfach zu durchsichtig.Neid hätte auch zehnmal den bestmöglichen Kader nominieren können,die meisten hier würden wohl weiter hauptsächlich kritisieren. 😉
Stegemann aussortieren weil sie nicht mehr die schnellste ist?
Dann heißt es wohl auch bye-bye Birgit?
Ernsthaft.Wer genau soll bitte Stegemann,mit allem was sie ausmacht,ab sofort und problemlos ersetzen?

Detlef
Detlef

Zunächst mal, ist Birgit Prinz immer noch eine der schnellsten Stürmerinnen!!! Aufgrund ihrer Körpermasse, braucht sie dafür allerdings etwas länger, als zB eine CONNY POHLERS!!! Aber das nur nebenbei!!! Steges Spiel ist existentiell davon abhängig, wie schnell sie noch ist!!! Sie läßt ihren Gegenspielerinnen einfach sehr viel Platz, und verläßt sich einfach darauf, dass sie sie noch abfangen kann!!! Das funktioniert aber immer häufiger nicht mehr, und sie müßte eigentlich ihre Spielweise ändern!!! Das tut sie aber nicht, aus welchen Gründen auch immer!!! Sie sollte sich deshalb mal ein Beispiel an Jürgen Kohler nehmen!!! Er hat auf seine „alten Tage“… Weiterlesen »

oliist
oliist

Schön und gut.Ihr eher nicht mehr zu ihrem Alter passendes Stellungsspiel ist nicht wirklich mehr das beste.Aber die Stegemann-Alternative bist du mir noch schuldig.
Nahezu alle Abwehrspielerinnen,die mir noch einfallen und noch nicht in diesem Vorauswahlkader sind,sind entweder grundsätzlich nicht die Schnellsten oder haben ihren Geschwindigkeitszenit schon weitaus eher überschritten als Stegemann.
Und nochmal zu Prinz: ihre Fähigkeit auch schnelle Gegenspielerinnen einfach so stehen zu lassen,ist definitiv nicht mehr so gegeben wie noch letztes Jahr.Das oder eine Menge anderer Spielerinnen sind ein gutes Stückchen schneller geworden. 😉

Detlef
Detlef

Meine erste Wahl wären;
SONJA FUSS—-Annike Krahn—–ARIANE HINGST——Bianca Rech
Sowohl Sonja, als auch Jay, haben ein tolles Stellungsspiel, und sind beide schneller als Stegemann!!!
Für die Zukunft gäbe es da noch andere Varianten!!! Katharina Baunach, STEFFI DRAWS, BIANCA SCHMIDT, Vanessa Martini!!!
Ich glaube nicht, dass Prinz langsamer geworden ist!!! Ich stimme Dir eher zu, dass die Abwehrspielerinnen wohl insgesamt schneller geworden sind!!!

Steffen
Steffen

Silvia Neid ist gut beraten, auf bewährte Kräfte zu vertrauen, und nach den Olympischen Spielen eventuell Änderungen zu machen. Wenn ich da die Innenverteidung der USAmerikanerinnen sehe, die wohl mit Christie Rampone (1975) und Kate Markgraf (1976) spielen, sind unsere Abwehrspielerinnen jünger. Ich denke da an eine Tina Ellerton, die im WM Halbfinale gegen Brasilien zum Einsatz kam, die jetzt aber nicht einmal mehr zum erweiterten Kreis des WNT gehört. Aber vergessen wird man sie nicht, dank Marta. 🙂

ViolA
ViolA

nun ich denke sowohl sonja als auch jay sind durchaus bewährte kräfte, allerdings eher in ihren vereinen als in der natio. und was stege angeht so muss ich detlef ein bisschen wiedersprechen weil wir sie brauchen als motor auf der rechten seite. sie wird zwar seit jahren als abwehrspielerin eingesetzt und macht ihren job da auch ziemlich gut (als offensive rechtsverteidigerin), andererseits ist sie eigentlich keine abwehrspielerin sondern eher eine typische mittelfeldspielerin (daher ja auch so offensiv ausgerichtet). ich stimme dir zu, dass sie ihr stellungsspiel verbessern könne, muss dazu aber sagen, dass die meisten der probleme in der abwehrkette… Weiterlesen »

Detlef
Detlef

An wem liegt es denn, dass SONJA und Jay sich in der NATIO noch nicht so richtig beweisen konnten???
Auch SONJA kann den Flügel hoch und runter laufen, und tolle Pässe schlagen!!! Sie ist sogar noch torgefährlicher als Stege!!!
Bianca Rech kann dies übrigens auch ganz gut!!! Ecken kann zB auch eine CONNY POHLERS sehr gut reinzirkeln!!!
Falls Stege ihre Spielweise ändern sollte, würde ich sie ja auch mitnehmen!!! Aber ich sehe bis jetzt keine Ansätze dazu!!!

Svenja
Svenja

Das sind die alljährlich wiederkehrenden Diskussionen der Mannschaftsaufstellung vor großen Turnieren. Wenn man sich in Foren die Diskussionen vor der WM in China anguckt, waren die ähnlich und schlussendlich hat Sylvia Neid mit ihrer Aufstellung ein glückliches Händchen bewiesen. Von daher lehne ich mich gemütlich zurück und warte ab. Schlechter als das Spiel der Männer gegen Kroatien kann es nicht werden 😉