HSV-Trainer fordert bessere Strukturen
Bereits vor einigen Monaten war aus dem Umfeld der Hamburger zu vernehmen, man wolle in Zukunft die Strukturen im Frauenfußball auf eine professionellere Basis stellen. Damit auf Worte auch Taten folgen, hat HSV-Trainer Achim Feifel seinem Verein nun deutlich klar gemacht, dass er nur unter verbesserten Arbeitsbedingungen dazu bereit ist, auch in Zukunft die Hamburger Fußballfrauen zu trainieren.
„Beim HSV müssen die Strukturen im Frauenfußball professioneller werden“, so Feifel. Noch zögert er, seine Unterschrift unter ein Vertragsangebot über weitere drei Jahre zu setzen, das ihm seit Oktober vorliegt.
Er habe aber nach zwei Gesprächen mit Vorstandsfrau Katja Kraus „positive Tendenzen“ erkennen können, verriet er dem Hamburger Abendblatt. Feifel führte den Abstiegskandidaten in der Hinrunde auf einen überraschend starken sechsten Platz und hat sich damit auch eine gute Verhandlungsposition erarbeitet. Die Leistung ist umso erstaunlicher, mussten doch vor Saisonbeginn schmerzhafte Abgänge, wie die von Shelley Thompson und Anna Blässe verdaut werden.
Erste Verschleißerscheinungen
Der 43-Jährige warnt: „Das klappt aber nicht immer so.“ Im Dezember waren im dünnen Kader der Hanseatinnen bei einigen Spielerinnen bereits erste Verschleißerscheinungen zu erkennen, etwa beim 1:3 in Wolfsburg, wo in den zweiten 45 Minuten sichtlich die Puste fehlte.
„Wir dürfen uns auch bei sieben Punkten Vorsprung auf einen Abstiegsplatz nicht ausruhen.“ Zumal es mit den angepeilten Verstärkungen in der Winterpause bisher nicht geklappt hat. So wurden zwar zwei isländische Nationalspielerinnen getestet, die sich letztlich aber für Schweden entschieden. Und auch auf dem deutschen Markt wurde man bisher nicht fündig.
Die Entwicklung nicht verschlafen
Feifel kritisiert: „In anderen Vereinen werden Spielerinnen mehr hofiert, wenn sie kommen sollen.“ Beim HSV seien die Abläufe komplizierter als in anderen Vereinen. Ein deutlicher Wink Richtung Vorstandsetage. „Ich brauche zumindest einen ständigen Manager“, fordert er. Der Name und die attraktive Stadt alleine reichten nicht mehr aus, um neue Spielerinnen anzulocken.
Zu Recht weist Feifel darauf hin, dass die Entwicklung in den kommenden Jahren hin zur Frauenfußball-WM 2011 im eigenen Land nicht verschlafen werden darf. Wer jetzt versäume, auf den Zug aufzuspringen, könne auf Dauer nicht die Bundesligazugehörigkeit halten. „Die WM 2011 ist eine Riesenchance für den Frauenfußball, sie wird ihn weiter professionalisieren.“