Turbine gewinnt Pokalkrimi, Favoriten mit Mühe

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Das Achtelfinale im DFB-Pokal bescherte den Fans, die den Besuch trotz der meist unwirtlichen Bedingungen nicht gescheut hatten, Frauenfußball vom Feinsten. So lieferte sich Gastgeber Bad Neuenahr ein packendes Duell mit Turbine Potsdam, das erst nach 120 Minuten und zehn Toren entschieden war.

Meister 1. FFC Frankfurt gewann überraschend knapp gegen Zweitligist Tennis Borussia Berlin. Auch Bayern München hatte Mühe, um gegen den SC Freiburg seiner Favoritenrolle durch einen späten Treffer von Bianca Rech doch noch gerecht zu werden.

Der TSV Crailsheim rang mit Glück den Hamburger SV nieder, der 1. FC Saarbrücken gewann sicher in Kiel. Der TuS Köln rrh. siegte in Limburg, bereits am Samstag hatten sich der FCR 2001 Duisburg und der FC Gütersloh 2000 für das Viertelfinale qualifiziert.

Packender Frauenfußball in Bad Neuenahr

Die Partie zwischen dem SC 07 Bad Neuenahr und Turbine Potsdam hätte mehr als 430 Zuschauer verdient gehabt. Denn die Spielerinnen auf dem Rasen boten den Zuschauern Suspense und Spannung à la Hitchcock. Am Ende mussten sich die Gastgeberinnen mit 4:6 (3:3, 1:1) nach Verlängerung geschlagen geben. Lydia Neumann (20.) erzielte das 1:0 für Bad Neuenahr. Nationalspielerin Babett Peter glich in der 44. Minute per Foulelfmeter aus, ehe Neumann mit ihrem zweiten Treffer (46.) für die erneute Neuenahrer Führung sorgte. Doch nur kurze Zeit später traf Jessica Wich zum 2:2 (50.). Viola Odebrecht (67.) brachte Bad Neuenahr zum dritten Mal nach vorne, doch Stefanie Draws rettete die Gäste in die Verlängerung (88.). Binnen 120 Sekunden sorgten erneut Wich (95.) und Essi Sainio (97.) für die Vorentscheidung, auch wenn Sarah Schmitz (105.) Bad Neuenahr noch einmal hoffen ließ, ehe Anja Mittag (106.) den Schlusspunkt unter eine furiose Begegnung setzte.

„Wir hätten uns nicht beklagen dürfen, wären wir hier ausgeschieden“, räumte Turbine-Trainer Bernd Schröder ein. Neuenahr-Trainer Didi Schacht freute sich über die Leistungssteigerung: „Wir waren gegenüber der letzten Partie gegen München nicht wieder zu erkennen.“ Doch analysierte er: „Heute wurden kleine Fehler von uns sofort bestraft.“

Frankfurt unerwartet mit Mühe

Ohne Birgit Prinz und Kerstin Garefrekes, denen eine Verschnaufpause gegönnt wurde,  tat sich Meister 1. FFC Frankfurt erstaunlich schwer, um sich vor 610 Zuschauern gegen Zweitligist Tennis Borussia Berlin mit 1:0 (1:0) durchzusetzen. Die erst 16-jährige Svenja Huth erzielte in der 43. Minute mit einem Schuss aus halblinker Position den Treffer des Tages. „Wichtig ist, dass wir im letzten Spiel der zwei englischen Wochen das Viertelfinale erreichen konnten. Nun können wir uns voll auf die in diesem Jahr noch anstehenden Aufgaben in der Bundesliga konzentrieren“, so Manager Siegfried Dietrich. Dass es ein dermaßen enges Duell war lag neben der Abschlussschwäche der Frankfurterinnen auch an der starken Defensive des Gegners. „Kompliment an meine Spielerinnen. Sie haben 95 Prozent der taktischen Vorgaben in der Defensive eingehalten“, so das Lob von TeBe-Trainer Sven Thoss.

Breunig schießt Crailsheim ins Viertelfinale

Der TSV Crailsheim hat sich vor 307 Zuschauern durch einen glücklichen 3:2 (1:1)-Erfolg über Ligakonkurrent Hamburger SV für das Viertelfinale des DFB-Pokals qualifiziert. Zunächst schoss Claudia Nußelt (19.) den TSV in Front. Doch Julia Weigel erzielte nur wenige Minuten später (25.) den Ausgleich. Sharit Shenar brachte die Hanseatinnen in der 57. Minute sogar in Führung, doch Crailsheim schlug zurück und profitierte von der mangelhaften Chancenauswertung der Gäste, die mehrere Möglichkeiten zur Entscheidung ausließen. So gelang Kapitänin Ramona Treyer per Freistoß der Ausgleich (76.). Als die Zuschauer bereits mit der Verlängerung rechneten, überlistete Carina Breunig per Heber HSV-Torhüterin Bianca Weech (88.) und entschied die packende Pokalbegegnung zugunsten der Crailsheimerinnen.

