Olympische Spiele ohne Lilly und Marklund

Von am 8. Januar 2008 – 10.33 Uhr 4 Kommentare

Kristine Lilly macht eine Pause vom FrauenfußballDie Olympischen Spiele in Peking 2008 werden ohne zwei der herausragendsten Frauenfußballerinnen der Vergangenheit über die Bühne gehen.

Die US-Nationalmannschaft wird bei erfolgreicher Qualifikation ohne die 340-fache Rekordnationalspielerin Kristine Lilly auskommen müssen.

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Und auch die schwedische Nationalmannschaft wird geschwächt in die Titelkämpfe gehen.

Lilly unterbricht ihre Karriere, weil sie im Juli ihr erstes Kind erwartet. Nach der Geburt plant die US-Rekordnationalspielerin allerdings die Fortsetzung ihrer Laufbahn. „Ich möchte in der neuen Profiliga spielen und wenn ich die Chance bekommen sollte, für Pia (Sundhage) zu spielen, wäre das fantastisch. Aber jetzt konzentriere ich mich darauf, zum ersten Mal Mutter zu werden und alles, was mit dieser Erfahrung verbunden ist“, so Lilly.

Lilly hat für die USA bisher alle Weltmeisterschaftsspiele seit 1991 bestritten und war bis auf ein Spiel auch in der Startformation aller Partien bei Olympischen Spielen seit Atlanta 1996. „Ich werde das Spiel vermissen und vor allem auch meine Teamkolleginnen“, so Lilly. „Wenn man etwas 20 Jahre lang macht, dauert es einfach seine Zeit, bis man sich an sein neues Leben gewöhnt.“

Marklund beendet Karriere

„Das war keine leichte Entscheidung für mich“, erläutert Hanna Marklund ihren Rücktritt vom Frauenfußball. Die 30-Jährige will den Schwerpunkt ihres Lebens zukünftig in anderen Bereichen setzen. „Es wird nun andere Prioritäten in Beruf und Privatleben geben.“

Dem Frauenfußball bleibt sie aber treu. Sie will die Nachwuchsmannschaft ihres Vereins Sunnanå betreuen. „Es gibt eine ganze Menge schöner Erinnerungen. WM-Silber 2003, die erste schwedische Meisterschaft, der erste UEFA-Pokal-Sieg mit Umeå IK.“

„Das war eine Überraschung für mich“, so Schwedens Nationaltrainer Thomas Dennerby, als er vor zwei Wochen vom Rücktritt seiner wichtigen Abwehrspielerin erfuhr. „Es gibt nur eine Hanna Marklund“, räumt er ein, dass seine Mannschaft vor der schweren Aufgabe steht, den Verlust kompensieren zu müssen.

Marklund bestritt seit ihrem Länderspieldebüt 1997 118 Länderspiele, war bei drei Weltmeisterschaften, zwei Olympischen Spielen und zwei Europameisterschaften im Einsatz. 2005 wurde sie zudem zur besten Spielerin in der schwedischen Damallsvenskan ausgezeichnet.

Markus Juchem (51) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

4 Kommentare »

  • Rainer sagt:

    Das war in der Tat eine Überraschung von Hanna Marklund. Unmittelbar nach dem zweiten Sieg in der Olympiaquali gegen Dänemark hatte ich sie selber noch gefragt und sie strahlte und sagte, dass sie natürlich dabei wäre. Aber mit den Weihnachtstagen kam dann wohl nicht nur die Besinnlichkeit sondern auch die Besinnung.
    Hanna Marklund wird den Schwedinnen wahrlich fehlen. Es gibt kaum bessere Innenverteidigerinnen weltweit. Das neue schwedische Paar in der Innenverteidigung wird Stina Segerström / Karoline Westberg heissen.

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  • KaDe sagt:

    Schade. ich hätte Hanna Marklund gerne noch bei Olympia spielen sehen.
    Ihre Spielweise gefiel mir immer sehr gut. Nur bei den Spielen gegen Deutschland musste ich mich oft daran erinnern, dass Marklund „heute gegen uns spielt“.

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  • Georg sagt:

    Mit dem Rücktritt von Hanna geht eine Ära zu Ende. Schade dass wir somit nicht mehr die Möglichkeit haben werden, sie irgendwann mal noch in der Bundesliga zu sehen.

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  • Georg sagt:

    Hanna is back. Das ist die beste Nachricht, seit es Frauenfußball gibt… Aber schade, leider bleibt sie in Schweden (was auf Grund ihrer Mutterrolle auch verständlich ist), dabei hätten wir sie so gerne mal in der BL gesehen!

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