1. FFC Frankfurt stellt Weichen für Halbprofitum

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Sieg bei der Frauenfußball-Weltmeisterschaft 2007 und Vergabe der WM 2011 an Deutschland: Der Nährboden für die weitere Entwicklung des Frauenfußballs in Deutschland könnte besser nicht sein. Das dachte sich auch der 1. FFC Frankfurt, der auf seiner bislang größten Pressekonferenz im 49. Stock des Commerzbank-Towers über den Dächern von Frankfurt einen umfangreichen Maßnahmenkatalog präsentierte, der bis 2011 das Halbprofitum ermöglichen soll.

Klangen derartige Pläne in der Vergangenheit noch eher wie eine Utopie, kommt man der Umsetzung inzwischen mit kleinen, aber festen Schritten immer näher. Ein Etat von „mindestens 1,3 Millionen Euro“ ist laut FFC-Manager Siegfried Dietrich dafür nötig. Von diesem Budget ist man nicht mehr allzu weit entfernt, zur Saison 2009/2010 sollte die Schallmauer von einer Million fallen.

Vor allem der langjährige Partner Commerzbank sorgt mit der ungewohnt frühzeitigen Ausdehnung seines Trikotsponsorvertrags bis zum Ende der Saison 2011/2012 für wertvolle Planungssicherheit, wie auch die Vertragsverlängerung mit Dietrich und die Wahl des neuen Vorstands bis 2010 dem Gesamtgefüge Stabilität verleihen.

Sportlich hat man ebenfalls ein deutliches Signal gesetzt, dass man in den kommenden Jahren national wie international eine tragende Rolle spielen will, indem man Birgit Prinz für drei weitere Jahre an den Verein binden konnte.

Schlüssiges Gesamtkonzept

Gleich auf mehreren Ebenen sollen die Vereinsstrukturen in Zukunft optimiert und weiter professionalisiert werden. Ein gesamtkonzeptioneller Ansatz soll dafür sorgen, dass in Zukunft Talente noch stärker gefördert werden und bereits die Juniorenmannschaften besser von den Rahmenbedingungen profitieren. So sollen national und international konkurrenzfähige Teams inklusive einer starken U23 entstehen, wo Talente an die erste Mannschaft herangeführt werden können.

Neben der medizinischen Abteilung soll auch der Trainer- und Betreuerstab erweitert werden. Die Anzahl der hauptamtlichen Mitarbeiter wird wachsen und die Stadt Frankfurt hat bereits eine großzügige Modernisierung des Stadions zugesagt: in Planung sind ein neuer Rasen, eine Rundum-Stehplatztribüne, ein fernsehgerechtes Flutlicht, ein weiterer Kunstrasen sowie zusätzliche Funktionsgebäude.

Neue Sponsoren

Diese Modernisierung der Vereinsstrukturen kombiniert mit dem Ausbau des Sponsorenpools und einer intensivierten Zusammenarbeit mit den Fans (Fan-Busfahrten und Fanclub-Aktivitäten) soll den Traum vom Halbprofitum schon in kurzer Zeit greifbar machen. Bereits ab September 2008 soll ein FFC-Business-Club mit 30 neuen Förderern und Kleinsponsoren entstehen. Zudem konnte im früheren langjährigen Trikotsponsor Lotto Hessen ein altbekannter Partner ab der Saison 2008/2009 als Special-Partner gewonnen werden.

DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger lobt die in Frankfurt geleistete Arbeit. „Was hier entstanden ist, das müssen andere erst noch lösen. Die Bedingungen im Umfeld müssen bei vielen Klubs attraktiver werden. Darüber werde ich mit jedem Verein reden“, kündigt Zwanziger an.

Richtungweisendes Spiel

Doch gute Rahmenbedingungen sind nur etwas wert, wenn auch der sportliche Erfolg stimmt. Ein erster wichtiger Schritt dahin ist das Spitzenspiel gegen den FCR 2001 Duisburg am Sonntag. „Das ist ein richtungweisendes Spiel, denn wir wollen den Titel verteidigen und uns damit erneut für den UEFA-Pokal qualifizieren“, so Dietrich.

Und die nächsten sportlichen Highlights werfen bereits ihre Schatten voraus. Am Ostermontag, 24. März, steigt im Osten Münchens das Halbfinale im DFB-Pokal, das auf HR und BR live im Fernsehen übertragen wird. Nur fünf Tage später findet im Stadion am Brentanobad das Hinspiel im UEFA-Pokal-Halbfinale gegen Bardolino Verona statt. Auch hier bietet der HR eine Liveübertragung an, im ZDF-Sportstudio werden Ausschnitte zu sehen sein.

Bereits beim ersten Duell mit dem italienischen Meister soll der Grundstein für den Finaleinzug gelegt werden. Und dann winkt ein Finale in der großen Commerzbank-Arena – auf die man aus dem 49. Stock schon mal einen träumerischen Blick werfen konnte.

Letzte Aktualisierung am 16.11.2019 / * = Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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Marion
Marion

Halbprofitum und ein Budget von über einer Million Euro? Da hat das „selbsterhaltende System“ Dietrich ja alles richtig gemacht. Erst mal immer weiter Privatgeld reingepumpt, damit den Verein so richtig attraktiv gemacht, und irgendwann läufts von selbst. Natürlich sollte ein Halbprofitum für alle Vereine irgendwann erstrebenswert sein, aber man sollte nicht verschweigen, dass der FFC ohne Dietrichs Privatschatulle nie dorthin gekommen wäre, wo er jetzt ist. Da tun mir die Spielerinnen diverser Zweitligamannschaften schon leid, die keinen SD in der Region haben und so fünf Mal die Woche die Knochen für ihren Verein hinhalten und dafür keinen Cent Geld bekommen.… Weiterlesen »

Max Diderot
Max Diderot

Jede Entwicklung hat ihre Avantgarde. Auch im Frauenfußball. Möglicherweise finden sich engagierte Personen in anderen Vereinen, für die das Beispiel FFC stimulierend ist, um dem folgen zu wollen. Mit einem solchen Werdegang verbindet sich aber auch immer ein sportlicher und wirtschaftlicher Grat, der auch die verheißungsvollsten Projekte zum Absturz bringen kann. Gerade kleinere Städte (besser: größere Gemeinden) haben aber die Chance, so lange der Frauenfußball noch kein Millionengeschäft ist, durch findige sportliche Entwicklungen ein Umfeld von Mäzenen und Sponsoren zu akquirieren, die diese Entwicklung unterstützen. Mir ist nicht bekannt, ob sich der DFB dementsprechend engagiert, aber es wäre hinsichtlich einer… Weiterlesen »

Rosa
Rosa

Max, ich stimme Dir absolut zu. Noch wichtiger erscheint mir jedoch ein Konzept einer Interessengemeinschaft unterhalb der zweiten Liga. In den ersten beiden Ligen besteht größtenteils bereits eine unorganisierte Gemeinschaft, gefüttert durch die Verbandsturniere der Auswahlmannschaften. Diese gilt es auszubauen und zu organiseren. Ein guter Startpunkt könnten neben den Vereinen eben jene Spielerinnen sein, die beim Länderpokal in Duisburg aufeinandertreffen. Ebenso alle Trainer, Talentsucher und Funktionäre, die diese Veranstaltung ebenfalls wahrnehmen. Jenseits davon muss eine Gemeinschaft jedoch erst entstehen. Das fällt bislang schon im engeren geografischen Umfeld schwer, hier muss den Vereinen mit seinen Spielerinnen und Trainern Unterstützung angeboten werden.… Weiterlesen »