„Das Aufbäumen nach dem Rückstand und der kämpferische Einsatz waren vorbildlich, das war eben wieder typisch meine Mannschaft, typisch TSV Crailsheim“, freute sich Trainer Günther Wörle. Sein Gegenüber Achim Feifel meinte ernüchtert: „Wir haben verdient verloren, wenn man die Tore nicht macht.“

Bayern ringt Freiburg nieder

Auch Bayern München hatte gegen den SC Freiburg erstaunlich lange Mühe, ehe am Ende vor 310 Zuschauern ein 2:1 (0:1)-Erfolg sichergestellt war. Melanie Behringer brachte die vor allem in der ersten Halbzeit starken Gäste bei nasskaltem Wetter nach schöner Vorarbeit von Susanne Hartel nach einer halben Stunde in Führung. Ein Treffer von Julia Simic (53.) und ein spätes Kopfballtor von Bianca Rech (85.) drehten die Partie noch zugunsten der Münchnerinnen, die in den zweiten 45 Minuten bissiger zu Werke gingen. „So ist halt der Pokal“, meinte eine erleichterte Bayern-Trainerin Sissy Raith nach dem hart erkämpften Erfolg. Gäste-Trainer Thomas Schweizer erklärte: „Es wäre heute schon mehr möglich gewesen. Wir haben in der ersten Halbzeit gut gespielt. Nach der Führung hatten wir sogar eine große Möglichkeit 2:0 in Führung zu gehen. Wir können aus dem heutigen Spiel viel Selbstvertrauen für die Meisterschaft ziehen, das ist entscheidend.“

Duisburg gewinnt, aber verliert Laudehr

Der FCR 2001 Duisburg musste den 5:0 (4:0)-Sieg gegen den Herforder SV teuer bezahlen. Simone Laudehr kugelte sich ohne Fremdeinwirkung die Schulter aus, die im Krankenhaus wieder eingerenkt werden musste. Die Weltmeisterin wird vier Wochen pausieren müssen. Die Tore für die Duisburgerinnen erzielten vor 400 Zuschauern Annemieke Kiesel (14.), Inka Grings (37. und 38.) Anne van Bonn (40.) und Jennifer Oster (51.). Duisburgs Trainer Thomas Obliers war trotz des deutlichen Erfolgs nicht allzu zufrieden: „Es ist nicht berauschend gelaufen. Gerade in der Anfangsphase ging bei uns gar nichts. Wir haben uns viel zu wenige Tormöglichkeiten erarbeitet. Starke 15 Minuten haben dann gereicht.“

Saarbrücken ohne Mühe

Bundesliga-Aufsteiger 1. FC Saarbrücken gewann bereits am Vormittag bei Zweitligist Holstein Kiel sicher mit 4:1 (2:0). Nadine Keßler (22.) und Lisa Schwab (43.) trafen vor der Pause für die Saarländerinnen. In der zweiten Halbzeit sorgten erneut Schwab (66.) und Selina Wagner (86.) für die Entscheidung, Nicole Preiss (65.) hatte für den zwischenzeitlichen Anschlusstreffer der Kielerinnen gesorgt.

Limburg muss sich geschlagen geben – Torfestival in Gütersloh

Der hessische Oberligist VfR 07 Limburg musste sich gegen Zweitligist TuS Köln rrh. vor 230 Zuschauern, unter ihnen DFB-Präsident Theo Zwanziger, erst durch Treffer in der zweiten Halbzeit mit 0:2 (0:0) geschlagen geben.

Bereits am Samstag hatte sich der FC Gütersloh 2000 überraschend klar mit 6:0 (1:0) gegen den 1. FC Lok. Leipzig durchgesetzt. Zwei Treffer von Maren Wallenhorst (41. und 53.) und Tore von Kristina Gessat (47.), Anja Barwinsky (88.) und Saskia Bunte (89. und 90.) sorgten für den ungefährdeten Viertelfinaleinzug.

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schmidt

Die Zuschauerzahlen sind beileibe nicht ausreichend bei allen 7 Pokalspielen: 610 1. FFC Frankfurt 430 SC 07 Bad Neuenahr 423 Zweitligist Holstein Kiel 400 FCR 01 Duisburg 310 Bayern München 307 TSV Crailsheim 230 VfR 07 Limburg _______________________ 2710 Gesamtzuschauerzahl 387 Zuschauer/innen im Durchschnitt je Spiel Einige glauben zu wissen,dass die Zahlen der Mitglieder/innen in den Vereinen des FF und die der Spielerinen, die selber in anderen Ligen spielen ständig steigen. Es herrscht bei einigen die Meinung vor, dass wegen der tatsächlichen Überschneidungen der angesetzten sonntäglichen Spieltermine eine nennenswerte Zahl von Fans und Spielerinnen sich für eine Begegnung letztendlich entscheiden… Weiterlesen »

René
René

Das mag schon sein, das die Zuschauerzahl nicht gut war, bei einigen.

Aber bei einigen war sie auch gut. z. B. in Kiel lag die Zuschauerzahl weit über den Schnitt in dieser Saison, und in Limburg waren sicher auch noch nie soviele. Auch in München kommen in der Bundesliga selten über 500 Zuschauer.

Enttäuschend waren nur die beiden reinen Bundesliga-Duelle, vielleicht lags auch am Wetter.

Und die beiden anderen spielten ja nur gegen Zweitligisten.

Markus Juchem
Markus Juchem

Hallo René, dass zu einem Pokalspiel eines unterklassigen gegen einen höherklassigen Gegner mehr Zuschauer kommen, ist aber ja nichts Besonderes, sondern sollte eher Normalität sein.

Dass in weiten Teilen Deutschlands schlechte Wetter hat am Wochenende sicherlich seinen Teil dazu beigetragen, nichtsdestotrotz ist bei den Zuschauerzahlen ein Abwärtstrend erkennbar.

Der viel gepriesene Hype und das angeblich hohe Interesse am Frauenfußball sind einfach nicht vorhanden, das muss man einfach mal nüchtern festhalten.